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Jüdische Turnzeitung · 1902-08-01 · 8 (8.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
8 (8.1902)
Date
1902-08-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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No. 8. 130. sehr gut übern Stock . . . Dazu repräsentiert er die Vaterlandsliebe, ohne im mindesten gefährlich zu sein. Denn man weiss sehr gut, dass er sich ven den altdeutschen Demagogen, unter welchen er sich mal zufällig befunden, zu rechter Zeit zurückgezogen, als ihre Sache etwas gefährlich wurde u. s. w." Heine hat also an dem armen Massmann kein gutes Haar gelassen, dieser erscheint als ein hässlicher, dummer, charakterloser Kerl. Darin hat der Dichter bitter Unrecht gethan. Ungefähr das Gegenteil dessen, was er dem Turnkunstmeister vorwirft, ist richtig. Mühl hausen hat sich der Mühe unterzogen, dies ausführlich nachzuweisen, und so eine pietätvolle Ehrenrettung Massmanns geliefert, der bis dahin im wesentlichen in der Missgestalt, die Heine ihm gegeben, fortlebte. Die Ursache, die Heine zu seinem ungerechten Verhalten gegen Massmann bewog, ist nicht bekannt. Viel Wahrscheinlichkeit hat die Vermutung eines Heine-Biographen für sich, dass Massmann an einem für den damaligen stud. jur. Heinrich Heine äusserst peinlichen Vorfall beteiligt war. Er wurde aus der Burfchenschaft, deren Mitglied er in Bonn war, während seines Studienaufenthaltes in Göttingen ausgestossen. Diese schmachvolle Behandlung wird dem sich gänzlich schuldlos fühlenden jungen Studenten sehr nahe gegangen sein und ihn in seinem Stolze auf das tiefste verletzt haben. Das würde auch Heines unauslöschlichen Hass verständlich erscheinen lassen. — Daraus, dass Heine stets den „Turnkunstmeister" Massmann angreift, folgert Mühlhausen: „Man steht doch unter dem Eindruck, nicht blos dieser bestimmte Turner, das Turnen ist ihm lächerlich". Das ist zum Mindesten fraglich, also beweisbedürftig. Wir halten es für angebracht die beregte Frage zu erweitern und folgendermassen zu formulieren: Hatte Heinrich Heine eine Antipathie gegen das Turnen an sich, das als Selbstzweck gepflegt wird, oder betraf seine Abneigung ausschliesslich die deutsche Turnerei? Heines fein empfindende und daher leicht zu verletzende Künstlernatur nahm an Unmanieren, wie sich leicht denken lässt, entschieden Anstoss. Wie stand es damit bei den deutschen Turnern? „Man weiss, dass sich Jahn und seine Jünger in einer gewissen äusserlichen Roheit vielfach wohlgefielen, ja dass sie

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