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Jüdische Turnzeitung · 1902-06-01 · 6 (6.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
6 (6.1902)
Date
1902-06-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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No. 6. 105. fallendes Missverhaltnis in Bezug auf bestimmte, schwerere Erkrankungen der übrigen Bevölkerung gegenüber zeigen. Und so bemüht sich dann der Verfasser, nicht aus eigenen Erfahrungen, sondern lediglich durch Citale aus den Werken einiger hervorragender Autoren nachzuweisen, dass es besonders drei Krankheiten schwerer Natur sind, von denen die Juden häufiger als die anderen befallen sind, die alle aber aller Wahrscheinlichkeit nach zur Grundlage eine infolge der unnatürlichen Verhältnisse, unter denen die Juden jahrhundertelang schwer leiden und kämpfen mussten, erworbene neuropathische Veranlagung haben, das sind: Die Neurasthenie, der Diabetes mellitus (Zuckerharnruhr), das Glaukom (grüner Star). Es ist ja nun eine hinlänglich bekannte Thatsache, dass das Centrai- Nervensystem der Juden absolut und relativ überanstrengt und diese demgemüss eine grössere Disposition allen „nervösen" Krankheitserscheinungen entgegenbringen, und wenn der Verfasser aus der Statistik des Herrn G. Brandes*) auf eine Beteiligung der Juden am Idiotismus hinweist, welche sich zu der der Lutheraner verhält wie 2:1, so sind doch die Zahlen, die Lombroso anführt, noch viel eklatanter; nach Lombroso kommen auf einen Wahnsinnigen der christlichen Bevölkerung 5—6 Irre unter den Juden, was ja geradezu entsetzlich ist. Ob der Diabetes und das Glaukom auf neuropathischer Grundlage entstehen — für das erste ist es das Wahrscheinlichere — ist ja noch eine offene Frage; auffallend ist aber, dass die Juden, wie unbestritten von berufener Seite anerkannt wird, ein auffallend hohes Contingent der Befallenen liefern. Des Verfassers redliches Bemühen uns ein anschauliches Bild der Verhältnisse zu geben, können wir ja anerkennen; aber etwas mehr Tiefe, etwas mehr Selbständigkeit, und vor allem, was für ein solches Thema das Wichtigste ist, etwas mehr statistische Belege hatten das Schriftchen erst lesenswert gemacht, was uns jetzt wenig mehr als eine matte Wiederholung alter, längst bekannter Thatsachen giebt. Seine terapeutischen Hinweise sind zu allgemeiner Natur, als dass wir darauf näher einzugehen brauchten; voll übereinstimmen aber können wir mit ihm, wenn er schliesst: „Zur Regeneration der Massen durch den nervengesundon Acker- und Landbau, zur Heranbildung aber eines bodenständigen kräftigen Landvolkes als Regenerator für die nervenverbrauchten Städter sind unbedingt politische Faktoren nötig. Die Juden brauchen zu ihrer physischen Regeneration Land. Luft, Licht". Etwas zahm und verhüllt, aber vielleicht meint er dasselbe, was wir meinen: eigenes Land und eigenen Boden! _____ N. Vermischtes. Der Wettmarsch Dresden— Berlin. Am Pfingstsonntag versammelten sich auf Veranlassung des Berliner Sportklubs „Komet" 32 Herren in Dresden, um in einem Wettgehen nach Berlin (202 km) ihre Kraft und Ausdauer zu messen. Trotz des Sturmes und Regens, der unterwegs ein- *) Dr. G. Brandes: Der Idiotismus.

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