Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 6 (6.1902)
- Date
- 1902-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6. 104. die Hand zu geben, das ihm die Wege zum Siege im turnerischen Wettkampfe weisen soll. In geschickter Weise haben es die Verfasser verstanden, in Briefen dem Wettturner dasjenige leicht fassiich zu bieten, was sie selbst in heissem Wettkampfe als richtig erkannt und erprobt haben. — Nach einer kurzen, geschichtlichen Einleitung, in der vor allem die Geschichte körperlicher Wettkömpfe berücksichtigt wird, gehen die Verfasser zum Hauptr teil über. Wir müssen den Verfassern, die nicht Manner der Feder von Beruf sind, unsern vollen Beifall zollen für die objektive Art, mit der sie die ihnen so liebe Turnsache behandeln. Eine Anleitung zur Ausführung der Gerät- und volkstümlichen Übungen, in denen mit prägnanten Worten das Wesentliche von berufener Feder geboten wird: („Der schöne und richtige Anlauf" von Fritz Hoffmann, „Vorbereitungen für den Schnell- und Wettlauf" von Curt Doerry, „Steinstossen und Hochspringen" von Dr. Alfred Körting, „Die wichtigsten Vorbedingungen des Pferdturnens" von Karl Wehner, „Die hygienische und diätetische Seite der Vorbereitung des Wettturnen" von Karl Mann, alle übrigen Kapitel von Altred Flatow), wird dem Wettturner sicherlich von Nutzen sein. — Die deutsche Wettturnordnung sowie Auszüge aus den Turnfestordnungen der Schweiz, Italiens und Amerikas, eine interessante Zusammenstellung der Höchstleistungen in den volkstümlichen Übungen sowie der besten Leistungen auf den 5 letzten deutschen Turnfesten nebst einer Siegerliste und ausgewählten Kürübungen schliessen sich an. Als letzter Teil werden uns die bekanntesten Wettturner in Wort und Bild zur Nacheiferung vorgeführt. — Mit Geschick und in ausgiebiger Weise sind die vorhandenen Quellen bis zu den jüngsten Publikationen benutzt worden; es ist jedoch erfreulich, dass die Verfasser mit ihren Erfolgen in mannigfachen Wetlkämpfen Originelles bieten konnten und auch geboten haben. Alles in allem: Das Buch verdient wegen des sittlichen Ernstes und der Liebe und Begeisterung für die Turnsache, die aus jeder Zeile spricht, sowie der klaren, leichtverständlichen und erschöpfenden Darstellung die weiteste Verbreitung nicht nur unter denen, die um den turnerischen Siegeskranz zu kämpfen gedenken, sondern auch unter allen denen, die die Turnsache von einem neuen Gesichtspunkte aus beleuchtet sehen wollen. Möge das Buch hinausziehen und sich den Erfolg erringen, den es verdient! __ R. B. „Die auflallend häufigen Krankheita - Erscheinungen der Jttdiichen Rasse" nennt sich eine kleine Broschürevon Dr. M. Engländer. Der Verfasser, der dieses Thema in einem Vortrage behandelt hat, geht davon aus, dass die Juden infolge der anormalen Lebensbedingungen, unter denen sie fast 2000 Jahre gelebt haben und zum grössten Teil noch leben gewisse Krankheitsbilder in einer Häufigkeit aufweisen, die sich grell abhebt gegenüber den Verhältnissen bei den übrigen Nationen; man nimmt es als natürlich an, dass die Juden des Ostens derartige Erscheinungen aufweisen, wenn man bedenkt, unter weichen, oft entsetzlich-elenden Verhältnissen der allorgrösste Teil von ihnen lebt; aber dabei ist auch die Meinung weitverbreitet, dass die Juden des Westens, die ja infolge der Emancipation materiell wenigstens der übrigen Bevölkerung gleichgestellt sind, kein auf-