Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 6 (6.1902)
- Date
- 1902-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6. 102. häusliche Krankenpflege schliesst sich für die Damen dem Samariterkursus an und wird auch recht gut besucht. Auch in den andern jüdischen Turnvereinen dürfte die Einführung von Samariterkursen, für die man einen geeigneten Arzt als Lehrer bald finden wird, sich empfehlen. Am Sonntag, den 1. Juni fand ein kleiner Wettmarsch über 4 Meilen (genau 31 km) statt, an dem sich neun Herren beteiligten. Wenn man erwagt, dass sämtliche Teilnehmer Neulinge auf diesem Gebiete sind, ein Training vorher nicht stattfand und schliesslich der Marsch am heissen Nachmittag auf kahler, sonnendurchglühter Strasse vor sich ging, so konnte man mit dem Ergebnis recht zufrieden sein. Als erster passierte Max Bendel mit 4 Std. 9' 9" das Ziel, ihm folgte Richard Blum nach 4 Std. 10' 17", als dritter langte Arnold Tramer nach 4 Std. 14' 58" an. Die letzten Teilnehmer trafen nach 5 Std. 10 Min. ein; sie hatten durch einen Samariterdienst, den sie unterwegs einem unbekannten Herrn leisteten, Zeit eingebüsst. Die baldige Wiederholung einer derartigen Veranstaltung ist in Aussicht genommen. Berlin. Kleinere Mitteilungen aus dem Jüdischen Turnverein „Bar Kochba". Am 27. Mai sprach Herr Dr. Rieh. Löwe vor der Lehrlingsabteilung über „Zionismus". — Zeugwart Jules Weyl, Rosenthalerstrasse 43, Quergeb. 2 Tr., bittet um baldige Rückgabe der entliehenen Ränzel und Bücher, mit dem Bemerken, dass die Vereinsränzel den Mitgliedern auch zu Privatzwecken gegen geringe Leihgebühr zur Verfügung stehen. — Jeden Sonntag Vormittag zwischen 9—10 Uhr findet das gemeinsame Schwimmen der Mitglieder der Männer- und Lehrlingsabteilung im Kaiseibad zu Treptow statt. Köln. Der erst vor drei Monaten gegründete Jüdische Turnverein zu Köln entwickelt sich in ungeahnter Weise. Grade In Köln, wo man der Neugründung jüdischer Vereine ein durch die Umstände ganz berechtigtes Misstrauen entgegenbringt, hatte man einen solchen Aufschwung nicht erwartet. Ungefähr 50 aktive und 10 inaktive Mitglieder bilden heut schon den festen Bestand des Vereins und an jedem Turnabend laufen neue Anmeldungen ein. Auch die Beteiligungsziffer der Turnabende (ungefähr 50 pCt.) zeugt von dem Interesse, das man dem Verein allerseits entgegenbringt. Mit besonderer Genugthuung verzeichnen wir die Thatsache, dass eine Anzahl der angesehensten jüdischen Bürger der Stadt dem Verein durch namhafte Zuwendungen ihre besondere Teilnahme an seinen Bestrebungen ausgedrückt haben. — Die kürzlich veranstaltete erste Turnkneipe des Vereins nahm einen sehr gediegenen und gemü liehen Verlauf. Eine Uberfülle von Liedern, Vorträgen aller Art und die Uberaus gut gewählten Worte, die der Vorsitzende, Herr Abraham, den jungen Leuten zurief, bewirkten, dass die Stimmung stets auf der Höhe blieb. Der in liebenswürdiger Weise erschienene Vorsitzende der zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herr Dr. Bodenheimer, gab zu wiederholten Malen seiner Genugthuung Ausdruck, jüdische Männer in solch' harmonischer Weise unter jüdischer Fahne zusammen zu sehen. Alles in Allem kann es jetzt wohl als feststehende Thatsache betrachtet werden, dass der Verein vollkommen gesichert dasteht. J. B. Posen. Wie uns aus Posen berichtet wird, wird die dort schon im vorigen Jahre beabsichtigte Gründung eines Turnvereins jetzt vor sich gehen können, da es nun endlich gelungen ist, eine