Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1902-06-01 · 6 (6.1902) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
6 (6.1902)
Date
1902-06-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4921092-5965007-5965170--0450-4921517
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 6. ICO. Flütow, Gcnserowsky und Abraham, drei Leuchten der Berliner Turnerwelt! Nein, weit Uber diese ihre engere Heimat hat ihr Name einen guten Klang, und Flatows Ruf ist weltberühmt. Dieses Triumvirat hat viel dazu beigetragen, dass wenigstens in den Reihen der Turner die Mare von unserer Kraftlosigkeit und körperlichen Ungewandtheit zu Schanden wurde. Lange, lange, bevor diejüdischcTurnbowegung begann, haben sie ihr Bestes eingesetzt, den Juden in der deutschen, und vor allem in der Turnerschaft Berlins, in der sie hohes Ansehen gemessen, Recht oder doch Duldung zu verschaffen. Und sie kämpfen Hervorragende jüdi.che Turner. noch heute darum. Dieser Zähe, Max Abraham. des Erfolges entbehrende Kampf spricht für sie und weit mehr noch — für uns. Die jüdische Turnbewegung überraschte sie völlig. Das Jahr 1898 bedeutete einen Wendepunkt: auf dem zweiten Zionistenkongresse ward die Gründung jüdischer Turnvereine angeregt und wenige Monate spater der Berliner „Bar Kochbn" gegründet; im selben Jahr wurde Alfred Flutow erster Sieger auf dem grossen Deutschen Turnfest zu Hamburg. Richard Genserowsky war der erste von den dreien, der offen für uns eintrat; er trat dem „Bar Kochba" als Mitglied bei, ohne aber aus der Berliner Turnerschaft, der er auch weiter seine wertvollen und anerkannten Dienste leistete, auszuscheiden. Auch als er vor wenigen Wochen nach Amerika ging, um sich dort dauernd niederzulassen, erklärte er, beiden Vereinen treue Mitgliedschaft zu bewahren. Flatow und Abraham haben erst in neuerer Zeit unseren Bestrebungen Interesse entgegengebracht, und wir hoffen, dass uueh sie bald in unserer Mitte als Freunde unserer Sache weilen werden; für ihre theoretische wie praktische Tüchtigkeit würde die Jüdische Turnerschaft einen vorzüglichen Boden abgeben. Wir fügen einige Notizen über ihren Lebenslauf und insbesondere über ihre turnerischen Erfolge hinzu: Max Abraham, geboren am 8. MUrz 1S75, langjähriges Mitglied der ..Berliner Turnerschaft". nahm an allen turnerischen Vorgängen in der ..Deutschen Turnerschaft" regen Anteil, soweit eine Lähmung seines linken Kusses es ihm gestaltete. Er gilt als einer der vorzüglichsten Gorätelurner Berlins, ist uiu-h an der Leitung der von seinem Verein für den Turnkreis III1' (Mark Brandenburg) veranstalteten Vorturneiausbildungsstunde thätig. Seit einigen Jahren vertauscht er im Sommer das Turnen mit dem Rudern.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.