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Jüdische Turnzeitung · 1902-05-01 · 5 (5.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
5 (5.1902)
Date
1902-05-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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No. 5. 88. Statuten wurden dahin geändert, dass den Turnerinnen das aktive Wahlrecht zugestanden wurde, das passive insoweit, dass zwei Vertreterinnen aus ihrer Mitte von der Versammlung in den Vorstand gewählt wurden. Die Wahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Obmann: Herr Dr. Haas; Stellvertreter: M. Huppert; Turnleiter: S. Münzer; Stellvertreter: H. Schrenzel; Kassierer: M. Goldwurm; Stellvertreter: E. Silberbusch; Geratmeister: F. Richter; Stellvertreter: O. Perl; Schriftführer: S. Sonderling; Stellvertreter: S. Silbiger. Fraulein Markusfeld und Fräulein D. Goldmann wurden als Vertreterinnen der Damenriege gewählt. s. s. Troppau. Seit fast zwei Monaten hat nunmehr auch Troppau seinen jüdischen Turnklub, der vorläufig als Sektion des seit Jahren hier bestehenden jüdisch-litterarischen Vereins begründet wurde. Den vereinten Bemühungen der Herren Ingenieur Reich und Dr. Lichtwitz war es gelungen, vom schlesischen Landesschulrate die neu erbaute, geräumige Turnhalle der staatlichen Lehrerbildungsanstalt gegen eine geringe Entschädigung für Licht und Beheizung zur Verfügung gestellt zu erhalten. Anfangs März traten 16 Turner zur ersten Übungsstunde zusammen und nach kaum zweimonatlichem Bestände hat sich deren Zahl mehr als verdoppelt. Fast vollzählig erschienen die Mitglieder jedesmal am Platze, mit regem Interesse und Eifer beteiligt sich Alt und Jung an den Ordnungs¬ und Freiübungen, mit Lust und Liebe zur Sache sucht jeder auch an den Geräten den Intentionen der Vorturner nachzukommen; dass der jüdische Turnklub in seiner Mitte 6 praktische Ärzte, 4 Juristen, mehrere öffentliche und Privatbeamte neben einer Anzahl von Industriellen und Geschäftsleuten vereint, beweist, wie der Gedanke nach körperlicher Kräftigung und physischer Stärkung hier gerade in den jüdischen Kreisen Eingang gefunden hat, die nur zu oft bei ihrer mehr geistigen Berufstätigkeit die Pflege ihrer Muskel- und Körperkraft vergessen. Und wenn auf dem Turnplatze der akademisch Gebildete neben dem schlichten Kaufmann, der Bank- oder Fabriksdirektor neben seinem Angestellten in Reih und Glied steht, so kann dies, nur beitragen, die sozialen Schranken des Alltagslebens weniger hoch erscheinen zu lassen und in allen jüdischen Turngenossen das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu wecken und zu heben, auch wenn sie sonst gerade nicht auf jüdisch-nationalem Boden stehen. Der Turnrat besteht aus den Herren:' Med. Dr. Lichtwitz, i. Turnleiter; Oskar Meisel, a. Turnleiter; Jur. Dr. Eibuschitz, i. Schriftführer; Jur, Dr. Bick, a. Schriftführer; Victor Kulka, i. Kassierer; Ingenieur Reich, a. Kassierer.

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