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Jüdische Turnzeitung · 1902-02-01 · 2 (2.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
2 (2.1902)
Date
1902-02-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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jüdische Turnzeitung. No. 2. Februar 1902. III. Jahrg. Jüdische Ackerbaukolonien in Anatolien. Von Prof. Dr. O. Warburg. Es ist bekannt, wie bunt durch einander gewürfelt die Bevölkerungselemente Anatoliens sind. Da finden sich vor allem die alt eingesessenen Türken, Griechen und Armenier, letztere beiden Stämme zwar in dem eigentlichen Anatolien hauptsächlich in den Städten, doch auch vielfach auf den Dörfern, namentlich mit Gerstenbau, Obst-, Wein- und Gemüsekultur beschäftigt, die Griechen im westlichen, die Armenier mehr im östlichen Teil Anatoliens; dazu kommen die erst in der letzten Hälfte, meist sogar erst im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts eingewanderten Kolonisten, die sogenannten Muhadjirs oder Flüchtlinge, Mohamedaner, die sich aus den russischen Grenzprovinzen oder aus den unabhängig gewordenen Balkanstaaten, aus Rumänien, Serbien, Bosnien und Bulgarien, neuerdings auch aus Kreta, langsam nach dem Kernlande des Halbmondes zurückziehen. Wenn man von den Lazen, die in geringer Menge von Lasistan am schwarzen Meer nach Anatolien vorgedrungen sind, und von den ursprünglich aus Turkestan stammenden Turkmenen, die sich, gleichfalls in geringer Zahl, hauptsächlich in den Steppen der Hochebene Haimana angesiedelt haben, absieht, so sind es besonders die Tscherkessen, Tataren, Kurden, Türken aus der Balkanhalbinsel, und endlich die Georgier, bis auf letztere alles in der Landwirtschaft gut bewanderte Volksstämme, deren Dörfer, sobald die Bauern zu etwas gekommen sind, vorteilhaft von den Ansiedelungen der alt eingesessenen Bevölkerung abstechen. Es ist nun von Interesse, dass ganz neuerdings auch einige jüdische Dorfansiedelungen in Anatolien entstanden sind, und zwar wurden die Kolonien bis auf eine bulgarische, aber wieder aufgegebene Ansiedlung sämtlich von rumänischen Juden begründet. Ein wesentlicher Unterschied zwischen diesen jüdischen und den mohamedanischen Kolonien besteht nun darin, dass letztere last ausschliesslich aus Ackerbauern bestehen, die schon von Kindesbeinen an mit Hacke und Pflug umzugehen gewohnt sind; ferner bringen die meisten der mohamedanischen Kolonisten etwas Geld 2

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