Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 1 (1.1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jüdische Turnzeitung. No. 1. , Januar 1902. III. Jahrg. Diskussionen über die Frage der körperlichen Hebung der Juden. (BaBel-Berlin.) Mit dem wachsenden Interesse für den gesamten Zustand unseres Volkes geht das Bestreben der gebildeten jüdischen Kreise Hand in Hand, diesen Zustand wissenschaftlich zu erforschen und die gewonnenen Resultate ohne Schönfärberei der Öffentlichkeit zu übergeben. Zwar befindet sich diese Thätigkeit erst im Anfangsstadium, aber schon ist ein Bild unserer Lage in grossen Zügen gezeichnet, das im Laufe der Zeit wohl noch manche Änderungen und Ergänzungen erfahren wird, ehe es vollständig genannt werden darf. Jedoch lassen sich bereits heute aus den vorliegenden Ergebnissen gewisse Folgerungen ziehen, welche die körperliche, geistige und wirtschaftliche Hebung, also einen Sanierungsprozess im umfassendsten Sinne betreffen. Das Verdienst, sich nicht auf einen mehr oder minder engen Kreis des jüdischen Stammes beschränkt, sondern, das Problem in seiner Gesamtheit, für das ganze Volk, von einem einheitlichen Gesichtspunkte aus begriffen und behandelt zu haben, fällt besonders den Zionistenkongressen zu. Vereinzelte Bestrebungen von, Privatleuten und Privatvereinen gat> es schon lange, die sich für eine bestimmte Frage aus dem grossen Complex von Fragen interessierten und meist nur für einen geographisch eng begrenzten Kreis wirken wollten. Immerhin bleibt ihre Arbeit dankenswert, wenn sie auch der nationalen Grundlage entbehrte. Noch heute blüht diese Hilfsthätigkeit besonders auf sozialem Gebiete; man denke nur an die hundert und aber hundert Wohlthätigkeitsvereine und die Anstalten für soziale Fürsorge, die von Juden begründet sind und den Juden zu Gute kommen sollen. Am wenigsten Beachtung fand bisher die Frage der körperlichen Hebung der Juden, obwohl gerade hier die Missstände offenkundig waren, wie die auf amtlichen Quellen beruhende Statistik des Dr. Karl Jeremias (Posen) schlagend beweist: „In Preussen kommen auf 100000 Seelen bei den Juden 83 Blinde, 136 Taubstumme, 500 Geisteskranke; bei Christen 66 Blinde, 1