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Jüdische Turnzeitung · 1901-12-01 · 12 (12.1901) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
12 (12.1901)
Date
1901-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 12. 143. dürfen nicht mehr als 20 pCt. der Schüler Juden sein! Anfangs betrugen die Taxen nur 25 und 50 frs für die untere resp. die obere Stufe der Handelsschule; bald wurden sie auf 90 resp. J50 frs erhöht und somit diese Erlaubnis der Beteiligung der Juden am Unterrichte fast ganz illusorisch gemacht. Fast den gleichen Wortlaut haben die Bestimmungen für die Realschulen, Gymnasien und Lyceen; die Taxen betrugen hier 60 resp. 90 frs für untere und obere Stufe. Man sollte meinen, dass durch das Gesetz gerade genug Beschränkungen für die Juden festgelegt sind; nun tritt noch die persönlich - antisemitische Gesinnung des Leiters der betreffenden Unterrichtsanstalt hinzu, der auf diese gesetzlich normierten noch selbständige Beschränkungen häuft, so dass es in den letzten Jahren einem Schüler, der die ersten vier Klassen mit Erfolg beendet hatte, unmöglich gemacht wurde, die Schule weiter zu besuchen; er wurde einfach vor die Thür gestellt. Statistisch steht fest, dass die Juden, die ja fast ausschliesslich nur in den Städten wohnen dürfen, 25 pCt. der gesamten städtischen Bevölkerung ausmachen, dass aber in den Volksschulen thatsächlich nicht mehr als 3 pCt. zugelassen werden! In den Sekundärschulen des Landes gehörten 98 pCt. der christlich-orthodoxen, 1,28 pCt. der katholischen und nur 0,88 pCt. der jüdischen Religion an, obwohl die Katholiken 2,8 pCt., die Juden 4,6 pCt. der Bevölkerung ausmachen. Es ist natürlich, dass unter diesen Umständen die Juden das Bestreben zeigten eigene Schulen zu gründen; aber wenn man die ungeheure Armut der Massen bedenkt und die sträfliche Gleichgültigkeit, die gerade bei den am meisten Leistungsfähigen leider konstatiert werden muss, so wird man sich nicht wundern, dass die diesbezüglichen Bestrebungen keinen rechten Erfolg hatten und haben; ohne Unterstützung von aussen (der Alliance und der Ika) wäre auch die Gründung und das Fortbestehen auch nur einer Schule unmöglich. Rechnet man noch hinzu, dass von Regierung und Behörden diese Schulen beständig mit scheelen Augen angesehen werden, und dass ihnen auf jede nur mögliche Weise Chikanen bereitet werden, so wird man die traurige Lage der rumänisch-jüdischen Jugend vollauf begreifen können. Was bleibt übrig? Das Cheder! In enge, dumpfe Löcher zusammengepresst scheinen die jüdischen Kinder dazu bestimmt zu sein, zu geistigen und körperlichen Krüppeln heranzuwachsen, sie, die mehr als alle

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