Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 12 (12.1901)
- Date
- 1901-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Redactionsausschuss: Hermann Jalowicz, N., Schönhauser Allee 182a; Max Zirker, N., Krausnickstr. 16. Das Blatt erscheint in der Mitte eines jeden Monats. Alle Einsendungen, Geldbeträge und Abonnementsbestellungen sind an H. Jalowicz zu richten; auf die Redaction bezügl. Sendungen müssen bei demselben bis zum 5. jedes Monats einlaufen. Abonnenentspreis (incl. Porto) für Deutschland und Oesterreich-Ungarn jährlich Mk. 2,—, für alle übrigen Länder Mk. 2,50, einzelne Nummern 20 Pfg. Turner — Samariter.*) Von Georg Arndt. |\ie Forderung, in jeder turnenden Gemeinschaft solle eine mit "^^^ der Leistung der ersten Hilfe bei Unfällen vertraute Persönlichkeit gegenwärtig sein, erscheint ohne Weiteres als so selbstverständlich, dass sich eine Begründung erübrigen, würde, wäre nicht die Thatsache sicher, dass nur ein verschwindend kleiner Teil der gesamten Turnerschaft eine genügende Samariterausbildung besitzt, und wären wir nicht noch sehr weit von der allgemeinen Verbreitung der Einsicht entfernt, dass die Kenntnis der eisten Hilfeleistung nicht blos Sache des Turnleiters, nein, jedes Turners, überhaupt eines Jeden ist, der „intelligente Leibeszucht" treibt. Solange freilich die Vorstellung von dem Samariter als einem wandelnden Verbandkasten herrscht, wird es hiermit nicht anders werden, Carbol und Jodoform entfalten nicht blos gegen Bakterien eine abschreckende Thätigkeit. In Wirklichkeit werden täglich unzählige Samariterdienste der einfachsten Art geleistet, die für Gesundheit und Leben des Verunglückten von grösster Bedeutung sind. Ein wichtiger Samariterdienst ist ja schon das Herbeiholen des Arztes, das ausser Schnelligkeit auch Geistesgegenwart, z. B. >n der richtigen Benutzung von Fahrgelegenheit, erheischt. Das wagerechte Lagern eines durch plötzlichen Blutmangel des Gehirns Ohnmächtigen vermag ihn oft schon ohne Weiteres zum Bewusst- *) „Samariter" ist ein von F. v. Esmarch, dem Begründer des deutschen Samariterwesens, nach der bekannten neutestamentlichen Erzählung geprägter Name, der alle diejenigen Personen umfasst, die im Stande sind, einem Verunglückten bis zur Ankunft des Arztes Hilfe angedeihen zu lassen. 12