Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 11 (11.1901)
- Date
- 1901-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11. 144. leistung nicht gekürzt werde; neue Juden aber sollen ferngehalten werden. Dos Präger Tagblatt fügt dem Berichte hinzu: „Der liberale Turnrat war über die Annahme des Kompromissantrages so erfreut, dass er sich zur Wiederannahme der Amtsführung bereit erklärte. Gablonz hat nun keinen liberalen Turnverein mehr, und die letzten Juden werden jetzt wie in Reichenberg aus dem früher liberalen Turnverein austreten." Ein echt liberales Stückchen! Der Gablonzer Fall ist ein Schulbeispiel für liberale Tücke und liberales Pharisäertum. Die Schutzjuden dieser Liberalen sind übrigens an andere Behandlung nicht gewöhnt. Die schäbigen Helotendienste, die sie der liberalen Partei leisten, bringen ihnen nicht Ehre und Dank, ihr kein Glück und keine Rettung. Unrühmlich geht sie an ihrer Erbsünde, der politischen Feigheit und Halbheit, zu Grunde. Es ist immerhin ein Fortschritt, wenn die Gablonzer Juden der ihnen gnadenweise zugedachten Stellung als Paradejuden eines arischen Turnvereines keinen Reiz abgewinnen können und auch auf das ihnen eingeräumte Recht der Beitragsleistung verzichten. Nicht jeder deutsche Jude hält so rein, wenn die antisemitische Razzia ihn ereilt. Gewöhnlich werden sie hinausgepfeffert und zahlen lustig weiter. Ihr Geld behält ja seinen guten Klang, wenn auch Moral und Selbstachtung darob in die Brüche gehen. Noblesse oblige! (Jadische Volksstimnie.) Vom XV. Kreise (Deutsch - Österreich) der Deutschen Turnerschaft berichtet das letzte Heft der „Deutschen Turnzeitung": „Der Kreisturnrat hat in seiner Sitzung am 2. und 3. November in Wien beschlossen, in Durchführung der Beschlüsse des Kreisturntages zu Pfingsten in Wien an alle jene, dem Kreise angehörigen Turnvereine, welche den Pfingstbeschluss, satzungsgemäss nur Deutsche arischer Abkunft als Mitglieder aufzunehmen, noch nicht nachgekommen sind, die Aufforderung zu richten, dies bis 20. Dezember dieses Jahres zu thun. Jene Vereine, die bis zu diesem Tage keine oder eine ablehnende Erklärung abgegeben haben, sollen dann als aus dem XV. Kreis und damit auch als aus der Deutschen Turnerschaft ausgeschieden betrachtet werden." Fürs praktische Turnen. Barren hochgestellt, mit elastischem Brett. Alle Übungen beginnen aus dem Seitstande mit Anlauf. Durch die hohe Wende (r., 1.) 1. Sprung i. d. Querstütz und gleichzeitiges Aufschwingen in das Hand stehen. Wende (r. 1.) ab. — 2. Wie 1, aber aus dem Handstehen durch die flüchtige Stützwage Senken in den Oberarmhang, Oberarmkippe u. sofortige Wende (r., 1.) mit 14 Drehung (I., r.) ab. — 3. Wie 2, aber nach der Oberarmkippe Stützkehre, Rolle vorw. in don Stütz und sof. Wende r. (1.) mit l 2 Drehung 1. (r.) ab. — 4. Wie 3, aber nach der Rolle vorw. Kreisspreizen 1. des r. Beines zur Vorhebhalte beid. Beine, Rolle vorw. in den Oberarmhang, sofortige Rolle rückw. in den Oberarmhang, Kippe, sofortiges Aufschwingen in das Handstehen, Uberschlag seitlings (r., 1.) ab. — 5. Wie 2, aber nach der Oberarmkippe Rolle rückw. i. d. Stütz, Kreisspreizen r. des I. Beines, Kreisspreizen 1. des r. Beines, Rolle rück- " wärts i. d. Stütz u. sofort Kehre r. mit Va Drehung 1. ab. — ti. Wie I. aber aus dem Handstehen übergehen i. d. Ellhang, Ellhangkippe i. d. Stütz, Kehrschwingen I. beider Beine über den r. Holm, Kreiskehre r. ab. — R. Pollak, Turnlehrer am 1. Wiener jüU. Turnverein.