Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 7/8 (7.1901)
- Date
- 1901-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7/8. gestiegen ist. Frauenabteilungen besteben 950 mit 27 010 Mitgliedern. Gaue giebt es 281 in den 18 Kreisen. Aus dem Berichte des Kassenwarts geht hervor, dass die Kasse der Deutschen Turnerschaft ein Vermögen von rund 43O0O Mark, nnd die Kasse der Stiftung zur Errichtung deutscher Turnstätten einen Kassenbestand von 41 000 Mark besitzt. Schulrat Prof. Dr. Enler-Berlin hat dem Ausschusse seine ausserordentlich wertwolle, reichhaltige Sammlung von Schriften und sonstigen Erinnerungsstücken, Briefen u. s. w. von Friedr. Ludw. Jahn als Geschenk für das Jahnmuseum angeboten, was von dem Ausschusse mit herzlichstem Danke angenommen wird. Der Haushaltsplan wird auf 20 50.) Mk. in Einnahme und Ausgabe festgestellt. Das nächste deutsche Turnfest wird am 23. bis 26. Juli 1903 in Nürnberg abgehalten werden und mit Rücksicht darauf der in diesem Jahre fällige deutsche Turntag auf das Jahr 1904 verschoben. Eingehende Beratung fand die Aenderung des Kreisgrundgesetzes des XV. Kreises, Deutsch-Oesterreich, wonach nur solche Vereine dem Kreise angehören können die nur Deutsche (arischer Abkunft) als Mitglieder aufnehmen, und die Beschwerde der davon betroffenen Vereine. Der Ausschuss rausste nach Massgabe der grundgesetzlichen Bestimmungen diesen Beschluss als gesetzlich anerkennen, erklärte es aber als seine Pflicht, die durch den Beschluss des XV. Kreises mit Ausschluss bedrohten Vereine zu schützen. Soweit der Bericht. Zwei Möglichkeiten bestehen: die füdisch-freisinnigen Turnvereine den ausländischen gleichzustellen d. h. ihnen unmittelbare Zugehörigkeit zur deutschen Turnerschaft z i geben, d. h. sie zu isolieren, oder den XV. Kreis so zu teilen, dass zu dem einen die arischen, zu dem andern die judenfreundlichen resp. jüdischen Vereine zählen. Dies letztere wird wahrscheinlich geschehen. Dies aber hiesse dem Sinne des Grundgesetzes der deutschen Turnerschaft ins Gesicht schlagen. Denn zu einem Kreise können nach dem Statut nur die örtlich zusammenliegenden Vereine zusammengefasst werden. Die österreichischen, antisemitischen wie semitischen, Vereine aber, welche durch einander zerstreut liegen, können demnach nur einen Kreis bilden! Wir sind gespannt, wie man sich aus diesem Dilemma heraushelfen wird.