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Jüdische Turnzeitung · 1901-07-01 · 7/8 (7.1901) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
7/8 (7.1901)
Date
1901-07-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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No. 7/8. 98. civilen Preisen. Und vor der Burg preist ein Momentphotograph seine Gruppenbilder an das „Stück für nur eine Mark, gleich zum Mitnehmen." Wir waren wirklich „mitgenommen" — — Drittes Bild. Kahla und die Leuchtenburg. Kahla an der Saale ist ein altertümliches Städtchen, in das das Maschinenzeitalter seinen Fuss schon hineingesetzt hat. Industrielle Anlagen, deren Namen dem Börsenmenschen geläufig sind, bauen sich hier neben altersgrauen, mit merkwürdigen Erkerchen, Vor- und Ueberbauten versehenen Häuslein auf und werden ihnen den Boden Schritt für Schritt weiter abringen, so dass dieselben bald nur in Nebenstrassen ihr beschauliches Dasein ungestört führen werden. Aber dieser Sieg der Neuzeit wird auch in Zukunft den in die Natur flüchtenden Grossstädter kaum davon abhalten, Kahla gern und wieder aufzusuchen, lockt doch die liebliche Lage des Saalestädtchens und vor allem die Leuchtenburg, die wie keine andere diesen Namen verdient, den Wandersmann mit mächtiger Kraft an. Kahla ohne die Leuchtenburg wäre Rom ohne den Papst. Die Aussicht von der Leuchtenburg ist überreichlicher Lohn für die geringen Mühen des Weges. Wenn man auf die Gallerie des Turmes tritt, ist man von dem Reiz und der Anmut des Panoramas entzückt, besonders vor Sonnenuntergang. In den zartesten und weichsten Konturen ist die Landschaft gezeichnet, Berge und Thäler heben sich relietartig ab. Nichts Groteskes und Wildromantisches. Wir verfolgen die in wunderbarer Gleichmässigkeit sich hinziehenden Gebirge, deren gigantische Schatten auf den Zwischenthälein lagern. Zu beiden Seiten der Saale tritt das Gebirge weit zurück, in ihren Fluten spiegeln sich zahlreiche schmucke Städtchen und Dörfer, in weiter Ferne Jena, das wir erst vor kurzem verlassen haben. Viertes Bild. Vom Schwarzathal zum Trippstein. „Ihr dürft in keinem Falle längs der Schwarza hinaufstreben, denn dort sind wilde Klippen und unheimlicher Bannwald, der den Nachtgöttern geweiht ist, und jedermann fürchtet das Thal wegen der Gespenster." So heisst es in Freytags „Ahnen." Heute wagt sich selbst die ängstlichste Dame ohne Zaudern in das weltberühmte Felsenthal der Schwarza, und statt der Gespensterfurcht beherrscht häufig der hellste Ueberruut die Herzen der reiselustigen Jugend. Ein übermütiges Stücklein von unserer Fahrt: Auf dem Wege nach dem Tripp-

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