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Jüdische Turnzeitung · 1901-05-01 · 5 (5.1901) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
5 (5.1901)
Date
1901-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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No. 5. 64. unserer Zeit sind. Ganz allmählich musste dem krankhaft durchgeistigten Judenvolk die Erkenntnis von dem Wert der Leibesübungen erwachsen. Sobald dies geschehen war, warf es sich mit dem seinem Temperament eigenen Feuereifer auf die emsige Bethätigung körperlicher Uebungen, ein Gebiet, das für ihn nun auch den Reiz der Neuheit besass. Der gute Kern des jüdischen Stammes, den seine in der Religion gegebenen hygienischen und sanitären Gebote und Lehren in vorsorgender, prophylaktischer Weise vor Gefahren bewahrten und Entbehrungen aller Art leichter ertragen liessen, kam jetzt zum Vorschein. Das eben erst dem Ghetto entronnene Volk versuchte es, sich an sportlichen und turnerischen Wettkämpfen aller Art zu beteiligen und hat die Palme körperlicher Tüchtigkeit öfter errungen, als es seinen hämischen Neidern angenehm sein konnte; indes die Massen hatten noch die matten Ghettoherzen ihrer Vorfahren. Wenn auch noch heutigen Tages Tausende jüdischer junger Leute sich von allen Leibesübungen ängstlich fernhalten, so ist doch Vieles besser geworden und gerade die Gegenwart lässt Günstiges erhoffen, in der mit dem Verständnis für Nationalismus auch das Verständnis für die edle Turnkunst sich Bahn zu brechen beginnt. In der Geschichte des jüdischen Volkes vollzieht sich seltsamerweise derselbe Prozess, den wir bei den Einheitsbestrebungen der deutschen Nation zu beobachten Gelegenheit hatten: sie setzte ebenfalls mit einer nationalen Turnbewegung ein. Wir fassen unsere Meinung dahin zusammen, dass die osteuropäische Judenheit sich im Stadium der Degeneration befindet, während die Juden der übrigen Länder die Entartung bereits zum Teil überwunden haben und der körperlichen Wiedergeburt zustreben. , Diejenige physische Minderwertigkeit der Juden, welche von den Einwirkungen des Ghettos meist in Verbindung mit drückender Armut, herrührt, ist zu beseitigen durch Aufbesserung der allgemeinen ökonomischen Lage; erst wenn erträgliche Zustände hergestellt sind, kann man an die Errichtung von Sport- und Turnvereinen gehen. Vor allem ist die unsinnige, in jeder Hinsicht schädliche Erziehungsmethode, die die Kinder der osteuropäischen Juden in geradezu unglaublicher Weise geistig überbürdet, einer gründlichen Reform zu unterziehen, damit der Wirklichkeitssinn geweckt werden und die moderne Kultur ihren Weg selbst tief in Russlands Herz hinein finden könne. Für die übrigen Juden empfiehlt es sich, besonders

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