Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 4 (4.1901)
- Date
- 1901-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4. 53geleitet von ihrem Turnwart R. Soldin. Die zum Teil ungewöhnlich schwierigen Übungen, welche vielfach das Cebiet der Akrobatik berührten, wurden mit vorzüglicher Haltung ausgeführt. Den Schluss des Barrenturnens bildeten drei Barrenpyramiden, die einen langanhaltenden Beifall fanden. Schliesslich sprachen noch die Vertreter einiger befreundeter Vereine, dann wurde die Tafel aufgehoben und der Tanz trat in seine Rechte. Um V27 Uhr morgens begaben sich die letzten Festteilnehmer — es waren 225 Personen erschienen — nach Hause. Der durch keinen Missklang gestörte, ausgezeichnet verlaufene Abend wird den Tänzerinnen und Tänzern, sowie den Übrigen, die sich an dem bunten, frohen Gewimmel zuschauend ergötzten, noch lange eine angenehme Erinnerung sein. H, J. Personalien aus dem Jüdischen Turnverein „Bar Kochba". (Wintersemester 1900/1901). Referendar G. Wunderlich bestand sein Assessorexamen und Hess sich in Oppeln als Rechtsanwalt nieder. — Unser früherer .Turn wart, cand. med. Emil Hirsch, bestand in Kiel sein medizinisches Staatsexamen. — Die Soldaten des „Bar Kochba": Es dienten unser Turnwart cand. med. R. Blum in Spandau, Littmann bei den Gardeschützen, Bloch in Brandenburg, cand. med. J. Citron in München. — Im April traten ins Heer ein: Dr. E. Hirsch als Unterarzt in Berlin, cand. jur. J. Heilbrunn, bisher stellv. Schriftwart, in Leipzig. — Diese Herren schieden für die Dauer der Militarzeit aus dem Verein aus. Bukarest. Gutem Vernehmen nach plant der hiesige Turnverein „Aurora" eine Turnfahrt nach Konstantinopel zu dem dortigen „Israelit. Turnverein". Olraütz. Auf dem am 24. und 25. Marz tagenden österreichischen Zionistentag wurde u. a. beschlossen, wo nur die Möglichkeit vorhanden sei, jüdische Turn- und Sportvereine mit nationaljüdischen Tendenzen ins Leben zu rufen. — Früher bereits hatte „Die Welt" berichtet, dass in Olmütz und Lemberg jüdische Turnvereine wegen der in deutschen Turnvereinen herrschenden antisemitischen Strömung gegründet werden sollten. Mahrisch - Ostrau. Das jüdische Volksblatt (Wien) berichtet über den guten Stand der jüdisch - nationalen Bewegung in Mähr.-Ostrau. Der Grund für diese erfreuliche Umwandlung liege in der Errichtung jüdischer Turnvereine! „ ... In kurzen Abstanden entstanden der Ostrauer jüdische Turnverein und der Privozer jüdische Turnverein. Indem wir die genannten jüdischen Turnvereine aufbauten, hielten wir uns stets vor Augen, dass ein Turnverein — möge er welcher Nation immer angehören — der Herd des Nationalismus ist, wo das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Mannesbewusstsein nie erlischt. Andrerseits schwinden im jüdischen Turnverein — ein Erbübeljier hiesigen jüdischen Gesellschaft — jedes Klassenbewusstsein und alle Standesunterschiede . . ."