Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 3 (3.1901)
- Date
- 1901-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 3. 43- Turnen, Tanz und Turnen etc. etc. Die übrigen 220 Seiten sind ausgefüllt mit der für den Laien wie für den Fachmann gleich anschaulichen Darstellung von Turnübungen, Uebungsgruppen, Reigen und Spielen der Mädchen und Frauen. Es ist ein Vergnügen, auf Schritt und Tritt zu beobachten, wie liebevoll geradezu der Verfasser die Auswahl der Uebungen getroffen, wie er es verstanden hat, unter Beibehaltung der einfachen Grundformen durch geschickte Verbindungen neue, einfache und äusserst anregende Uebungsgruppen zusammenzustellen und wie er erfolgreich bemüht ist, charakteristische und anmutige, aber doch nicht zu schwere Reigen zu kombinieren, deren Aufführung sicherlich allenthalben Beifall finden dürfte. Das eigentliche Geratturnen lässt der Verfasser, wie es der Natur des Frauenturnens ganz entspricht, mehr in den Hintergrund treten, ohne etwa dasselbe kursorisch zu behandeln; denn die für Frauenabteilungen sich eignenden Uebungen werden eingehend dargestellt, nur sind die lediglich für Männer in Betracht kommenden mit Recht gänzlich fortgelassen. — Wir empfehlen nochmals jedem Verein, der eine Frauenabteilung besitzt oder eine solche zu errichten gedenkt, eindringlichst die Anschaffung des Schützerschen Buches, das übrigens nur vier Mark kostet. Eine Fülle von Belehrung und Anregung wird ein Jeder aus dieser Lektüre empfangen und bald einsehen, dass dasselbe nicht bloss eine wertvolle Bereicherung der Vereinsbücherei bedeutet, sondern für das Gedeihen der Frauenabteilungen von grösstem Werte ist. M. Z. Die Erziehung zum Mute durch Turnen, Spiel und Sport. Die geistige Seite der Leibesübungen von Prof. Dr. Konrad Koch. R. Gaertners Verlagsbuchhandlung. Berlin 1900. Das höchst bedeutsame Werk, welches von grosser, einheitlicher Auffassung ausgeht, stellt das Turnen als wesentliches Erziehungsmittel des Charakters, insbesondere des Mutes, hin; frei von jener einseitigen Anschauung, welche im Turnen allein das Heil erblickt, redet es auch der Pflege eines vernünftigen Sportes und des Spiels das Wort. Wir stimmen durchaus der in der „Deutschen Litteraturzeitung XXII. Jahrg., No. 1 enthaltenen Bemerkung bei: „Das Kochsche Buch ist in gleicher Weise ausgezeichnet durch wissenschaftliche Gründlichkeit und durch Gefälligkeit der Darstellung". Dem gebildeten Laien, besonders aber dem Erzieher, sei Kochs Schrift aufs Wärmste empfohlen. Vergl. unsern Leitartikel. H. J. Fürs praktische Turnen. (S. auch No. I der Jüd. Turnztg. S. 14 f.) Die verschiedenen Körperachsen. Den drei Dimensionen des Raumes entsprechend unterscheidet man auch bei dem menschlichen Körper drei Achsen: die Längsachse, welche man sich vom Scheitel bis zu den Fersen gezogen denkt, und um die man sich entweder links oder rechts dreht; die Breitenachse, die von einer Hüfte zur andern geht, und um welche man sich entweder vorwärts oder rückwärts dreht, und die Tiefenachse, die vom Leib (von der Bauchwand) bis zum Rücken gezogen ist; die Drehungen um diese geschehen entweder links oder rechts,