Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 2 (2.1901)
- Date
- 1901-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Jüdischen Turnverein „Bar Kochba", Berlin. Redactiousausschuss: Hermann .Talowicz, N., Schönhauser Allee 182a; Max Zirker, N., Krausnickirtr. 16. Das Blatt erscheint in der Mitte eines jeden Monats. Alle Einsendungen, Geldbeträge und Abonnementsbestellungen sind an H. Jalowicz zu richten: auf die Redaction bezttgl. Sendungen müssen bei demselben bis zum 5. jedes Monats einlaufen. Abounementspreis (incl. Porto) Hlr Deutschland und Oesterreich-Ungarn jahrlich Mk. 9,—, für alle übrigen Länder Mk. 2,50, einzelne Nummern 20 Pfg. No. 2. Februar 1901. II. Jahrgang. Jüdische Erziehungsprobleme. Von Or. Moses-(Mannheim). Als im Jahre 1882 der preussische Kultusminister v. Qossler für die Belebung des Turnens und der Turnspiele in der deutschen Jugend eintrat, wurde seinErlass als der bedeutsamste des Jahrhunderts gepriesen. Man erkannte, dass in unserem nervösen Zeitalter nur die Zuführung der frischen frohen Körperbethätigung, des frohen Wagemutes, die Jugend vor dem Aufbrauche der Nervenkraft zu schützen vermöge. Wir mussten deshalb auch das Auftauchen turnerischer Bestrebungen in jüdischen Kreisen lebhaft begrüssen. In dem der nervösen Entartung zusteuernden Volksstamme Lust und Liebe an körperlicher Uebuug und an all den dem Turnen anhaftenden einfachen, nervenerfrischenden Genüssen zu propagieren, war ein verdienstvolles Werk, das des Beifalls von uns Aerzten im voraus sicher war. In den jüdischen Turnvereinen in ihrer jetzigen Anfangsgestalt möchten wir die Anlage zu kräftigen Abwehrvereinen gegen die einseitige bedrohliche Betonung des Intellektualismus in der jüdischen Erziehung erblicken. Schon jetzt erweitern diese Vereine ja ihre Aufgaben, indem sie die Scharen zu Spielen vereinigen, sie zu gemeinschaftlichen Fahrten in die Natur hinausführen, harmlose Geselligkeit pflegen u. s. w. Und wenn natürlich solche Vereine nicht die Aufgaben der häuslichen Erziehung übernehmen und wir nicht die Kinder hineinstecken können, so ist es der Geist, der über ihnen waltet,