Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 1 (1.1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1. 11. begründete Vorurteile gegen die Juden zu zerstreuen. Was könnten wir leisten, welchen Eindruck würden wir nach Aussen hin hervorrufen, wenn jene glänzenden Turner, welche als Mitglieder der deutschen Turnerschaft erste Preise daheim und draussen erringen, ihre Kräfte in den Dienst der jüdischen Sache stellen würden. Doch wir sind unverzagt. Langsam, aber mit zäher Sicherheit sind wir, allen Schwierigkeiten zum Trotz, vorwärts gekommen; der Verein, der jetzt etwa 210 Mitglieder zählt, hat einen fast doppelten Zuwachs erhalten. Nach heissem Bemühen ist es uns gelungen, von der jüdischen Gemeinde die Turnhalle der jüdischen Knabenschule für 3 Abende in der Woche zu erlangen, ein Erfolg, dessen Wirkung erst im Laufe dieses Jahres zu Tage treten kann. Unsere wackeren Mitglieder der Männer-Abteilung mussten die Unbequemlichkeit, die mit einem Turnbetrieb in 2 verschiedenen Hallen verbunden ist, bisher in den Kauf nehmen. Sie sind uns und sich treu geblieben. Die Disciplin hat sich ausserordentlich gefestigt und schützte den jüdischen Turnverein .Bar Kochba" vor einer Spaltung, welche ihm anlässlich der Stellung der Frauen- Abteilung in der krisenreichen Zeit des Juli drohte. Jetzt ist der »Bar Kochba" innerlich mehr erstarkt, denn je. Eine Lehrlings- Abteilung giebt gute Hoffnung auf tüchtigen Nachwlfchs, gesellige Abende — beides vom Turnwart Zirker angeregt — erhöhen die freundschaftlichen Beziehungen unter den Mitgliedern und erheben das nationale Empfinden unserer Mitglieder. So manche Fährlichkeit haben wir bereits überwunden und noch manche Klippe droht uns. Aber unser Schifflein kann und wird nicht scheitern, solange die Liebe und die Begeisterung dauert, die wir unserem Volkstum schulden. Solange wir uns und unserem Ideal treu bleiben, sind wir unbesiegbar. — Die Teilnahme an allen turnerischen Angelegenheiten in unserm Verein, insbesondere der Besuch der Turnstunden war ein viel regerer als ehedem. Die Zahl der praktischen Turner im Verhältnis zu den zeitweilig oder dauernd Dispensierten und den Passiven Mitgliedern wuchs ungemein. Beteiligen sich doch regelmässig über 80% der Mitglieder der Männer-Abteilung an den Turnstunden. Dass die nachfolgende Statistik eine derartige prozentuale Höhe nicht aufweist, liegt daran, dass nur eine Turnstunde obligatorisch, die andere fakultativ war; daher musste die sich ergebende Durchschnittsziffer des Turnbesuchs weit hinter der eigentlichen zurückbleiben. Turnabende mit mehr als 70 Personen