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Jüdische Turnzeitung · 1900-08-01 · 4 (8.1900) · p. Seite 34

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
1 (1900)
Issue
4 (8.1900)
Date
1900-08-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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3*. dumpfen Ghetto zu entreissen, was liumaue Bemühungen trotz der grössten Opfer vergeblich' versucht hatten, jetzt ward es angebahnt. Begeistert scharten sich die jungen Männer um das nationale Banner, sie schufen Korporationen zur Pflege der Leibesübungen, sie lernten mit erwachendem Selbstbewusstsein sich bald als Vollmenschen fühlen. Der moralische Wert nationaljiidischer Turnvereine für Westeuropa und insbesondere Deutschland lässt sich nicht mit wenigen Worten skizzieren. Mehr und mehr dringt die natioualjüdische Bewegung vor, die bisher schlummernden Gewissen erwachen und öffnen sich dem erhebenden Gefühl eines berechtigten Nationalstolzes, der freie Männer ziert. Es gilt das Werk der Selbstemancipation durchzuführen. Dazu gehört Festigkeit gepaart mit Mut — aber wir haben jetzt jüdische Turner. Der Turnverein „Bar Kochba" ist ein Sohn der zionistischen Organisation und alle späteren Turngemeinschaften sind deren Enkelkinder. Daher fühlen wir uns den Zionisten gegenüber zu Dankbarkeit verpflichtet und wollen ihnen nicht den Zoll vorenthalten, der ihnen gebührt. Wir sprechen dem Kongress, jener gewaltigsten und imposantesten Nationalversammlung von Juden aus allen Ländern der Welt, dem Kongress, der in diesem Monat in London tagen wird, unsere innigsten Wünsche für das Gedeihen derjenigen Bestrebungen aus, an denen alle Nationaljuden ohne Ausnahme mitzuarbeiten verpflichtet sind. t i 1 Hermann Jalowicz. Bar Kochba und seine Zeit, eine entwicklungsgeschichtliche Betrachtung. Von Eugen Tänbler. Fünfzig Jahre nach dem vespasianischen Kriege stand Juda von Neuem in Waffen gegen Rom. Ein Vergleich der beiden sich gegenüberstehenden Mächte lässt diese Thatsache fast unglaublich erscheinen. Was machte sie möglich? Rom und Juda in gleicher Weise. — Die Regierangszeit des Herodes, den die Geschichte mit halbem Recht den Grossen nennt, bedeutete für das jüdische Volk den letzten Akt staatlichen Eigenlebens. Schon in dieser Periode zeigte dasselbe einen deutlichen Treibhauscharakter. Denn seit dem babylonischen Exile war man geradezu systematisch an der Arbeit, jedem politischen Leben die Existenzmöglichkeit zu untergraben. Esra's Scheinstaat brauchte, weil in ein theokratisches System gezwängt, eine weltliche Grossmacht als Schutz und fand sie im Seleucidenreich. Und wenn die Hasmonäer in den Glanztagen von 167 das jüdische, Volk von dieser

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