Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 3 (7.1900)
- Date
- 1900-07-01
- Page
- Seite 26 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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heiligen Lande wohnten. Al» Beweis führen sie auch ihre Namen an, die zum Teil aus der ältesten Epoche der jüdischen Geschichte stammen und sich bei den europäischen Juden nicht mehr vorfinden. Wir hören Namen wie Otbniel, Amwaäab, Boas, Jebo, Mamre, Gamliel, Nach schon, Eldot, Joel oder weibliche wie Abigail, Penina, Sulamith, Awigasch, Jemima v. s. f. Wahrscheinlich blieben sie noch Jahrhunderte lang an ihren Wohnstätten in Medien und vermischten fich hier mit dem iranischen Stamm der Taten; da» bewirkte, daß heidnische Elemente in ihre Religion eindrangen und ihre hebräische Sprache durch diejenige diese» Volk», da» sog. Tati, verdrängt wurde. Erst später kamen sie in den Kaukasu«, vielleicht vor den Verfolgungen der Gafsaniden fliehend. Die Bergjuden müssen später noch einmal mit ihren babylonischen Stamme»- genoffen zusammengekommen sein uyd hierbei die talmudischen Lehren angenommen haben. Da» Talmudstudium scheint in einer gewissen Zeit, in welcher sie auf einer höheren Stufe der Bildung standen, eifrig gepflegt worden zu sein, wie Benjamin v. Tudela, und andere Reisende bezeugen. Diese Blütezeit fand ein Ende, al» die Araber in den Kaukasu» einbrachen und den J»lam gewaltsam verbreiteten. Wahrscheinlich hatten damal« die Bergjuden schwere Kämpfe zu bestehen und nahmen ihre jetzigen Wohnsitze erst nach längeren Wanderungen ein. Dan^ gestaltete sich aber da» Verhältni» zu ihren Nachbarn zu einem friedlichen und freundlichen,. sie nahmen viel von ihrer Lebensweise und ihren Sitten an und waren in. diesem Jahrhundert in dem Freiheitskampf Daghestan« gegen Rußland unter Schamyl die tapfersten und treuesten Kampfgenossen. Seit 1883 besitzen sie im Gegensatz zu den anderen russischen Juden die volle Gleichberechtigung mit den übrigen Einwohnern. Auch heute ist da» Verhältnis zu ihren Nachharn, dem tartarifchen Volksstamm der Lesghier, welche dem Islam angehören, «in vortreffliche», es kommen sogar einzelne Fälle von Blutssreundschaft zwischen ihnen vox. Gegen die europäischen Juden haben sie dagegen häufig einen fanatischen Haß, der durch da» rohe Benehmen jüdischer Soldaten nach der Eroberung de» Lande» verstärkt wurde; da» beweist u. a. ein Sprichwort: „Es ist nicht gut, einen Eschgenefi durch einen Schnitt in den Hal» zu töten, man muß ihn in den Nacken stechen, um ihn länger zu quälen." (Fortsetzung folgt.) Au» der jüdischen Turnerwelt. Mährisch-Gpra«. vor kurzer Zeit fand die konstituierende Versammlung des jüdischen Turnvereins statt, tvem die Vstrauer Verhältnisse bekannt find, und die Abneigung, mit der dir „berufenen Faktoren" unter den Herren „Israeliten" solchen Dingen gegenüberstehen, wird diese Meldung zu würdigen wissen. Trotzdem der Mährisch-Gstrauer