Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 1 (1900)
- Issue
- 3 (7.1900)
- Date
- 1900-07-01
- Page
- Seite 21 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische TurnMung OffieielleS Organ des Jüdischen Turnvereins „Bar Kochba”, Berlin. K.edaktionsauzschu>t: Hermann Jalowicz, N., Schönhauser Allee x8aa;' Richard Blum, C, Rosenthalerstr. 72; Max Zirker, N.» Krausnickstr. 16. Das Matt erscheint in der ersten Woche eines jeden Monats. Einsendungen müssen spätestens am 20 jedes Monats bei H. Jalowicz einlaufen; Geldsendungen und Abonnementsbestellungen sind an R. Blum zu richten. Bezugspreis för Nichtmitglieder (ind. Porto 1 jährlich Mk. 2,— , einzelne Nummern so Pfg. JW 3, Juli 1900.’Jahrgang Zweck und Wert der Turnfährten. Von Max Zirker, In neuerer Zeit wird in Turnblättern vielfach die Frage behandelt, ob Turnfahrlen wissenschaftlichen Charakter tragen sollen d. h, ob es ratsam ist, auf ihnen an den uns begegnenden Erscheinungen wissenschaftliche Erörterungen aus dem Gebiet der Geschichte und der Naturwissenschatten etc. zu knüpfen, ja sogar diese als den Hauptzweck der Turnfahrten hinzustellen. Abgesehen von der Unmöglichkeit der thatsächlichen Durchführung dieser Forderung — denn wo in kleineren Städten oder gar erst auf dem Lande die nötigen Lehrkräfte herzunehmen sind, verschweigen wohlweislich die Vertreter dieses Antrages — so ist auch gegen die Zweckmässigkeit dieser Forderung an sich mancher Einwand erhoben worden, und — die Frage über den Zweck der Turnfahrten war aufgerollt. Sollen Turnfahrten botanische, zoologische, geologische, historische Excursionen sein? Sollen sie uns andererseits zu recordsüchtigen Kilometerfressern herausbilden, oder uns auf ausgetretener Heerstrasse mit den im Baedecker besternten Aussichtspunkten bekannt machen? Nein, Turnfahrten haben vielmehr denselben Zweck wie das Turnen: Sie sollen, wie Jahn vom Turnen verlangt, „die verloren gegangene Gleichmässigkeit der menschlichen Bildung wiederherstellen, der bloss einseitigen Vergeistigung die wahre Leibhaftigkeit zuordnen, der Ueberfeinerung in der wiedergewonnenen Männlichkeit das Gegengewicht geben und im jugendlichen Zusammenleben den ganzen Menschen umfassen und ergreifen.“ Die Türnfahrten sind also in erster Linie ein wesentliches Mittel turnerischer Erziehung. Dass sie freilich, nicht jene allseitige Durchbildung des Körpers, welche das Turnen erzielt, herbeiführen können, liegt in ihrem Wesen. Nur eine einzige Bewegung. die des Marschierer, kommt auf Turnlahrten in Betracht. Aber darum erscheinen sie im Verhältnis zum Turnen durchaus nicht minderwertig, denn gerade diese eine Bewegung übt, lange und kräftig 3