Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Centralbüros für Jüdische Auswanderungsangelegenheiten des Hilfsvereins der Deutschen Juden
- Volume
- 1904
- Issue
- 1 (15.12.1904)
- Date
- 1904-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Hilfsverein der Deutschen Juden. Grossloge für Deutschland VIII. U. 0. B. B. KORRESPONDENZBLATT des „Centraibureaus für jüdische Auswanderungsangelegenheiten". No, x. Ausgegeben am 15. December 1904. P. T. *■ Die Maßnahmen, welche die verschiedenen jüdischen Organisationen in bezug auf eine durchgreifende Regelung aller Auswanderungsangelegenheiten zu treffen haben, können, um entsprechend wirksam zu sein, einer gewissen Einheitlichkeit nicht entbehren. Damit nun die notwendige Übereinstimmung ermöglicht, der Zusammenhang zwischen den örtlich so weit getrennten Organisationen herbeigeführt und dauernd aufrecht erhalten werde, erschien es zweckmäßig, durch ein periodisch erscheinendes „Korrespondenzblatt" den erforderlichen Meinungsaustausch zu erleichtern. Das Korrespondenzblatt, das heute in seiner ersten Nummer vorliegt, wird so oft ausgegeben werden, wie das Bedürfnis sich einstellt, Mitteilungen an die Komitees, Vertrauensleute und Vereine weiterzugeben, und es wird nur an diese versandt. Darüber hinaus ist es für die Öffentlichkeit nicht bestimmt/ 1. Die Konferenz in Frankfurt a. M. vom 4. und 5. Dezember 1904. Es war einhocherfreulichesBild, als die großen jüdischen Organisationen, welcher Richtung im Judentum sie auch angehören mochten, sich einmütig am 4. und 5. Dezember d. J. in Frankfurt a. M. zusammenfanden, um über die ernste und brennende Frage der jüdischen Auswanderung zu beraten. Auch diejenigen, die Vertreter zu entsenden verhindert waren, ließen keinen Zweifel darüber, daß sie den Beratungen ihre vollste Sympathie entgegenbringen, und daß sie an der Ausführung der gefaßten Beschlüsse sich beteiligen werden. Die Einzelheiten über die Einberufung, die Beschickung und den Verlauf der Konferenz sind bereits anderweitig veröffentlicht und allen Beteiligten zugesandt worden. Die Beschlüsse aber, von deren Ausführung die Wirkung zu erhoffen ist, daß der jetzt herrschenden Verworrenheit in allen jüdischen Auswanderungsangelegenheiten so bald und soweit als möglich ein Ziel gesetzt werde, sollen ihrer grundlegenden Bedeutung und Wichtigkeit wegen an dieser Stelle wiederholt werden. Sie lauten: Davon ausgehend, daß in keiner Weise irgend etwas unternommen werden darf, was zur Auswanderung ermuntern könnte, wird beschlossen: 1. Daß die einzelnen Länder Vorsorge treffen, damit die europäische Auswanderung von Land zu Land überwacht werde. 2. Daß ein Bureau mit dem Sitze in Berlin für Informationszwecke gebildet wird. Die daselbst eingehenden Informationen werden den zuständigen 'rganisationen zur Verfügung gestellt; die Organisationen behalten das Recht der unmittelbaren Einziehung von Informationen. Das Bureau in Berlin wird seitens des „Hilfsvereins der Deutschen Juden" und der „Groß-Loge für Deutschland" VIII. U O. B. B. ins Leben gerufen. 3. Daß periodische Konferenzen zur Behandlung der östlichen Emigrationsfragen zusammentreten. Die Einberufung steht dem Vorsitzenden des Berliner Bureaus für Informationszwecke zu, oder sie findet statt auf Antrag einer der großen jüdischen Wohlfahrtsorganisationen 2. Die Konstituirung des Centraibureaus. Gemäß den oben wiedergegebenen Beschlüssen (No. 2 Abs. 2) der Frankfurter Konferenz traten am 11. Dezember Mitglieder des „Hilfsvereins der Deutschen Juden" und der „Großloge für Deutschland VIII U. O. B. B." "zu einer gemeinschaftlichen Sitzung zusammen, um die zur Konstituierung des Centralen Bureaus für Informationszwecke in Auswanderungsangelegenheiten nötigen Schritte zu thun. Anwesend waren die Herren: Siegmund Bergel, Oscar Berlin, Justizrat Cassel, Dr.Ellstätter, Sanitätsrat Dr. Maretzki, Dr. Paul Nathan, James Simon und Justizrat Timendorfer. In dieser von Herrn James Simon geleiteten Versammlung wurde bestimmt," eine Kommission zu wählen, die als oberste Aufsichtsbehörde für das Centraibureau fungieren soll. Gewählt wurden die Herren Dr. Paul Nathan als Vorsitzender, Justizrat Timendorfer als stellvertretender Vorsitzender, Siegmund Bergel, Dr. Ellstätter und James Simon. Die Beratungen drehten sich um die Frage, auf welche Weise der Zusammenhang zwischen den einzelnen Organisationen in den verschiedenen Ländern gewahrt werden könne. Denn es sei durchaus erforderlich, daß alle in steter gegenseitiger Fühlung bleiben. Herr Dr. Nathan, der auf diese Notwendigkeit hingewiesen hatte, schlug vor, daß ein periodisch erscheinendes Korrespondenzblatt vom Bureau in Berlin je nach Bedürfnis für diese Zwecke h<:ran.sgftge1)<*n werden solle. Diese Ansicht wurde von - #w 'Wr1