Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand UB Ffm
- Issue
- Januar 1939
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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2. Umzugsgui stände von Einwan- Möbel, Werkzeug« und Gebrauchsgegensti derem sind bis r eu einem Zollbetrage von 1000 Gold-Dell ar für Jede» Familienmitglied zollfrei; vom Oberschießenden Betrage muß Zoll bezahlt werden. Diese Zoll Vergünstigung wird nur gewahrt, wenn der Einwanderer ein* vom chilenischen Konsulat beglaubigte Aufstellung seines Umzugsgutes vorlegt, aus der hervorgeht, daß ea sich um Gegenstände handelt, die zum persönlichen Gebrauch des Einwanderen dienen und Eigentum des Einwanderers sind. — Der Zoll für Möbel ist sehr hoch S. Ausstattungsand Heiratsgut ist nicht zollfrei. . - ■ ' ^V'^j^t*,"'?.' 7';,!'^r^-^sT'^.S;-'- ».■;;';<''-• flfcft ... , 1. Natur und Haupteinteilung de* Lande« Chile ist ein ausgesprochener Kastenstaat, der sich in einer Länge,von zirka 4000 km und einer Breite von nur, etwa 200 km zwischen dem Stillen Ozean and dem, Westrand« der Anden dahinzieht. Sein Gebiet umfaßt rund 742000 qkm. Die Nachbarstaaten Chiles sind Peru, Bolivien und Argentinien. - '■• ■■ 1 * Landschaftlich and klimatisch zerfallt das Land in drei klar unterschiedene Zonen: Nordchile, von der Nordgrenze bis etwa Valparaiso, Mittelchile, von Valparaiso bis Valdivia, and Südchile von Valdivia bis zur Südspitze des südamerikanischen Kontinents. ' Nordchile ist ein Wüstengebiet Einige Flüsse durchschneiden, von den Anden kommend, den Küstenstreifen and bieten die Möglichkeit, an ihren Ufern Agrarprodukte in bescheidenem Umfange anzubauen. Infolge der Regenarmut gestaltet sich die Wasserversorgung dar Städte sehr schwierig; so wird Antofagasta durch eine 210 km laage Röhrenleitung mit Wasser aas den Andengebieten versorgt. — Fällt — wie in Abständen von Jahrzehnten vorkommt — ciamal ein starker Regenguß, so steht alsbald das Land* in märchenhafter Blüte. Trotz der landschaftlichen und landwirtschaftlichen Dürftigkeit birgt dieser Teil des Landes die Quellen von Chiles Reichtum: die Salpeterand Kupfererzlager. Da Salpeter erst seit Mitte des 19| Jahrhunderts abgebaut wird, sind die größeren Siedlungen, auf die sich die geringe Bevölkerung dieses Landesteiles konzentriert, erst jüngeren Datums. Antofagasta, erst nach 1870 gegründet, ist heute der Hauptort Nordchiles. 1030 zahlte ee ober- 68000 Einwohner. Es besitzt einen großen Hafen, der neuerdings mit Wellenbrecheranlagen ausgestattet wurde. Antofagasta ist der führende Durchgangs ha fco für den Warenverkehr'von und nach Bolivien und verfügt deshalb Ober ausgedehnte Freihäfen und Lagerhäuser für den Transitverkehr. Ebenfalls von großer Bedeutung für die Verschiffung des Salpeters und seines Nebenproduktes, des Jods, ist Iquique, eine erheblich altere Stadt (50 000 Einwohner), die «bar vondem südlicher gelegenen Antofagasta überflügelt wurde. La Serena, kri Süden Nordchiles, besitzt als alte Stadt viele Denkmäler der spanischen Kolonialzeit; heute ist se ein Industrie- und Bergbauzentrum, das etwa 20 000 Einwohner zahlt Das Hinterland Nordchiles ist anwirtliches Gebirgsland. Doch liegen hier' Chiles bedeutendste 'Kupfer: m i n e n. Vereinzelt leben dort Indianerstämme, die an den wenigen Flüssen' auch primitive'Landwirtschaft betreiben. Mittelchile ist der eigentlich begünstigte Teil des Lande«. Vier Fünftel der Einwohner Chile« leben in -diesem Gebiet Täler, -die zu den fruchtbarsten. dar Welt geboren, und prachtvoll« Weideflachen sind in den Land Wirtschaftsgebieten ebenso vertreten wie günstige Industriestandorte in den Städten. Von «ehr frachtbaren Flußtälern aas verzweigen «ich künstliche Bewässerungsanlagen, die auch die entlegeneren Landereien anbaufähig machen. Alle Sorten von Obst IL Das Laad -und laadwirtschaftlichen Edelkultureri gedeihen hier. An den. Hängen ziehen «ich« Weingarten' hin und große Gebiete sind mit Getreide bedeckt. Das Vieh Chiles grast auf weiten, festen Grasflächen. / Wichtigster Hafenort dieses Gebotes and damit größter Hafen der Westküste Südamerikas/ist Valparaiso mit'zirka 200000 Einwohnern, eine schene, moderne Großstadt, in der Erdbeben und Stürme nur wenige von den alten Bauwerken der Kolonialzeit stehengelassen haben. Die Stadt, die klimatisch besonders; begünstigt ist erstreckt «ich Ober zahlreiche kleine Anhöhen, die «ich längs de« Strandes hinziehen. Im Hinteigrund erheben sich die schneebedeckten Gipfel der Cordiiierun. /- — Bis vor kurzer Zeit wurde — wegen der Erdbebengefahr tr_ _ der Bau aar ein- bis zweistöckiger Häuser bevorzugt, heute jedoch birgt die Unterstadt eine Reihe großer Geschäfts- und Regierungsbauten. Bergbahnen und Serpentinenstraßen verbinden die Unterstadt mit den hoher gelegenen Wohnvierteln. Das Industrieviertel Valparaisos liegt im Osten der Stadt Eine Reihe schöner „Avenidas" dient dem regen Autoverkehr und) der nachmittäglichen Promenade. Gute Autostraßen verbinden Valparaiso mit der Landeshauptstadt Santiago (etwa 8 Stunden Fahrzeit) und den umliegenden Seebädern und Erholungsorten, unter denen V ifi a de 1 Mar (ca. 60000 Einwohner) eine bevorzugte Stellung einnimmt. Vifia de] Mars Klima ist noch milder als das Valparaisos. Hier wohnen die wohlhabenden Geschäftaleute der Großstädte; besonders im Sommer gilt es als schönster Erholungsort Die Landeshauptstadt Santiago de Chile zahlt etwa 750 000 Einwohner und liegt landschaftlich wunderbar . auf einem zirka 500 m hohen Plateau zu Füßen der Cordillere. Die Stadt ist in einem Quadrat angelegt, dessen Seite 10 km mißt Die rechtwinklig sich kreuzenden Straßen sind gut asphaltiert und beleuchtet Es herrscht reger Verkehr von Privatautos und Taxis; auch besteht ein ausgebauter und gut funktionierender Autobus- und Straßenbahndienst. Der Mapochofluß durchkreuzt die Stadt in oet-westlicher Richtung. Eine breite Prachtstraße, die Alameda, zieht sich durch dos Zentrum der Stadt Sie ist die Hauptverkehrsader, an der die elegantesten Geschäfte and schönsten Privathäuser liegen. In den Geschäftszentren erheben sjch einige Wolkenkratzer, die in neuerer Zeit von Baaken, Versicherungsgesell, "haften und anderen größeren Firmen Zar Investierung ihrer Reeervefonds gebaut wurden. Inmitten der Stadt blieb als ein Stück Natur der Santa-Lucia-Hügel erhalten, an 'Heesen Hängen sich herrliche Garten aad Parks ausdehnen. Hier genießt man die schönste Aussicht über die weit sich ausbreitende Stadt, ihre prunkvollen Kirchen, ihre monumentalen Regierungsgebäude, ihre gartenreichen Wohnviertel und ihre Fabrikanlagen in den Außenbezirke«. Südlich Santiagos, ebenfalls im Binnenland, Hegt -Talca, eine Stadt mit historischer und kultureller Tradition. . Daa große Erdbeben von 1928 vernichtete die Stadt nahezu völlig; inzwischen wurde sie wieder aufge- - baut und ist heute eine der modernsten Städte des Kontinents. Die Einwohnerzahl dürfte fast 60 000 erreichen. Talca ist eines dir' wichtigsten industriellen Zentren des Landes. Hier finden sich u. a. Schuhfabriken, Fabriken von Genußmitteln (Tabak /und Feinbackwaren), Brennereien, Eisen- _ giißerefcn and Mahlen. Die Talen umgebende Provinz gleichen Namens ist Chiles bekanntestes Wein bau gebiet Der Hafenort dieses Gebiete« ist Co n s t i t u cio nr das mit Talca durch eine Bahn verbunden ist. '\ Südlich Talca« liegt Chillan (mit etwa 40000 Einwobi), ein Mittelpunkt und Absatzmarkt der Siedlungen and Kolonisationsgebiete in den Andentälern. Die Bevölkerungsdichte außerhalb der groß— Städte nimmt in diesen Gebieten immer mehr zu, um in der Gegend von Cöacepcion ihr Maximum SU erreichen. J . , Concepcion hat etwa 80000 EiiVwohner; in seiner Bevölkerung macht «ich ein starker deutscher Einschlag £. r~i - /» ' ccicli aaj « ti Israel Silaeratela uA ' ein - hu4 %filfcvt4Htii f I vi ir - / •' % ■ ■■i JWfJftaÄa