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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 46

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 46 (sequence 52)
Language
German
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kann und anfangs keine fcroßeh Ansprache stellt: Wir selbst ' sind in dar Stadt zurechtgekWmea, dena jeder gebildete Brasilianer versteht Französisch, and dar Handeltreibande such Englisch. Hier auf dem Lande lernt man das kleinen Wortschatz , der „Cabodospracbe" schnell,, falls man sich an den Tonfall'gewöhnen kann und die Fehlerjiach^und nach artamerzt Es gibt hier im Staate Bio 4a Janeiro eine Anzahl von Glaubensgenossen, die Sitios oder Facendas besitzen, aal denen sie irgendein« Spezialitat bauen, Orangen oder andere Zitrus- * fruchte, Kaffee usw., auch gibt es-Imker und Milch viehhalter Aber die Entfernungen sind so riasig, daß man kaum mit ihnen , zusammenkommt. Auch liegt hier die neue JcaJ'CoIonie bei Raceade' die aber, im Aufbau dieselben Schwierigkeiten zu überwinden bat* wie wir alle." Ein Auswanderer, der an einem der portugiesischen Sprachkurse des Hilfsvereins teilgenommen hat, schreibt dankbar aus Sio Paulo am 10. Mai 1036: -4 „Die Sprache hapert bei 99 »A. <y» der Zuwar derer. Ohne sie sind sämtlich« nicht handwerklich zu Beschäftigenden erschossen! Sie können den Emigranten gar nicht dringend genug predigen, das Sprachstudium so ernst wie aar möglich zu nehmen! Die paar Stoppalbrocken, die die Laute in t—3 Stunden — dann werden sie* nämlich bereits „weich*' — gelernt . r: *? -K habe», langen nicht mal, um vor dem all enthalb lauernden Verlust hier geschätzt zu sein. / , Es laufen hier leider Gottes noch Laute herum, die' seit Monate hier sind und sieht mehr wissen als eiste». Wärest. Dabei ist der Unterricht voa Frl. W. ganz ausgezeichnet, Und ich bin ihr besonders für ihre gute Methodik dankbar. Femer ist es angebracht, und ich spreche sicher da nicht allein, samtliche Emigranten auf «in bescheidenes und anstandiges Benehmen aufmerksam zu machen Das gilt vor allen Dingen für die Schiffsreise, es bleibt aber auch hier bestehen!" Daß es die einwandernden Juden aus Deutschland an der notwendigen Anpassungsfähigkeit fehlen lassen, wird uns leider auch in neuester Zeit noch einmal mitgeteilt: Sio Paulo, den 20. 2. 1938 „An den hier eintreffenden Judenaas Deutsehland haben / die hier längere Zeit wohnenden oder geborenen Juden immer ' das gleiche an stii setzen Es ist die absolute Verständnis 1 o s i g k e i t, sich aul Wasen und"Geist der Südamerikaner einzustellen. Die Sympathien dar Bevölkerung werden dadurch in das Gegenteil gekehrt. Diese Sympathie jedoch stellt einen unwiderbringlichen Wert and ist für die Zukunft der Juden meiner Meinung nach der bedeutendste Faktor." . ■■-*.■■'.. ■ Chili Der lang hingestreckte, dünn bevölkerte Küstenstaat ist klimatisch mindestens in seinem mittleren Teil außerordentlich begünstigt. Er bietet nicht nur der landwirtschaftlichen Siedlung noch große Möglichkeiten, sondern durfte auch eine bedeutende industrielle Zukunft haben. Die mehreren hundert Juden 'aus Deutschland* die seit 1933 eingewandert' sind, durften wirtschaftlich restlos Fuß gefaßt haben. Ob eine weitere Einwanderung der Juden, aus Deutschland stattfinden kann, hängt ausschließlich Von der künftigen Ein Wanderungspolitik der chilenischen Regierung ab. I. Einwanderungsbedingungen '. ,. _ A. Einreisebestimmungen Anträge von Personen, die nach Chile einwandern wollen, sind nicht an das Chilenische Konsulat zu richten, sondern an den Hilfsverein. Der HiLfsverein leitet diese Aber die chilenischen Komitees an die chilenische Regierung weiter; diese veranlaßt dann in einzelnen Fallen den Konsul, das Visum zu erteilen. Personen, die in Chile ansässige- Verwandte haben, können den Antrag an das chilenische Außenmmisterium durch diese einreichen lassen. Mit der Erteilung der Einwanderungserlaubnis können, rechnen: 4 .'v a) Nahe Angehörige in Chile ansässiger Personen, b) eine Quote von jährlich 80 Familien unter , folgenden Bedingungen: Ii. der Familienvater-soll einen Industriellen beruf ausüben oder in der Lage sein, einen kleinen industriellen Betrieb in Chile aufzubauen; . 2. er soll nachweisen können, daß ihm zum Zweck der Auswanderung nach der Auswanderung ein größerer Kapitalbetrag im Ausland zur Verfügung gestellt j wird; SL der PamTlienvater soll (hebt Ober' 45 Jahre alt sein; er soll möglichst viele 'Kinder haben. Wenn die Genehmigung war Erteilung eines Visums gegeben worden ist, sind dem KonsiitotfolgendeJg.apiere vorzulegen: - 1. gültiger Reisepaß; 2. ein polizeiliches F ü h r u n g s; . ten 5 Jahre; 3. ein amts- oder vertrauen sä ritli che« Gesundheit s- 4. eine amts--oder vertrauensarztliche Bescheinigung Ober Impfvng gegen Pocken. (Ist die Impfung Während der letzten S Jahre vorgenommen, so genügt die a. Zt. darüber erteilte fliisrhi inigimg) Zu 3 and 4. In Hamburg und Berlin muß das Gesundheitszeugnis mit Impfvermerk durch den Vertrauensarzt des Chilenischen Generalkonsulate bzw. Konsulate ausgestellt werden; in Bremen ist das Gesundheitszeugnis und der Impfschein vom Kreisarzt einzuholen. 5. 3 Paßbilder, Jeder Inhaber eines Passes muß personlich zur Visumerteilung erscheinen. Alleinreisende Minderjährige benötigen-eine Vollmacht ihrer Eltern oder ihres gesetzlichen Vertreters. ' Das Visum wird nicht erteilt: 1. Personen, die dem Staate zur Last fallen könnten; 2. Personen, die mit bestimmten Krankheiten behaftet sind, S. Verbrechern, Prostituierten, Bettlern; 4. Flüchtlingen, aus einem' Lande Ausgewiesenen und politisch ■ nicht Einwandfreien: Zur Durchreise durch Chile erforderliche Visen werden erat erteilt wenn das Visum des Bestimmungslandes bereite km Pafi enthalten ist und eine Bestätigung des betreffenden Konsulat» beigebracht wird, daß gegen die Erteilung des Durchreisevisums keine Bedenken bestehen, «r-. Vorzulegende Papiere: siehe oben. (Ein neues Einwanderungsgesetz ist in Vorbereitung.) Die Gebühr für das Visum betragt 18 RM. B. Zollbestimmungen ,V 1- Reisegepäck . s Zollfrei rogffsiisn werden, nur Reisegerau, Ksak« Sp •<v**" i*| ,V, HUBh dunasstacke, elektrisch« Gerate für die KörperpfUige, Sachen Wr den persönlichen Gebrauch, sofern sie benutzt uodVdadurch im gemindert und dem Lebensverhältnis des Reisendes enget sau * Wr" f! äte * 1 m :.*>'A» *. ■■nTTltiTil &i&£jtim " ' _ •*.»«■»' p u >i; 'fl'snfwtl -mm l&V , t "jtf< si & M^'i v-V; .. - «*r** 1 » •n"ny, ■AVSJfi. 1 ."*t '"( n - i. L . „..cd. 1. . 1'« »■.

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