Mannheim
Compact Memory

Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 28 (sequence 34)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/6492429-6349390-6349440--726-4920980
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

groß* Mengen von Werkzeug, Werkatttten-Ekurtchtiuigen und ailianiachen . ähnlich es muß verzollt ■ iailaii FW Zall Ut aal» hn«h __.-L__•_ Der Zell Ut sehr hoch. Es empfiehlt sich, «ich vorf der zuständigen heuaiadren Polizeibehörde «ine Bescheinigung darüber ausstellen zu Lassen, daß die mitgeführten Gegenstande seit längeren Jahren im Besitz des Wanderers ftt weaau sind. Diese Bescheinigung soll durch die zuständige Brasilianische Vertretung beglaubigt nif dam.'-'—;—" . ' " -•-——;-■-1- * ben Volkswirtschaft sprechen kann. So bat «ich auch weniger ein geaamtbraailianisches Verkehrsnetz herausgebildet als gewisse, räumlich getrennt liegende Verkehrsland schalten. Die Verkehrspolitik dea modernen Brasilien geht darauf aus, diese Vericfehrslandschaften unter einem einheitlichen Gesichtspunkt miteinander zu verbinden und so ein Verkehrssystam fflr das ganze Land zu schaffen7 Die Tatsache; daß Brasilien der Wassermenge nach die gewaltigsten Strome der Erde besitzt, ist Wirtschaftlich bisher nur wenig ausgenutzt worden, wird Utr in Zukunft für die industrielle Entwicklung des Landesvon größter Bedeutung werden, da hierin große Kraftreserven liegen. Der Amazonas, der an einigen Stellen eine Breite von 110 km aufweist, mißt eine Strecke von 5400 km, der Parana im Süden 4300 km, der Madeira im Amazonas-Gebiet 3240 km und der Perus, ebenfalls im Amazonas-Tiefland, 3000 km. Bei diesem gewaltigen und weitverzweigten Flußsystem Brasiliens scheint es auf den ersten Blick, als ob hierdurch die Möglichkeit gegeben wäre, den Verkehr tief in das Innere des Landes Sa tragen, doch stellt die Natur dieser Verkehrsentwicklung so große Schwierigkeiten entgegen, daß die brasilianische Binnenschiffahrt stark zurückgeblieben ist. Zahlreiche mächtige Wasserfalle bewirken' nämlich Schiffahrtsunterbrechun- «n, und'auf den Küstenflüssen behindern Sandbänke und ffe den regulären Verkehr. Dagegen ist die Küstenschiffahrt gut entwickelt. (Nach: G. Sinner, „Brasilien".) - V > ■ V. . ■ - . 'c «Y^^iSsjSÄ B. Der Bundesdistrikt nnd die wichtigsten' Städte . ' Brasiliens Hauptstadt. Rio de Janeiro, bildet einen eigenen Bundesdistrikt, der in den Staat Rio. de Janeiro eingebettet liegt. Sie steht damit gleichberechtigt neben den Bundesstaaten. Diese Weltstadt von 1,8 Millionen Einwohnern bildet eine einzigartige Verbindung von Stadt und Natur; sowohl dje Schönheit ihrer Lage, wie die ihres Stadtbildes läßt den Ehrentitel, den Humboldt ihr gab, wohl auch heute zu Recht besteben: „Die schönste Stadt der Erde". 3. Ausstattungs- und Heiratsgut Ausstattung»- and Heiratagut ist zollpflichtig. •' -• ■■' ■■ lf- -'C-JÄjP^SgSah^ II. Dasland 1. Natur nnd Haaptainteilung des Landes i A. Allgemeine geographische Uebersicht Brasilien übertrifft an Große bei weitem, alle anderen Lander Südamerikas; fast so groß wie ganz Europa, ist es mit seinen 8511000 qkm etwa 15mal so groß wie Deutschland. Da seine Bevölkerung etwa 42 395 000 zählt (Ende 1936), betragt seine durchschnittliche Bevölkerungsdichte nur 5,0 pro qkm. Ee ist noch ein „Land ohne Volk". Setner Ausdehnung und. seiner natürlichen Struktur nach ist ee eher einem Kontinent als einem Staat vergleichbar. Es verfügt über Gebiete tropischen, subtropischen und gemäßigten Charakters. „Einige der 21 Einzelstaaten haben einen größeren Gebietsumfang als bedeutende Weltstaaten. So ist Matto Grosso doppelt so groß wie Frankreich, Amazonas hat das fünffache Areal von Gro B-Britannien und Minus Geraes ist größer als Deutschland." (Heinrich Jonen, „Die WirUchmftnand Verkehrsprobleme im modernen Brasilien".) Diese gewaltige Fliehe birgt Urwälder, die noch der Erschließung harren; große Flusse mit gigantischen Wasserfällen, die" zukünftige Industrien mit elektrischer Kraft versehen können; riesige Weideflächen, die Nahrung genug boten für den Viehbestand der ganzen Welt; fruchtbare Küstengebiete und' Hochebenen; Mineral vorkommen, die nach den bisherigen Schätzungen Brasilien in die Reihe der erzreichsten Lander stellen. Mit der Verschiedenheit des Klimas wechseln die Pro-, duktionen; im kuhleren Süden des Landes wächst Weisen; dort erntet man Lupinen, Flachs und Weintrauben; im tropisch heißen Norden gedeiht der , Gummibaum, die Kakaobohne und das Zuckerrohr; im ganzen Lande wachsen Bananerr, Ananas und andere Tropenfrüchte. Der Kaffee, die reichste Einnahmequelle des Landes, gedeiht von Santa Catherine im Süden bis zur Amazonenmündung im Norden. Auch die Landechaft Brasiliens weist eine große Mannigfaltigkeit auf; folgende ganz charakteristische Landschaftstypen lassen sich, feststellen. Das Amazonas-Tiefland — das Gebiet der) großen Strome — ist die eigentliche Urwaldzone. Der Urwald wirkt durch seine überwältigende Vegetation hemmend auf die Besiedlung und Kultivierung dieses Landstrichs, so daß im riesigen Amazonasgebiet nur wenige hundert qkm bebaut sind. Das ganze Amazonasgebiet ist als «ine geographische und wirtschaftliche Einheit aufzufassen, die durch dto Europäer nur schwer erschließbar ist. — Das Innere ß r a s i 1 i e n s ist ein Bergland von 800 bis 800 m Höhe, das sich stufenweise von den hohen Kastengebirgsketten und den teilweise dahinter liegenden Gebirgszügen nach dem Innern des Kontinents abdacht. Die Küste ist durch große Buchten und Lagunen stark gegliedert und besitzt wundervolle Seen. Ihr sind zahlreiche Inseln vorgelagert. Das Küstengebirge, das sich an einen schmalen Tieflandsaum anschließt, erreicht Höhen bis zu 2200 m; ea trägt die Bezeichnung Cordilheira Maritima oder Serra do Mar, Gebirge des Meeres. Die dahinter liegende Serra Gerat (Hauptgebirge) erreicht eine Höhe von fast 3000 m. Jenseits der Berge senkt sich das Land terrassenartig bis zur Niederung der Binnenlandströme und gliedert sich dabei in Hochebenen auf. Das Verkehrsproblem ist für Brasilien eine Lebensfrage. Die ungeheure Größe des Landes und der verschiedenartige klimatische und wirtschaftliche Charakter seiner Teile bieten dem Binnenverkehr solche Schwierigkeiten,' daß .man schwerlich von einer einheitlichen braust >, .x ' '! viS ' 8*nt Riff Dia Ueberseedampler lagen teilweise direkt an den großen, bis ans Meer gehenden Prachtstraßen an; doch darf nur der Reisende 1. and 2. Klasse hier das Schiff verlassen. Die Reisenden der Übrigen Klassen werden zunächst nach dar „Ilha das Flores", der „Blumeninael", übergesetzt. Das Stadtgebiet schmiegt eich in einer Länge von etwa " 25 km den Windungen der Küstenlinie an und erstreckt eich an den 7 Buchten 3 bis 11 km weit ins Binnenland hinein. Rio selbst ist vom -Maar in den Urwald hineingewachsen. Mitten in dar Stadt blieben Urwald- Becken stehen, und die Stadt wuchs um sie herum. Auch städtebaulich ist Rio von großer Schönheit, Aa dar' See entlang läuft eine % km lange PriMueaadawstiaBe, die aus weißem Marmor gebaut iat. Die Stadt durchziehen breite „Avenidas", die sich aa weiten Plätzen mit schönen Gartenanlagen kreuzen; teilweise sind die Prachtatraßen von hohen Königspalmen eingefaßt. Das gesellschaftliche wie das geschah- ' liehe Leben spielen sieb zum großen Teil ün Freien ab; auf den Straßen pulsiert ein reger Fußgänger- und Fahrzeugverkehr. Daa Stadtzentrum vereinigt eine Fuße, von eiadrucksvollen Kirchenbauten, imposanten, häufig wolkenkratzerartigen Regierung*- und Geschäftsgebauden, sowie von Hotels und Massen. Die Verkehrsverbindungen, insbesondere das Straftenbahnnetz, sind ausgezeichnet. In ' den Außenbezirken freilich herrscht gegenüber der Pracht der Innenstadt oft genug ein trostloses, armseliges Bild. Aa dar Ostseite der Bucht von Rio liegt Nictheroy, die Hauptstadt des den Bundesdistrikt umgebenden Staat ea Rio de Janeiro, eine provinzielle Stadt von 122 000 Einwohnern, in deren Umgebung sieh elegante Erholung»- und Badeplatze be-~ finden. j Santos, rund 820 km südlich von Rio gelegen, ist Brasiliens zweitwichtigster Hafen, und gleichzeitig der bedeutendste Kaffee-Exporthafen dar Welt Es besitzt modernste Lagerhäuser und Kaffeetransportanlagen. Die Umgebung Santos' ist wegen ihrer I schonen Badeplätze . und Erholungsorte; berühmt. * Das HinterlandV-»n Santos bilden Stadt und Staat Säo Paulo -4 der wichtigste Teil ganz Brasiliens. Hier Bogt das Zentrum das brasilianischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.