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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 21

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 21 (sequence 27)
Language
German
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Bolivien '• f.' .• >— •". ... .. . ..;V.;■**-!..; •> —• ,.f :'' •.. / ,. Bolivien ist eines der inneren, wirtschaftlich wenig entwickelten, lange Zeit ■och politisch wenig stabilen südamerikanischen Länder. Die wirtschaftliche Bedeutung des Landes liegt ganz überwiegend in seinem Reichtum an wertvollen Mineralien, vor allem an Zinn. Möglichkeiten zur beruflichen Ein* U—Wnnp h#mtfh«>n A»h*r vor allem fflr Techniker, Chemiker und andere im Ir Harn gbau verwendbare Menschen; ferner fflr Handwerker und Landwirt?. ■fH Ber, Nur verhältnismäßig wenige jüdische Einwanderer aus Deutschland sind bisher in das Land gelangt. Wegen der großen Höhenlage sind die wichtigsten Landesteile nur rar Menschen mit sehr elastischem, starkem Herzen und gesunder Lunge zuträglich. '; ■ '" ' ' ' ■ :4'',; « ' i ' \ .-■ ■ , ■ " ' . . IV J 'f ■ . , L Einwanderungsbedingungen A. Einreisebestimmungen Zur Einreise nach Bolivien Ist ein Visum und Vorzeigegeld nötig. Das Visum wird von dem visumsberechtigten Konsulat, in dessen Bezirk der Reisende seinen Wohnsitz hat, nach Einholung der Einreisegenehmi guiig erteilt Den Antrag auf Einreisegenehmigung ist auf einem Formular au stellen, das auf dem Bolivianischen -Konsulat zu erhalten ist. Das ausgefüllte Formular ist persönlich beim Konsulat einzureichen; dabei sind folgende Papiere mitvorzulegen:; v« 1. der gültige Reisepaß; 2. eine Geburtsurkunde; S. ein großes polizeiliches Führungszeugnis; (Des Zeugnis soll bei der Abfahrt nach Bolivien nicht alter als vier Wochen sein.) > 4. Gesundheitszeugnis mit Impfvermerk vom Vertrauensarzt das Bolivianischen Konsulats (nicht älter als 6 Monate); 5. je 3 Lichtbilder, im Profil und von vorn aufgenommen,. L in der Größe, von 3x8 cm; von Personen, die in Bolivien einen Beruf auszuüben beabsichtigen, wird eine Bescheinigung über ihre berufliche Tätigkeit während der letzten 5 Jahre verlangt; '(für Landwirte: Zeugnis des K reis baue r nf üh rers); 7. Personen, die eine bezahlte Stellung antreten wollen, müssen den beglaubigten Anstellungsvertrag vorlegen; es sei denn, daß der Arbeitgeber dem Konsulat ge: / äugend bekannt ist; / 8. Nachweis über die Verfügungsmöglichkeit über das Vorzeigegeld. Das Vojrzeigegeld beträgt 85 engl £ für die Person; für' eine zwei- bis dreiköpfige Familie sind 50 £ erforderlich. Von „Kapitalisten", die beruflich für Bolivien yinharha««»»!». r]inlifiTi»rt ^n^yn^Atm 0000 USA.- iseseld verlangt. 1 Dtrthcr Vorzeigegeld verlangt. Die Einreiseerlaubnis wird zunächst auf "zwei Jahr) Segeben. Wenn der Einwanderer in dieser Zeit mit Hilfe es Berufs, den er in seinem Antrag auf Ein reise« enehmiaangegeben bat, seinen Lebensunterhalt erworben hat, er auf endgültiges Aufenthaltsrecht rechnen. Der Hausierhandel ist den Einwanderern bei Strafe' der Ausweisung verboten. Die Einwanderung von Ostjuden ist gesetzlich beschränkt */'"• . Die Gebühr für das Visum betragt 12,80 RM. Das zur Durchreise nach Bolivien durch Chile erforderliche eniache Konsul erst, wenn das boli- »eiaaaifcl ist and wenn eine Bestäti- Konsalnte beigebracht wird, daß gegen ireisevisums keine Bedenken bestehen. Visum erteilt der vi.nleche Visum im gung das vdie Ertel bolivianische long des lieber die weiteren vorzulegenden Papiere siebe „Chile, EinreisebesUmmungen". B. Zollbestimmungen Auf Antrag beim Finanzministerium kann Einwanderern für ihre gebrauchte» ■ Masel und ttvteo—gahrauchten Hausrat Zollfreiheit gewahrt werden. Ausstattung-- und Heiratsgut ist nicht vom EmfuhnoU befreit ■ . IL Daa Laad' 1. Natur and Haupteinteilung des Landes Bolivien, zwischen Brasilien, Peru, Chile, Argentinien und Paraguay gelegen, ist ein Binnenstaat ohne Zugang zum Meer. Als Einwanderungshafen wird Arica in Chile benutzt von wo eine Bahn nach La Pas, der wichtigsten Stadt Boliviens, führt (440 km). — Die Grenze gegen Paraguay ist noch nicht endgültig festgelegt, so daß der Umfang des Landes nicht genau bekannt ist; er wird offiziell mit 1,4 Millionen qkm angegeben. Dea Westen des Landes durchziehen die Anden in seiner ganzen Längsrichtung. Der Westen ist von den unwirtlichen, bis su 6700 m ansteigenden Gipfelketten abgesehen, dflrfttee „Puna"-Landachaft Hochsteppengebiet Die Vegetation ist sehr spärlich, und menschliche Ansiedlungen sind nur um Bergbaugebiete herum entstanden. Zwischen den Gebirgszügen erstrecken sieh weite Hochbecken. In solchen Hochbecken und in Tälern liegen die größeren Siedlungen und Städte, teils als Bergwerks Städte, teils inmitten landwirtschaftlicher Anbauflächen. La Paz (250000 Einwohner) — höchstes Landeszentrum der Welt.— liegt inmitten eines von riesigen Gipfeln umrandeten Talkessels; es besteht aus einem' alten romantischen Stadtkern spanisch-kolonialer Art, der von einer großzügig angelegten modernen Großstadl umgeben ist Vor der Ausblutung Boliviens durch den Chaco-Krieg wurden zahlreiche moderne Wohn- und Geschäftsgebäude errichtet. Elektrische Straßenbahnen und Autobusse besorgen den Verkehr. Die Straßen steigen vom Zentrum aus — teilweise sehr steil — zu den Höhen an. Wahrend La Pas die wirtschaftlich wichtigste Stadt des Landes darstellt iet Sucre, südöstlich davon gelefeen, d i e gesetzliche Hauptstadt und durch seine Universität wahres Zentrum der spanisch-bolivianischen Kultur. Sucre ist auch der Sitz des Zentral-Gerichtshofes. Es hat 28000 Einwohner and gilt als die schönste, Stadt des Landes. Cochabamba, etwa'in der Mitte zwischen La Paz und Sucre gelegen, ist mit 52000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Es wird,von dem landwirtschaftlich wichtigsten Gebiete' Boliviens umgeben, und seine Bedeutung wächst stetig durch die Nähe einer ganzen Anzahl kleinerer Städte in den umgebenden Tälern, die Cochabamba als ihr wirtschaftliches Zentrum betrachten. Ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt .in Bolivien ist. Oruro, westlich von Cochabamba; der Ort hat 45 000 Einwohner, und hier konzentriert sich der Zinnbergbau.. — Potosi (46000 Einwohner), in etwa 4200 m Höhe eine der höchsten Städte der Wut, liegt inmitten reicher Silber- und Zinnabbaugebiete. — - Umgeben von fruchtbaren Zucker- und Kaffeegebieten bildet Santa Cruz de lt Sierra (31000 Einwohner) den strategischen und Cgraphischen, bald auch den Verkehrsmittelpunkt des ides. Santa Cruz liegt an 'der alten Handelsstraße nach Argentinien und Paraguay. Die Stadt ist in pittoreskem spanischen Stil erbaut die .Häuser sämtlich aus mit Stuck überzogenem Holz. Schwere Regengüsse suchen die Stadt and ihre Umgebung während des ganzen Jahres heim. Das Tiefland, daa den östlichen und größeren Teil Boliviens .einnimmt, ist wirtschaftlich von untergeordneter Bedeutung.. Sein Büdlicher Teil wird durch das urwaldbestandene C h a c o - Gebiet auagefüllt Im Norden konnte sich zeitweilig eine Kautachuk Wirtschaft entwickeln, die durch zum Ameloses and * ■ «a -t. H

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