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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 20

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 20 (sequence 26)
Language
German
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z. ^ekomiMB 4P Peso« Zuschlag von der' Ica. Es ist nicht Vtat, man kommt ab* aus damit; spater wird M bat »er. So, bub Schluß. Dar eine Nachbar wohnt 6 Minuten, dar andere schon y< Staads entfernt. Du kannst die, .Gehöfte aber schon von weitem sehen. Es ist wirklich sehr schon. Es tot mir aar leid, daß wir aasers, Möbel nicht mitgenommen haben. Wu Uabcu ja ttwn fcihaaiaiaai rmrl man Irsnn auch zu friede »ein, z. B., Bettstellen, Tisch and Stahle. Es ist nichts besonderes, and euch kein besonnen gutes Material. Das Eßzimmer, die Bettstellen and die Kochmaschine hatten' wir ruhig müiiahiwi Eine weitere plastische Schilderung der landlichen Verhältnisse enthalt folgender Brief: Basavilbaso (Entre Rios), Argentinien, fcn April 1987 „Ich bin heute 2'/» Monate im Kamp und wÜl gleich au Anfang isgen, daß ich von dem freien, wenn auch arbeitsreichen Leben begeistert bin. Hier in Baaao (wie die Abkürzung lautet) int es wohl etwas verschieden von Avigdor, aber die Unterschiede sind gering; nur daß die Siedlungen im wesentlichen 85 Jahre, teils auch schon 40 und 46 Jahre bestehen, wahrend Avigdor im großen und ganzen neu ist. Das Klimn ist erträglich. Die Sommerhitze (Januar bis Februar) bis 85 und auch 40* C ist durch bewegte Luft meist gemildert. Bei Regen starke Abkühlung, und es regnet oft, und meist halbe Tage. Der Regen ist fast immer unterbrochen von Sonnenschein, wie in Deutschland im April. Die Nachte sind verhältnismäßig Icflhl. Jetzt im Herbat sind morgens und abends Temperaturen von 12—15°, was aas (auch mir schon) als sehr kühl erscheint Tags hat die Sonne trotzdem genügend Kraft, um die „Gringos" (alle Eingewanderten) noch an bräunen. Im Winter ist es natürlich noch kalter, es kommen auch mal 0* bis 3—bUfor, aber meint nicht weniger als plus 8—5*. Tro^dem gibt es auch im Winter zahlreiche warme Tage. n ' Die Kleidung (auch der Frauen) ist, wie wir sie kennen. Die Sommerstoffe sind allerdings viel leichter. Die Arbeitskleidung der Männer sind die Bombachen (eine Art Knickerbocker bis zum Knöchel mit Knopfverschluß). Die Kumpane, wie auch ich, verwenden natürlich ihre Knickerbocker und tragen sie wie benagte „Bombachen". Dazu die graue oder wenigstens helle | (nicht blaue) Arbeitsjacke, Strohhut im Sommer oder Schildmütze. Immer Unterjacke und Unterhose, die den Schweiß besser auf nehmen und Erkältungen verhindere sollen. Und dazu die „Alpargatas", das sind Pantoffeln mit Hanf sohlen (40 Centavos, 6—« Wochen Haltbarkeit bei täglicher Benutzung). Bei Regenwetter muß naturlich zu den Schaftstiefeln gegriffen werden. Sehr wichtig ist noch der wasserdichte Umhang, der auf dem-Pferd wie auf dem Wagen nötig ist. Das Essep ist von dem gewohnten ziemlich verschieden, and anfangs für manchen die Quelle einiger Beschwerden. Daß man bei unseren Gastgebern besonders viel Zwiebeln verwendet, ist weniger wichtig. Zu Hause können wir es ja - halten, wie gewohnt. Kartoffeln (die' papas heißen, Wahrend netatas die süßen Kartoffeln sind) sind zu haben and auch anzubauen. Aber tum Beispiel diese» Jahr war die Ernte darin sehr schlecht, und sie kosten das,Drei- und Vierfache normaler Jahre (2.80 die 10 Kilo gegen 70—80 Centavos). Auch die vorhergehenden zwei Jahre' waren die Ernten nicht gut Und in manchem Kamp hat man daher beinahe vergessen, wie psoas schmecken. Dae Weinbrot nimmt demzufolge die Stelle der Kartoffel von an Hauee ein. Gemüse sind in der quitar, dem Gemttaagarten, fast alle uns bekannten Sorten anzubauen, wenn, nicht — wie das, vergangene Jahr — die Heuschrecken alles auffressen. Demzufolge sind zur Zeit Gemüse knapp, das heißt teuer. Aber wir haben vor 14 Togen Blumenkohl, Salat, Rettiche und gelbe Raben gesät, die schon schön aufgegangen sind. Da* Fleisch bildet einen I großen Teil der Ernährung (n. b. gibt es hier auch alte Kühe), und natürlich ane^dem eigenen Hof Hahn, Ente oder Gans. Die' Freuen ans Den»sohlend Oswinen aafaegs manche» lernen laaasuu, zum Beispiel in der Zeit des jungen Mainas die verschiedenen Majeepezialitäten: ob Gemüse in der Suppe gekocht, am Feuer gebraten etc. Dann gibt es keine pflanzlichen Fette, .... .i^i.a., —a ».»— •^H'- also meist mit Oel geschmälzt. Und dazu hat maa wohl oft nur den Kleinholz-Kohleoberd, bei dem man da» Feuermschen nochmals lernen maß (aber wenn , man das kann, wird maa eich ungern von ihm trennen). Die Leute selbst sind sehr nett und freuen sich, uns anlernen und helfen zu können. Es ist die zweite und auch manchmal schon die dritte Generation, die, seit die Eltern und Graßeltern um die Jahrhundertwende aus Rußland hierherkamen, ziemlich verwurzelt ist. — Während der Großvater nur jiddisch spricht, spricht der Enkel meist spanisch, versteht liest und spricht aber auch jiddisch. Sein Kiod kann oder will oft „die jiddische Zeitung" nicht mehalesi selten weniger nie 6 Kinder hai höchsten« vier. Zur Zeit hält kann, die Anzahl der jüdischen Kamps; es kommt auch mal einer dazu (abgesehen natürlich von den Immigranten aus Deutschland, die auch hier vertreten sind), aber der Ueberecbuß an Menschen geht m die Stadt oder den Provinzort. Die Kolonisten sind durchweg tüchtige und erfolgreiche Bauern, Und auf den Ausstellungen, die für alle sind, sind es vielfach unsere Leute, die sich die Prämien erwerben. Es sind dies aber nicht nur Spitzenleistungen, sondern der Durchschnitt ist gut. Das ist gerade dadurch möglich, daß nur der Ina Kamp bleibt, der den Boden und die Arbeit liebt und dementsprechend Erfolge erzielen wird Die Religiosität zu beurteilen ist schwerer, da Und wahrend die Großeltern hat man heute zwei bis soweit ich das flbaiashjan dafür mehr Zeit braucht Ich mache also hier den Vorbehalt, daß mein' Blickfeld an allgemeinen Bemerkungen noch nicht reicht Während maa früher Samstags weder melkte noch ritt, ist heute melken selbstverständlich, und Samstags ist der Besuchstag, waa meistens eine Fahrt oder einen Ritt-von 90 oder mehr Kilometern bedeutet. Und der Schocket klagt auch, daß es viel an am ständisch iat, das Huhn oder die Ente oder die Gans nach Besso an tragen und schichten an lassen. Obwohl Baaao bei 4000 Einwohnern mindestens 50% Juden hat, sind In der Synagoge aar wenige junge Leute. Sehr viele •Juden sind zionistisch organisiert, und ich bin versucht zu glauben, daß es viele aar aaa schlechtem Gewissen sind, weil „man doch etwas tun muß für sein Judentum". Und nun die Schalen: es gibt zahlreiche (castellanische) and daneben auch die jiddischen Sehn letzteren werden von den Siedlern unterhalten, in den ersten Jahren natürlich von der Ica vorgelegt. Aber such einige schlechte Ernten waren die Ursache, daß eine ganze Anzahl rmloasen wurden, doch wurden fast alle wieder geöffnet, dieser Zeit waren die Schüler in den spanischen Schulen, oder in der Schule in Besso. Für die Neueinwanderer Ist spanisch asBer ordentlich wichtig. Maa kann nicht genug, «am lv43rn*£n rBeton. ■ Die loa (in Deutschland weiß wohl jedermann waa da« ist) ist Schöpferin dar ganzen Kampa, der Kooperative (Ein- und Verksutsgenossenschait) and auch der Schalen. Sie iat «ine unbedingt gerecht geleitete Institution, die niemand bevorzugt und niemand benachteiligt. Für sie gibt, es nur Kolonisten, and der einzige Unterschied ist der «wischenden besseren and schlechteren. Ihr Betrieb ist nach nach rein kaufmännischen Gesichtspunkten geleitet and verwaltet Dia jährlichen Raten werden nach Prüfung aller Gesichtspunkte festgesetzt, and wird kein größerer Betrag angenommen wie festgesetzt wie es notwendig iat, diesen Betrag abzufahren.' ' ■ ■ .". ''. ' . ' i s« ■ f*-' Af ' -- Jra§w»' ■ - - :■• _■_ff« >■. >:•:'; ,A DU sichert Ihnen, auch bei kleinerem Vermögen» «inen sorgenfreien Lebentabend, ermöglicht Kindern, vor Ihrer Auswanderung ihre Eltern lebenslänglich zu versorgen, gestaltet Eltern, neben Ihrer eigenen Sidierstellung dl* Auswanderung ihrer na Berat« Kinder zu erleichtern. — V e r m I t t | mm g y n g. FAMILIENSCHUTZ E. V., Abtlg. f. Altersversorgung BERLIN W15, KURFORSTENDAMM 45" . RUF: 925601 '.0

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