Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand UB Ffm
- Issue
- Januar 1939
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Familie dieser Ansiedlung unterrichtet finatellnng ans einem Expose rech») hatten. Issgsaamt labten Ende 1937 auf den tCA-KolcSton 3480 Familien mk zusammen 26110 Personen; Hinzu kommen etwa 8000 Personen, die nicht von der Landwirtschaft laben, und in den Städtchen dieses Gebietes nach ungefähr weitere 8000 Jaden, etwa die Hälfte der dort lebenden GessmtbevWkenui. hu Gebiete der ICA-Koloniaation leben als jetzt laa 40 000 Joden, tod denen Ober die Hälfte Kolonistensind. Neuerdings hat die ICA damit begonnen, euch jüdische Familien aus Deutschland in ihren argentinischen Kolonien anzusiedeln. Inj Januar 1936 hat die ICA eine erste Gruppe von SO jüdischen Familien ans Deutschland in ihrer Kolonie Avigdor (Entre Rios) in Argentinien angesiedelt. Eine Erweiterung dieser Ansiedlung ist zur Zeit auf Grand einer sorgfältigen Auswahl dar Bewerber foi etwa ISO Familien Im Gange, , Es handelt sieh dabei am Familien, die rar laadwirtschaftliche Siedlungsarbeit geeignet sind, miU mindestens drei erwachsinen männlichen Mitgliedern und miadesteas einer erwachsenen weibliehen Arbeitskraft, aagehananfalls ergänzt durch Verheiratung von Sonnen oder Töchtern bzw. durch nahe Verwandte (Neffen «dar Nichten). In Ausnahmefällen können geeignete "Familiea, die nicht dar aalatdatUa 7aesiiiiiieasrtiiian entsprechen, durch den Anschluß von ein oder zwei Gehilfen ergänzt werden, die nicht mit der Familie verwandt ta sein brauchen. Die Familien werden auf ihre Eignung für die Siedlungsarbeit von einem Beauftragten der ICA persönlich ausgewählt Von den ausgewählten Familiea mufl ein junges männliches Familienmitglied nach einer vierwöchigen landwirtschaftlichen VoMcbuIung im Landwerk Nauendorf der Familie vorausfahren, osK sich, wahrend eines Jahres in daa ICA-Siedlungea in Argentinien als Landarbeiter zn hettflgaa, Nach dieser Bewtnrangszeit erfolgt eine Anforderung der und daran Ansiedlung auf einer einzelnen Ueber die die nachstehende dar ICA: Von Seiten dar ICA wird auf Grand ihrer mehr als 44]Ihrigen Erfahrungen für jaden Kolonisten ein genauer Entwicklungsplan ausgearbeitet, daa dazugehörige Betriebskapital und Inventar festgesetzt, die . Anleitung durch eigene landwirtschaftliche Experten veranlaßt and der Absatz der Produkte im voraus berechnet Zum Zweck der Ansiedlung erhalt jeder Kolonist von . der ICA soviel Land zugewiesen, daß er bei dessen persönlicher Bearbeitung für sich und seine Familie ein normales Auakommen hat und daa Land im Verlauf einer Reihe von Jahren* abzahlen kann. Es ist je nach Lage der Kolonien zehn bis hundert Hektar groß. Für jede Familie wird auf dam ihr zugewiesenen Felda ein Hau*' mit zwei Zimmern and Küche gebaut. Sie erhalt ferner die rar Bewirtschaftung notwendige Anzahl von Pferden, Kühen und Ackergeräten and wird von landwirtschaftlichen Experten wahrend der ersten Zeit ihres Aufenthaltes zur Arbeit angeleitet. Eine Bearbeitung dea Landes durch fremde Hilfskräfte wird von der ICA nicht gestattet. »fit jedem Kolonisten wird ein Pachtvertrag für die lauer von acht Jahrea abgeschlossen, uer die schriftliche Zusage enthalt, daß er nach Verlauf der ersten acht Pacbtjahre das Land za einem im Vertrag festgelegten Preis kaufen kann, weaa er bis dahin alle Bedingungen aas Pachtvertrages — die Rückzahlung der erhaltenen Kredite für Inventar usw. — ertollt und 25 bis SO »A> des Wertes des Landes eingezahlt hat In diesem Fall erhalt er für den Realwert des Landes' auf neun Jahre eine Hypothek. Wann dar Kolonist vor Ablauf dieser Zeit in der Lage ist, das Land abzuzahlen, kann er zwar /das Geld bei der ICA deponieren, wird aber nicht vor Ablauf der vertraglich vorgesehenen Frist Eigentümer, das Landes. Der Grand dieser Bestimmung Ist dar, daß die ICA, die dea Kolonisten daa Laad und evtl. Kredite zu ganz besonders günstigen Bedingungen überlaßt, verhindern will, daß aie daa Feld mit Vorteil verkaufen. Man nimmt an, daß nach Ablauf der Bewährungszeit von 17 Jahren die auf dam Laads herangewachsene Gensration bereite mit de Mit ist. C, i Dp Kolonist, der die Kesoeie» verlißt, kann, auch wann er bereits Eigentümer des Bodens ist, an die ICA keinerlei Ansprüche stellen. Ist er noch nicht Eigentümer des Bodens, verliert er alle bereits erarbeiteten Rechte,, nttd dl« ICA fordert geauch auf gerichtlichem Wega die Rückzahlung Der Kolonist übernimmt die materielle und rata aller ha Verpflichtung, alle vorgestreckten Beträge zurückzuzahlen, soweit die Ertrage seiner Wirtschaft ihm dies ermöglichen. Er muß sich darauf einstellen, als Bauer zu leben und seine Kinder an Banala zu erziehen. Soweit er die nötige Disziplin im Rahmen der ICA einhält, ist er in der Gestaltung seines Lebens vüllig frei. Die Ansiedlung ist streng individualistisch. > Die ICA sorgt jedoch für die Erhaltung jüdischer Schulen, jüdischer Kultuseinrichtungen, zu deren Kosten sämtliche Kolonisten beisteuern müssen, und bietet dea orthodoxen Jaden die Möglichkeit, vollkommen rituell zu leben. Zar Ansiedlung jüdischer Auswanderer ans Deutschland ist folgender Plan entworfen: Die Familien, die die ICA aar Ansiedlung in ihren Kolonien annimmt, werden in ' dar Kolonie A v i g d o r (Provinz Entre Rios) gruppenweise angesiedelt. Diese Kolonie ist am 82. Grad südlicher Breite gelegen, Ihr Klima ist gesund und für Europäer gut erträglich. Zar Sicherana der Auswahl geeigneter Personen und zar Erleichterung des Emlebens wird seit 1837 nicht mehr die gante Familie geschlossen zur Siedlung gebrecht; vielmehr wird ein männliches Familienmitglied vorausgeschickt geschult und geprüft, dann Utrf dem Grundstück angesetzt, das er in Zukunft'-beaTbelten soll, und fnun erst wird die Familie aas Europa nachgeholt i, Dia Gegend wird von EteaSHhälisas« durchzogen, die den Abtransport der landwirtschaftlichen Produkte ermöglichen. Avigdor tat . 21 km voa der Eisenbahnstation Bovril entfernt, 80 km von der Stadt La Paz, 180 km voa der Provinzhauptstsdt Parana und 700 km voa der Landeshauptstadt Buenos Aires. Jede Familie erhält 50, evtl. bis an 75 Hektar Laad. Jede Siedlung ist umzäunt und besitzt feigende Anlagen:' 1 Haas, bestehend aus 3 Zimmern and Küche, mit notwendigster Einrichtung (1 Tisch, 4 Stühle, 4 Betten, 1 Schrank, 1 Herd und etwas Küchengeschirr), eine offene Scheune, einen Hühner stall, ein Klosett and «ins Dusch Vorrichtung, Ein Bronnen wird immer gemeinsam 'für 2 oder 4-Siedlungen angelegt Aa lebendem I a v e a t er'werden jeder Siedlungsfamilie übergeben: Kühe, Pferde, Hühner. Eine Zuchtstation ist für die Verbesserung des Viehbestandes vorgesehen. 'Das Vieh wird dem Siedler entsprechend der Entwicklung seiner Siedlung zugeteilt An Maschinen aad Geraten erhalt jede Siedtöngsfamilie: 1 Wagen, 1 Pflog, 1 Egge, Milcheimer, Schaufeln, Hacke, usw. Außerdem sind zur gemeinsamen aad abwechselnden Benutzung folgende Maschinen vorgesehen: Sämaschine, Stachelwalze, Dreschmaschine, Erntemaschinen USW. Im ersten Jahre wird dem Siedler Saatgut übergeben, and zwar: Mais, Weizen, .Hafer and Leinsaat. Außerdem erhalt er noch Mais aar' Verpflegung laliter Hflhiiei bis aar ersten Ente. Wahrend des ersten Jahres weiden die Siedler durch eigene landwirtschaftliche Lehrer, die sieh in der Kolonie aufhalten, angeleitet aad unterrichtet Falle das Ertragnis des ersten Jahres aas irgendeinem Grunde nicht genügen sollte, am1 den Lebensunterhalt dar Siedlerfamilie zu sichern, kennen ihr auf Wunsch Arbalten Übertrages Warden, durch deren Bezahlung sie ihre Einnahmen erhöhen kann. In dar swaitea landwirtschaftlichen Jahreaperlode hat der Siedler schon Ertrag« aas dar Feldwirtschaft, die ihm somit sin normales Auskommen sichert Aber auch im zweiten Jahre werden dem Siedler im Bedarfsfälle noch Aushilfsarbeiten gegen Entgelt übertragen. Dia dritte landwirtschaftliche. Jahr asper iode maß. normalerweise, nicht nur den Unterhalt das Siedlers hinreichend decken, sondern nach noch genügend Ertrag abwerfen, um einen Teil seiner Schulden ahmiahjen, die er infolge ssiner Ansiedlung aufgenommen hat y S I L B E RSTE IN * C0 , Inhaber Dr Frtt» T«-»«l Rllhrnit»!* 8WPI ^ammmmgggggggggggfggggjjggg^g1] | 1', ffl" a—— "■1 BEI DER AUSWANDERE« ■ IRL O 36 . RI4CHIN1IRGIRSTR ASS I 154 15 vesumiäaEtätX^ . f >v