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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 89

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand UB Ffm
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 89 (sequence 97)
Language
German
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Die Innenpolitik hat die Vermittlung zwischen den Interessen, des Kapitals auf der einen Seite und der Arbeiter und kleinen Landwirte auf der anderen Seite zum Ziel; die Lage der wirtschaftlich schwachen Schichten soll verbessert werden. In der Wirtschaftspolitik wird eine Verbreiterung des Anbaus anderer Handelsgewachse neben dem Zucker und eine stärkere Industrialisierung gefördert. DL Die Wirtschaft L Landwirtschaft Die Philippinen sind in erster Linie ein Landwirtschaftsland. Die gründlichere Entwicklung' der Landwirtschaft setzt allerdings erst mit dem Uebergang der Philippinen aus spanischem in US-amerikanischen Besitz ein (1898). Seitdem wurden landwirtschaftliche Schulen und Versuchsstationen in jeder Provinz errichtet und unter Leitung und Ermutigung der Amerikaner hat die Landwirtschaft in diesem Lande eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Allerdings steht erst etwa - ein Fünftel der" Gesamtfläche unter Bewirtschaftung, wahrend etwa drei Fünftel-als kultivierbar angesehen werden. — Die Haupternten sind Pal ay (Rohreis), Abaca (Manilahanf), Kokosnüsse, Tabak, Zuckerrohr, Get^'^ir*"E"* K'nf.fna. Der Anbau von Gummi ist in der Entwicklung begriffen. Der Wert dir gesamten landwirtschaftlichen Erzeugung (außer. Viehzucht) wurde 1932 auf ca. 151 Millionen Dollar geschätzt. . Reis*. Reis ist eines der wichtigsten Erzeugnisse der Philippinen und war schon vor .dem spanisch-amerikanischen Krieg (um die Jahrhundertwende) ein wichtiger Posten der Ausfuhr. In letzter Zeit ist dagegen die Reisernte sogar unter den einheimischen Bedarf heruntergegangen, da andere Pflanzen an dessen Sjelle traten. Die Menge der Ernte betrug 1935 1,3 Millionen t; der Wert der Ernte von 1936 wurde auf 119 Millionen Pesos geschätzt. Abaca: Der „Abaca" genannte Manilahanf wird zur Herstellung von vorzüglichem Tauwerk verwandt. Bis vor wenigen Jahren besaßen die Philippinen daa Monopol seiner Erzeugung. Im Jahre 1933 (nach dem Krisentiefpunkt) wurden . 134 000 t ' produziert, 1936: 162000 t. Der Wart des ausgeführten Manilahanfs belief sich 19S6 auf rund 23000 Pesos. Zum Teil werden die Fasern auch auf den philippinischen Inseln selbst zu Seilen und dergleichen verarbeitet. Zucker: Die Zuckerproduktion gilt1 als Quelle des Wohlstands der Philippinen; diese Inseln sind in letzter Zeit eines der reichsten Zuckerlfinder der Welt geworden. Sie besitzen ebenso günstige klimatische Bedingungen für . den Anbau von Rohrzucker wie Cuba, Java, Hawaii und Portorico, die vier größten Ausfuhrlinder für Rohrzucker. Die Entwicklungsmog- Fichkeiten für die Zuckerproduktion auf den Philippinen sind weiter sehr groß. 1936 wurden nahezu 1 Million t Zucker auf den Philippinen produziert; der Export belief sich im Jahre 1935 auf 66 Millionen Pesos. Seit 1934 ist er beträchtlich gesunken, da die Vereinigten Staaten damals die Zuckereinfuhrquoten aas den Philippinen stark 'herabsetzten. Der Gesamtwert der Zuckerrohrprodukte wurde 1936 auf 111 Mill. Pesos (gegen 76 Mill. Pesos im Jahre 1935) geschätzt v f - ■ ■ ■ ■ X- Kokosnasse: Die Philippinen stehen in der Kokosnuß- Produktion unter allen Landern der Welt an dritter Stelle. Etwa 108 Millionen Kokospalmen gibt es dort, von denen aber 70 Millionen Fruchte tragen. Die Zahl der geernteten Nüsse wurde im Jahre 1932 auf 1,94 Milliarden geschätzt. Aus den Kokosnüssen wird auf den Inseln selbst Oel gewonnen, die Fasern der Kokosnuß werden auf den Inseln bearbeitet und aus der harten Schale der Kokosnuß werden in kleinindustriellen Betrieben mehr als 70 verschiedene Produkte hergestellt. Das in Streifen zerschnittene und getrocknete Fleisch der Kokosnuß wird als „Kopra" ausgeführt; es dient in den Einfuhrländern als Rohstoff zur Kokosfettbereitung für Seifen u. dgl. Die Ausfuhr der Kopra betrug 1935: 253000 t hn Werte von 22 Mill. Pesos, wozu noch 102 000 t Koprakuchen und 165 000 t Oel kommen. Der Gesamtwert der Kokosnußerzeugnisse betrug 1996 ca. 62 Mill. Pesos. Tabak: 1935 wurden auf den Philippinen 29 Millionen Kilogramm Tabak produziert. Der größte Teil wurde auf den Philippinen selbst verarbeitet, besonders zu -sogenannten „Manila"-Zigarren, die wegen ihres vorzüglichen Aromas auf der ganzen Welt geschätzt werden. Der Wert der im Jahre 1935 ausgeführten Zigarren belief sich auf 6,8 Mill. Pesos. Erntewert 1936 : 3,7 Mill. Pesos. Getreide: Das auf den Philippinen geerntete Getreide deckt aar knapp den eigenen Bedarf. Eine gewisse Menge Weizenmehl muß regelmäßig eingeführt werden (1935 im Werte von 5,7 Mill. Pesos). * Obst: Im warmen Klima der Philippinen gedeihen eine Fülle von Obstsorten, die uns zum Teil unbekannt sind. Die wichtigste Obstart, die auch ausgeführt wird, ist die Banane. Vi eh sucht: Der Viehbestand der philippinischen Inseln nimmt ständig zu. Ende 1935 schätzte man den Bestand an Wasserbüffeln (sog. Carabaos) auf 2,7 Mill. Stuck. Femer gab es 1,5 Mill. Stflck Rindvieh, 3 Mill. Schweine und 400000 Pferde und Maultiere. Der Viehbestand —wird aber nicht voll zur Ernährung der Bevölkerung der Inseln ausgenutzt; die Fleischeinfuhr der Philippinen ist recht hoch (1933 wurden Fleisch- und Molkereiprodukte im Werte von 9,2 Mill. Pesos eingeführt). Fischerei: Neben Reis bilden Fische und Fischprodukte das Hauptnahrungsmittel der Filipinos. Die See, die die Inseln umgibt, ist von großem Fischreichtum; trotzdem spielen die auf den Philippinen gefangenen Fische eine geringere Rolle für die Rrp*^mne der Bevölkerung als die importierten. Fischprodukte verderben sehr schnell; und die grobe bmuejictatigkeit und diehohe Temperatur gestatten nicht, die Fische zu -konservieren. Zudem bewirken die Monsunwinde, daß je nach der Jahreszeit den einzelnen Inseln bald ein Ueberfluß an Fischen, bald gar keine Fische zugetrieben werden. Alle diese Faktoren bewirken,' daß lediglich in der Nachbarschaft der großen Städte Fischfang für den Markt betrieben wird. — Im Jahre 1935 wurden Fische und Fischprodukte im Werte von 2,7 Mill. Pesos eingeführt ,/' 2. Bergbau und Industrie Der Abbau der philippinischen Bodenschätze erfolgt erst seit einigen Jahren in größerem Umfang. Von Bedeutung ist bisher lediglich die Goldausbeute geworden; seit 1931 hat sie sich versechsfacht. Dabei erweist sich die Gold-Bergbauindustrie als eine Schlüsselindustrie: die Prosperitat der Bergwerksgesellschaften regt die Bauindustrie und den lokalen Arbeitsmarkt an. Der hohe Stand ihrer Papiere an den Börsen lockt die Spekulation, und die ständig wachsenden Dividenden bieten einen starken Anreiz, für das Anlage suchende Publikum. Die fast' überstürzte Entwicklung der letzten Monate veranlaßt Sachkenner zu der Befürchtung, daß ein Rückschlag die stürmische Hausse abbremsen dürfte. 1936 wurden 18600 kg Gold gewonnen. In den ersten fünf Monaten 1937 allein für 20 Mill. Pesos. Es finden sich neben Gold auch andere Metalle auf den Philippinen, aber bisher lohnte 'es sich kaum, sie abzubauen. Lediglich Chrom-, Eisen- und Manganerze werden in kleinem Maßstab gefordert und exportiert. — Von anderen Bodenschätzen, die auf den Philippinen gefunden und abgebaut werden, verdienen Kohle und. Salz Erwähnung. — So JOSEPH Berlin-Schöneber« 1. Ecke Din Hain der guten Herrenu. Knabenkleidung XL 7Z

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