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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 67

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand UB Ffm
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 67 (sequence 75)
Language
German
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r^-j" ■ \%u&tt& T.5y>*;7r- I 1 . * # I 1 \ ■ ■ " "' ■' ■ .*■ ' ii «4t». •. '»■"• Sie sind im wesentlichen« orthodoxe Gründungen und unterrichten ihre Zöglinge 3—6 Jahre lang; es handelt sich um ungefähr 4500 Schuler an 10 Anstalten, 1,5 <¥», in New York City 6 * aller jüdischen Unterricht genießenden Kinder. Es gibt drei Typen: den alten und den modernen Jeschiwan-Typ und den privaten fort-' schrittlichen Typ Die Jeschiwah-Typen unterscheiden sich aber trotz der Namensgleichheit wesentlich von den Jeschiwoth des europäischen Ostens. Im al ten» Jesch i w ah - Ty p ist der Unterricht vormittags religiösen, biblischen Fächern gewidmet, nachmittags den weltlichen Fächern; die Mahlzeiten werden gemeinsam in der Schale genommen. Mädchen sind nicht zugelassen. Die Unterrichtsaprache ist meist jiddisch, in höheren Klassen hebräisch. " Der moderne Jeschiw.ah-Typ, dessen Schulerfolge auch im Hinblick auf Berufsvorbildung, insbesondere Studium, als sehr gut gelten, hat als Umgangssprache englisch, in den Oberklassen auch hebräisch. . V. . - i Zahlenmäßig am geringsten und noch'im Aufbaustadium ist der Private Progressive Typ* (private fortschrittliche Typ), der schon durch sehr hohe Schulgelder den meisten Kindern vorläufig verschlossen bleiben muß. Es gibt bisher drei solcher Schulen mit ca. 400 Schülern aus gemäßigt-orthodoxen oder konservativen Kreisen. Ihr Ziel ist abgerundete jüdische Charakterbildung und zugleich beste amerikanische Bürgerbildung. Die Lehrer der allgemeinen Fächer sind meist Niohtjuden; che Schulleitungen stehen in Verbindung mit der Lehrerbildungsanstalt der Columbia-Universität d) Weiter sind noch die Yiddish Week-day Schools — in New York City 124 Schulen mit rd. 9 */» der Schüler, in den USA. zusammen' wenigstens 300 Schulen mit 21000 Kindern —, von denen es eine Anzahl von Typen gibt, die zum Teil unter der Leitung der verschieden gerichteten Arbeiterverbande stehen, zu erwähnen. e) Dazu kommen schließlich noch die sogenannten HighSchool- (Gymnasial-) Klassen für die Ja von 15 bis 18, die von über 3000 Teilnehmern besucht werden. Das Hauptgewicht hat hier die Hebrew High, School of New York City mit 600 Schülern. Am schwersten erfaßbar ist die Zahl der Jugendlichen, die ihre jüdische Ausbildung in den YoungMen's and Women's Association Cent res und den Jugendbünden finden. Ihre zusätzliche Zahl wird auf mindestens 60000 für New York City geschätzt. Abgesehen von den Parochialschulen ist der Unterricht an. den jüdischen Schulen entweder frei oder kostet monatlich 2—3 Dollar. 2i Erwachsenen- und ^Volksbildung In den Israel Friedländer-Klassen, die in verschiedenen Formen als College, Academy usw. geführt werden, erwerben gegen 2500 Hörer in dreijährigem Lehrgang jüdisches Wissen. Die Bewegung ist unserem Lehrhaus-Betrieb zu vergleichen. Als . Seminary . College of Jewish Studies können sogar nach vierjährigem Hören akademische Grade,. vor allem der eines Bachelor of Hebrew Litcrature erlangt werden: In den Community- Centers (vgl. i S. 70) werden Tegelmäßig Vorträge über Bitdungs- und Kunstfragen gehalten. Hier gibt es freilich keinen festen Hörer- und Mitarbeiterkreis, sondern es handalt sich um klubartige Zusammenkünfte oder besondere Veranstaltungen. >~9. Wissenschaft und Forschung Jüdische. Universitäten existieren nicht. Aber es gibt ■ eine Anzahl von Fachhochachulen und jüdischeny Forschungsanstalten von hohem Rang. In eratery Reihe sind hier die Seminare der verschiedenen religiösen Richtungen (vgl. S. 65) zu nennen, an denen bedeutende Gelehrte arbeiten. Sie werden ergänzt durch das Dropsie College for Hebrew andCognate Learning (für alle Gebiete jüdischer und verwandter Forschung) in Philadelphia und die Graduafe School for Jewish Social Work in New York, die beide auch den Masterwie den Doktorgrad verleihen. s Es ist bemerkenswert, daß die 1925 für Männer und Frauen errichtet« Soziale Auabildungsstätte strengen Hochschulcharakter träft. Sie nimmt nur Graduierte aaf, d. h. Studenten, die bereit» auf einem Universitäta-College d«n Bachelor-Grad erworben habe«. Das Studium dauert S Jahre. Di« Anstalt hat auch eine Reihe soziologischer Erhebungen veranstaltet. Sie ist der Amen I \ rkaniachen Vereinigung der Sozialen Schuler. angeschlossen und 1 ihr Direktor, Dr. M. J. " < 1 ■ i ■' i'" ■ ' Karpf, war von 1932—1934 deren Vor-V sitzender.. « ' Das Jewish Theological Seminary of America und das Hebrew Union College besitzen vorzügliche Bibliotheken. , 'r*': Weitere bemerkenswerte Büchereien gehören" dem Isaac Elchanan Seminary, dem Jewish Institute of Religion der New- Yorker Free Synagogue, der American Jewish Historical Society, der Graduate School for Jewish Social Work,, der Central Jewish Library and Archives, sämtlich in New York, dem Hebrew Theological Seminary of Chicago und dem Dropsie College in Philadelphia. Weiter sind die jüdischen Abteilungen der New York Public Library, der Harvard Universität in. Cambridge (Mass.) und der Vale Universität in New Heaven zu erwähnen. Die Gesellschaften für Studien auf dem Gebiet der Wissenschaft des Judentums bringen durchweg hervorragende Publikationen heraus. Hierzu gehören die American Academy for Jewish Research * (Akademie für jüdische Forschung), deren Veröffentlichungen mit wichtigen wissenschaftlichen Abhandlungen jährlich erscheinen,' die American Jewish Historical Society mit einer bereits sehr großen Reihe ihrer Publikationen, das Dropsie College mit größeren Werken und vielen Monographien, das Jewish Theological Seminary of America mit Buchveröffentlichungen und schließlich der Jewish Weifare Board mit aktuellen Unterauchungen. An der Spitze steht die Jewish Publication Society of America (Jüdische Verlagsgesellschaft), unter deren Betreuung eine reiche Literatur aller jüdischen Gebiete, darunter auch viele wertvolle Uebersetzungen, entstanden,, ist. Di« Alexander Kohut Memorial Foundation und manche andere Stiftungen haben gleichfalls die Förderung jüdischer Forschung zum Ziel. In New York existiert auch eine American Section of ■ the Yiddish Scientific Institute. An der Columbia und der Harvard Universität wird die Wissenschaft des Judentums als besondere Disziplin gepflegt. Bedeutenden Umfang hat die .jüdische Presse. Von insgesamt .157 periodisch erscheinenden Veröffentf £ r ■ i ■ .. * »J . '->,<' -• fttüi " I.'/:*

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