Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1938. Bestand UB Ffm
- Issue
- Juli 1938
- Date
- 1938-07-01
- Page
- Seite 21 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Stadt Seattle Snreveport Sioox City Somerville Späth Bend South Orange Spokmne Spriarfieid Stamford Stockton Syracuse Tacoma Tunp« Terre Haute Toledo Trenton Troy Tuk. Union __Staat W »»hington Louüuan» Iowa Musachttfett» Indiana New Jersey Washington Connecticut California New York Washington Florida Ohio New Jer»ey New York Oklahoma New Jersey Bevölkerung 363.134 . 76.659 79.031 103.604 103.694 13.729 115.514 149 m—f 46.346 47.690 207.007 106.837 101.161 62.543 290.787 122.610 72.350 141281 58.659 Juden f 12.000 2.200 1150 2.000 2.500 1.000 U50 12.000 5.600 1.150 14.000 1.000 2.000 1.000 12.000 11.000 2.100 2X00 4.000 , 2. Das Klima Nordamerikas L Allgemeine Grundzüge Von einem einheitlichen Klima kann infolge der gewaltigen Ausdehnung des nordamerikanischen Kontinentes nicht die Rede sein. Er erstreckt sich von arktischen Gebieten bis in die Tropen und besitzt alle Formen des Aufbaus und des Klimas. Er umfaßt zugleich sehr kalte und sehr beiße Gebiete, sehr trockene und sehr feuchte. Dennoch hat er infolge seiner geringen Gliederung bestimmte einheitliche Klimaerscheinungen, zumal er mit seinem größten und wich* tigsten Teil der gemäßigten Zone angehört Nimmt man europäische Verhältnis»« zum Vergleich, so liegen Boston und Chicago auf der Breite von Rom; New York entspricht Neapel, Philadelphia liegt südlicher als Madrid und Konstantinopel, Washington entspricht Lissabon, St Louis Athen und New Orleans dem Suez-Kanal! Man darf aber nicht die gleichen Bedingungen voraussetzen, sondern muß durchgängig mit einer um durchschnittlich 10 Grad kälteren Temperatur im Osten Nordamerikas rechnen. Doch entsprechen die hohen Sommextern peraturen und der Grad der Fruchtbarkeit im allgemeinen der Breitenlage. An der pazifischen Westküste erinnert das Klima an das europäische Mittelmeergebiet. Di«/ Grunde für die klimatischen Besonderheiten liegen im Charakter der angrenzenden Meere und in der Gebirgsgliederung des Landes. Die arktischen Wassermassen im Norden üben einen-tiefen Einfluß auf das Klima aus. Im Nordwesten liegt das kalte Bering-Meer, von Nordosten vor allem drücken die gewaltigen Eismassen des Grönlandstromes und des Labradorstromes durch die Hudson-Bav bis tief in das Land. Die wohltätige Wirkung des Golfstromes wird so für die Ostküste weitgehend aufgehoben. Dagegen empfängt die. Westküste die wärmenden Wasser der von Japan kommenden Kuro-Siwo-Trift im allgemeinen unbehindert. Ebenso wird die Südküste von warmen Gewässern bespült, Infolgedessen steigen die Temperaturen von Osten nach Wetten beträchtlich an. Europa ist durch eine Anzahl von Gebirgsbarrieren in verschiedenartige Klima- und Kulturgebiete zerteilt Nordamerika besitzt dagegen, wie wir sahen, nur einen wirklich bedeutenden Gebirgszug, die Cord illeren, die parallel der Westküste von Norden nach Süden verlaufen; im übrigen gibt es keine Klima-Barriere. Dies hat zur Folge, daß das Land trotz seiner Lage zwischen zwei Meeren kontinentales Klima mit heißen Sommern, kalten Wintern und starken Te'm- Stadt Uniontown Utiea Waco Washington Wsterbury Waukegan West Hoboken Wert New York White Piain» Wichit» Wukes-Barre Wilmington Winthrop Woodbin« Woonsocket Worcester Yonker» Youngst own y r Staat New Tezas District of Columbia Connecticut Illinois New Jersey New Jersey New York Pennsylvania Delaware Massachusetts New Jersey Rhode Island Massachusetts New York Ohio Bevölkerung -19.368 102.633 52.825 485.716 99.902 33.434 43.343 36.941 35.604 111.110 86.507 104.941 16.968 2.164 49.376 196.395 131123 170.004 Joden 1.100 1600 1.500 18.000 5.300 1.000 1.320 2.410 1.700 5.500 1936 2.450 1.100 1.350 11000 8.000 1500 peraturSchwankungen besitzt Denn im Westen wird der die Küste beherrschende pazifische Einfluß rasch durch die Cordilleren ' abgeschnitten, und im Osten erreichen die warmen Strömungen des Golfstromes selten das Land; nur der Süden hat hier in nennenswertem Maße das ausgeglichene feuchte ozeanische Klima. Im ausgeprägt kontinentalen Osten sind daher die Temper a t u r s c h w a n k u n ge n erheblich größer als im Westen. Von der subarktischen zur subtropischen Zone, von der LabradorkOste bis zum Golf, steigt an der atlantischen Küste die Jahi-esdurchschrnttstemperatur um 33° C, an der pazifischen Koste aber aar um die Hälfte. Das Wintermittel schwankt im Osten Um 22° C, im Westen um 11° C. Durchschnittlich kann man im Osten mit einem Steigen der Temperatur um IV«* C pro Breitengrad rechnen. * ■ Eine weitere Folge der LandesgJjedening ist die Tatsache, daß die kalttrockenen Polarwinde (Northersl - ans dem nördlichen Kontinent. bis in den Golf von Mexiko dringen, während umgekehrt der Golfstrom seine feuchte warme Luft (Southers) aus dem Golf bis in den hohen Norden sendet. So dringt der winterliche Schnee bis in den subtropischen Gürtel und die Sommerglut bis hoch in den Norden. Durch die Berührung so verschiedenartiger Luftmassen kommt es häufig zu außerordentlich heftigen und plötzlichen Temperaturstürzen, die besonders im Süden als sogenannte killing froste (d. h. tötende Fröste) vernichtend auf den landwirtschaftlichen Eftrag wirken können. Ueberhaupt sind die weiten offenen Ebenen der gegebene Tummelplatz von Stürmen, die nicht nur in der Nord-Süd-Richtung vorkommen, sondern vor allem von Westen nach Osten im Verlauf von Zyklonen, und Antizyklonen ibre Wirbel durch das Land tragen. ' Von den Temperaturstürzen bleiben nur wenige Gegenden des Landes verschont Am ausgeprägtesten treten diese Kälte- und Hitzewellen fcold waves and hot waves) in den Hochebenen östlich der Felsengebirge und in Inncrcalifornien auf. In wenigen Stunden verändert sich die Temperatur um :- 80—40° C und ruft völlig veränderte Lebensbedingungen hervor. Die J a h r e s % e i t e n netzen im allgemeinen unvermittelt ein, die' Uebergangszeitcn des frühlings und 'den Herbstes haben Jüngst nicht den ausgeprägten, Charakter -wie in Europa Grundsätzlich ist also in viel. stärkerem Maß mit der Unsicherheit der Temperatur zu rechnen und gegen ihre Einwirkung Vorsorge zu treffen: Dies gilt auch gegenüber den Winden, von denen im. Winter die nordwestlichen, im Sommer die südöstlichen vorherrschen. Infolge der sich im gewaltigen Gebiet der Erstklassig*) Empfehlungen Verwaltung und Betreuung von Auswanderervermögen Hausverwaltungen, Liquidationen, Geschäftsverkäufe ■tili 864646 s Sanierungen, wirtsch. Beratung durch erfahr. Fachmann Dr. jur. ERNST ROSENTHAL, BERLIN, WESTFÄLISCHE STRASSE 85 2f