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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 42

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand UB Ffm
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 42 (sequence 48)
Language
German
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helle luftige Vorhänge, Uhren, Nähmaschinen wird empfohlen'). Für tropische Gebiete sied Moskitoneue und Ventilatoren unentbehrlich. Ale Bettzeug sind Leinen und Halbleinen am zweckmäßigsten. Wolldecken sind aberall zu brauchen, Federbetten werden hingegen wenig verwandt. Um Auswanderern die Auswahl der mitzunehmenden elektrischen Oertte zu erleichtern bzw. ihnen die Umstellung der schon in ihrem Besitz befindliehen Geräte zu ermöglichen, geben« wir im folgenden eine Tabelle der S t r o m verh ä 11 n i s se in den wichtigsten australischen Städten wieder. Es muß darauf hingewiesen werden, daß die Stromart (Gleich- oder Wechselstrom) in den rinrolnna Stadtteilen häufig verschieden ist. Adelaide 200 Volt Wechselstrom Melbourne 230 Volt Wechsel- und Gleichstrom Sydney 240 Volt Wechselstrom Brisbane 220 Volt Gleich- und Wechselstrom Perth 250 Volt Wechselstrom. Die Kleidung wird tob englischem, aber euch von amerikanischem Geschmack bestimmt. Die Frauen tragen im allgemeinen helle Kleidung (Leinen, Seide, Rips, Popeline usw.); für die Wäsche sind Trikot-Stoffe zweckmäßig. Am Abend Sind besonders in den Städten des Sodass häufig leichte Wollmäntel unerläßlich, für die Regenperiode braucht man einen wassei festen Mantel; in den Städten werden auch leichte Gummimäntel getragen, unter Umständen euch Pelze. Im Winter werden leichte Wollkleider und -kostflme getragen. Für die Herrenkleidung kommen helle baumwollene' oder leinene Anzüge in Betracht. Ferner helle Hosen aus Flanell oder Tweed und Sportjacketts in hellen Farben. Im Winter herrschen wollene Ansage aus leichtem gutem Material vor. Bei Niederlassung im Süden ist die Mitnahme eines Ulsters oder Wintermantels, aber auch eines Filzhutes empfehlenswert. Die sommerlichen Herrenanzüge sind zumeist ungefüttert. Als Material für Herren-Unterwäsche wird ausschließlich Mako empfohlen. Tropenhelme nnd Tropenkleidung wird nur in bestimmten Teilen Queenslands getragen. Zar Arbeit tragen Männer in den Städten meist Flanellhemden und Hosen aus Baumwollstoffen, auf dem Lande Khakihemden, Beinkleider aus grobem Wollgewebe und -feste Schuhe oder Stiefel. Es werden zumeist Sporthemden mit angeschnittenem Kragen zu FlanelHiosen und Sportjacketts, aber auch baumwollene Poloblusen getragen; für formliche Gelegenheiten sind Oberhemden mit abnehmbaren Kragen üblich. Auch in Australien herrscht die englische Sitte, abends — auch für eine Gesellschaft im kleinen Kreis und in einfachen Verhältnissen — Abendkleidung, d. h. bei Herren zumeist einen Smoking, anzulegen 2. Lebenshaltungskosten und Lohn« Dan Deutsche Aualandsinstitut in Stuttgart gibt ab Lebenshaltungskosten für einen ledigen jungen Mann £ 15 bis 20 kn Monat an, während eine Familie von vier Köpfen £ 25 bis 40 benotigt. Für ein möbliertes Zimmer — ohne Pension, — seien £ 4 bis 6 monatlich zu zahlen, mit Pension £ 10 bis 15. Die individuellen Arbeitslöhne und Gehälter werden in Australien nur in Ausnahmefällen durch unmittelbare Verhandlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart. Nahezu jeder Arbeitsvertrag unterliegt sehr komplizierten Bestimmungen, die teils auf Bundesanordnungen, teils auf Schiedssprüchen der Arbeitsgerichtshöfe der Einzelstaaten beruhen. Das gesamte australische Lohnsystem baut sich auf dem Gedanken des „Grundlohnes" (basic wage) auf. Der Grundlohn bedeutet „den niedrigsten Lohn, der an einen ungelernten Arbeiter auf Grund der normalen Bedürfnisse eines durchschnittlichen Arbeitnehmers als eines in einer' Zivilisiertem Gemeinschaft lebenden Menschen bezahlt werden darf." (Nach der Definition in der ersten arbeitsgerichtlichen Formulierung des Grundlohnes vom Jahre IWM / Dieser Grundlohn ist nicht nur auf die Deckung der Bedürfnisse des Arbeiters salbst berechnet, sondern schließe auch, die seiner Ehefrau mit ein Besondere Körperschaften setzen den Grundlohn, Je nach Schwankungen dar Lebenshaltungskosten, für bestimmte Zeitabschnitte fest. Außerdem ist er für die Einzelstaaten und für die varachiedeaaa Industrien «ersch iede n. Daneben wird ein besoadater ') Diese und die folgenden Angaben entnehmen wir zum großen Teil einer empfehlenswerten Zusammenstellung des Kaufhauses N. Israel, Berlin. "ff ■ ■ 'sWr n vom Bande festgesetzt, der für solche Arbeiter dfl die nicht Mitglieder der zuständigen Gewerkschaften sind. 2a dem Grundlohn hnewasa im Einsalfall noch Zuschläge, die erstens nach der Kinderzahl des Arbeitars (5 ah wöchentlich pro Kind) und -zweitens nach seinen Fähigkeiten (ob gelernt oder ungelernt usw.) bemessen sind. So kommt es, daß die Durchschnittslöhne zum Teil erheblich über den Grundlöhnen liegen. Die Löhne für weibliche Arbeitskräfte sied etwas niedrigst': als die ihrer männlichen Kollegan. In allen Fällen können die gezahlten Lohne als recht auskömmlich, z. T. sogar als ausgesprochen gut bezeichnet werden. Nach Angaben des Deutschen Auslandsinstituts m Stuttgart verdient ein Arbeiter durchschnittlich £ 15 bis 20, ein Handwerker .durchschnittlich £ 15 bis 30 im Monat Hausangestellte erhalten neben freier Stetion Löhne Höhe von £ 4 bis 10 im Monat 1 V. Gesellschaft nnd Kolter 1. Die sozialen Grund Tagen der australische» Kultur Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten von Amerika und manchen anderen überseeischen Landern ist Australien bisher kein „Rassen misch topf' (meiting pot) gewesen, fc dem sich aus den verschiedensten Elementen erst ein neues Volk und eine neue Kultur bilden mußten, sondern Australien ist durchaus britisches Kulturgebiet mit einer fast rein britischen Bevölkerung; so hat es britische Traditionen und Einrichtungen übernommen und hält mit Stab an ihnen fest Aber andererseits ist Australien doch ekv junges Kolonialland, dessen aozfafoJ3rundlagen gast anders sind als die eines dicht bevölkerten europäischem Staates wie England, und der Einfluß dieser Tatsache aal seine Kultur ist stark und unverkennbar. Da Australien — etwa im Gegensatz zu einem Land wie Südafrika, mit dem et sonst manche Aehnlichkeit hat — kleine farbige Unterschicht besitzt, sondern seine 'ganze Wirtschaft ausschließlich auf weißen Arbeitskräften aufbaut, so hat dk australische Arbeiterschaft bei der geringen Bevölkerung»- . dichte, - der beschränkten Einwanderung und dem uner»" schlössenen Reichtum des Landes von vornherein eine sehr starke Stellung, und ihre vorzügliche Organisation in des Gewerkschaften verstärkt noch ihre Macht außerordentlich. Unter diesen Umstanden hat man nicht mit Unrecht Australien daa „Arbeiterparadies" genannt; und wirklich geht es wohl in keinem Lande den Arbeitern besser als hier. Dar gesetzliche Arbeiterschutz ist in Australien — im Gegensatz etwa zu den Vereinigten Staaten — schon längst stark ausgebaut; die Arbeitszeit ist zwar nickt einheitlich geregelt, beträgt aber im Durchschnitt weniger als 46 Standen, und die gesetzlich festgelegten Mindestlöhne sind recht auskömmlich. Infolgedessen iaf"der Lebensstaadard auch dar breiten Masse für europäische Verhältnisse erst au n 1 i c h hoch und wird kaum von irgendeinem Lande der Erde übertroffen. Der Arbeiter hat vielfach sein eigene« Auto und' meistens sein eigenes Häuschea und nimmt an den meisten Genüssen des Lebens fast gensa so teil wie ein Angehöriger des Mittelstandes oder selbst der Oberschicht So ist der Unterschied in der Lebenshaltung zwischen den verschiedenen Klasse* viel geringer als in irgendeinem europäischen Lande; in Australien herrscht die Demokratie nicht nur politischen Leben, sondern sie ist auch gesellschal lieh und kulturell weitgehend zur Tatsache gewordtfl Dies zeigt sich u. a. in dem außerordentlichen Selb»»* bewußtaein des australischen Arbeiters, dem nicht» fet liegt als Servilitat, ja der sogar viele in Europa salbst1 ständliche kleine Dienstleistungen einfach ablehnt wenn ais./| nicht zu «einem vereinbarten Arbeitsgebiet gehören. Mit dieser ' großen Selbstachtung der unteren Schichten hängt auch dar hohe Stand der Ehrlichkeit zusammen, der einen erfreu» liehen Zug des australischen Leben» bilde«. Doch haben diese Verhältnisse auch sehr bedenklich» Folgen, unter denen in erster Reihe die Landflucht au erwähnen ist Daa städtische Leben mit Acht-Stunden- Tag, auskömmlichen Löhnen und den noch zu schildernde» typischen Formen des modernen Massen vergnügen n übt auf die Australier eine so außerordentliche Anziehungskraft aus, daß heute das ungesunde Wachstum der Riesen- 5 1 V . ■» 'w « . 42 ■: Vf. .. - ■ ( f / ■ ,| .- +"•>* r. v

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