Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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des Laadwirts, ebenso oft aber ergibt es sieh erst aas der > Entwicklung des Saatenstandes. Denn der australische Weizen muß bei der geringen Zahl der einheimischen Bevölkerung zum großen Teil exportiert werden, und zwar nach außeror'dentweit entfernten Ländern, also unter hohen Frachtspesen; j>alb lohnt sich der Export nur bei hochwertigem 'eizen, wahrend der geringwertige sweckmaßigerweise als iehfutter verwendet wird. Daß etwas Derartiges in euroäi sehen Landern kaum denkbar wäre, liegt einerseits an den ler durch Zollschutz verteuerten Preisen des Getreides, anderer- -its an den niedrigeren Arbeitslöhnen; in Australien dagegen eßt der Weizen keinerlei Zollschutz, so daß sein Preis* den Weltmarktpreis bestimmt wird und unter Umstanden ir leicht unter die Rentabilität»-Grenze sinken ^kann. In weiten Gegenden Australiens wird der Weizenbau egen der-Unsicherheit der Niederschlage mit einem ungeheuren Risiko-Faktor betrieben; der Ertrag guter ahre muß ausreichen, die Jahre der Dürre zu überstehen, eben der Dürre leidet aber der Weizenbau, wie die ustralische Landwirtschaft überhaupt, periodisch auch noch nter mancherlei anderen Plagen in einem Umfang, wie er anderen Landern kaum bekannt ist, so etwa unter euschrecken-, Mäuse- oder Kaninchen-Plagen. Alles dies rhöht das spekulative Moment in der australischen Landwirtschaft. Von den übrigen Produkten des australischen Ackerus sind vor allem folgende zu erwähnen: Gerste und 'afer werden überwiegend als Futtermittel angebaut, d zwar für Grünfutter, also für Heugewinnung. Die mit Haier bepflanzte Fläche schwankte in den letzten ahren zwischen 1 und 1,6 Millionen acres, die mit Gerste beteilte Flache betrug meistens etwa 400000 acres. — Ein nennenswerter Export Tindet nur in Gerste statt. Doch hat die tarke Zunahme des Gerstenanbaues in den letzton Jahren, die or allem in Süd-Australien erfolgte, zu Zweifeln geführt, ob ür die wachsenden Mengen der Absatz gesichert werden kann, ur Zeit geht der Export vorwiegend nach Belgien, und die egierung bemüht sich, diesen Markt durch Handelsverträge u sichern. Mais wird besonders in Queensland angebaut, entsprechend t dem' wärmeren Klima, den reichlicheren und gelmäßigeren ■ Niederschlagen in .diesem Staat. Auch hier verbindet sich der Anbau zur JCorngewinnung 't dem Anbau als Grünfutterpflanze zur Heugewinnung, was V bei Mais schon der Natur der Sacke nach mehr zusammenhört. Reik wird in letzter'Zeit in Neu-Südwales in steigendem aße angebaut. Der Rasbau kann den schweren Lehmboden utsbar machen und rentiert sich besser als Weizen. Die Reproduktion wird durch Schutzzölle entwickelt. Von besonderem. Interesse ist aas verschiedenen Grünn der Anbau von Zuckcrroh'r. Noch vor 30. Jahren Australien ziemlich unbekannt, ist er heute der Haupt- »eig der Feldwirtschaft in Queensland; daneben wird ich in Neu-Südwales etwas angebaut. Die australische ckerproduktion, der in den letzten Jahren ungefähr 320 00Q acres dienten, könnte aber nicht bestehen, wenn "cht die Regierung die Einfuhr von Zucker verteil und den Inlandspreis außerordentlich hoch festgesetzt hatte. Hierdurch wird die Rentabilität der Zuckerproduktion ermöglicht, obwohl ein großer Teil des Zuckers artiert werden maß und der Weltmarktpreis die Proionskosten nicht decken würde. 1934/35 betrug die Erzeugung insgesamt, wie in den letzten orhergehenden Jahren, etwa 800 000 tons. Dies war sehr viel mehr, als der Inlandsmarkt aufnehmen konnte; faM die Hälfte wurde exportiert. Während aber der Inlandspreis per ton nicht weniger als £ 24/0/0 betrug, stand der Exportpreis auf £ 7/18/0. [Ein nicht ganz einfaches System schuf für den Produzenten en Ausgleich zwischen diesen beiden Preisen. Die notwendige Voraussetzung für die weitgehende Staatshilfe für den Zuckerbau besteht darin, daß er, auch im tropischen Queensland, fast ausschließlich mit weißen Arbeitskräften betrieben wird, während früher billige Farbige verwendet wurden. Wenn aber auch unter den heutigen Umständen — d. h. bei den hohen Löhnen für weiße Arbeitskräfte — die Rentabilität des Zuekeranbaues nur durch die geschilderten Staatsmaßnahmen gesichert werden kann, so sind die natürlichen Voraussetzungen sogar für eine weit «rßßere Zuckerproduktion gegeben; und zwar zum Teu in Queensland, zum Teil aber auch in Neu-Südwales und nicht zuletzt in bisher allerdings fast unerschlossenen und von weißen Siedlern vielleicht nicht bewohnbaren Landstrichen Nordaustraliens. Neben dem Ackerbau spielt jn den letzten Jahren die Obstkultur eine wachsende Rolle und entwickelt sich zu einer der großen Ausfuhrproduktionen des Lande*. In den verschiedenen Teilen von Australien wachsen fast alle Obstsorten der Welt. Im tropischen Queensland vor allem ist die Bananenkultur zu Haus, die von hier auch nach Neu-Südwales herüberreicht. In Neu-Südwales selbst nehmen Orangen and Zitronen eine hervorragende Stellung ein; diese Obstarten werden in geringerem Maße auch in Queensland angebaut. Die Weinrebe' ist im ganzen Osten und Süden eingebürgert; sie in Australien heimisch gemacht zu haben, ist ein unbestrittenes Verdienst deutscher Siedler. Die Weintraube wird teils roh gegessen bzw. zum Versand gebracht, teils zu Rosinen getrocknet, überwiegend aber zu Wein verarbeitet. Im britischen Empire spielt der südaustralische Wein eine wachsende Rolle. 1935 wurden über 72 Millionen Liter Wein hergestellt; 1935/36 wurden Tagt 17 Millionen Liter exportiert. Die Ausfuhr von Wein ist vorübergehend durch Prämien unterstützt worden. Ananas und Kürbis werden vorwiegend in Queensland angebaut. Aepfel wachsen überall, vor allem auch in Südaustralien und Tasmanien. Die australischen Aepfel sind zum. großen Teil von hervorragender Qualität; ihr Absatz wird im englischen Mutterland eifrig propagiert. - Trotzdem ist die Lage der Apfelproduzenten schon seit einigen 'Jahren 'wegen des niedrigen Preisstandes schlecht; die Rentabilität der Erzeugung von Aepfeln ■»- wie anch anderer Obstsorten — konnte nur durch hohe Exporteubsidien gesichert ' werden. Da nämlich, der Eigenbedarf an Aepfeln' naturgemäß beschränkt ist, stellt die Aepfelausfuhr im besonderen Maße Ueberschußausfuhr ' dar: Während der Obstsaison 1935 wurden über 4 Millionen Kisten Aepfel ausgeführt. ' In Südaustralien, einem der wichtigsten obstbauenden Staaten Australiens, werden, neben Aepfeln, Aprikosen, Zitronen, Orangen, 'Oliven und Pflaumen, vor allem auch verschiedene Arten von Beeren, so- Erdbeeren und Johannisbeeren und auch Kirschen angebaut. Der mannigfache Obstbau hat im Verein mit der Queensländer Zuckerproduktion besonders die Herstellung von Marmelade, Dörrobst und Obstkonserven begünstigt. Es findet ein sehr erheblicher Export an diesen Waren statt. ■ > Im Jahre 1934/35 wurden etwa 67000 Tonnen getrocknete Weintrauben (Sultaninen, Korinthen u. .a.) erzeugt. Da der durchschnittliche Jahresverbrauch der australischen Wirtschaft «her nur 12000 bis 14000 Tonnen beträgt, so wird der Rest exportiert, und iwO"' vui witceml r*"1! FtHg*"^! Kanada und Ncu-Seeland. Australien ist in diesen Rosinensorten der wichtigste Lieferant der genannte,» Lander. Solange die «■straliache Produktion nicht wesentlich über ihren-jetzigen Umfang hinausgeht, kann dar Absatz als gesichert gelten, Ein wichtiger Exporthandel sind auch die Obstkonserven, vor allem von Aprikosen, Pfirsichen und Birnen; 1935 und 1936 brachten reiche Ernten an diesen Früchten. Eine einzige große Konservenfabrik in Goulburn-Tal im Staate Victoria erzeugte 1936 nicht weniger als 12 Millionen Büchsen, nachdem schon das Jahr vorher Rekordumsätze Und eine Erhebung des Kapitals gebracht hatte. *— Q.iel\' afu, zieh' ein - uu4 ifiCfctw+ein!