Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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wesentlichen im Südosten liegt; es ist aber kein Zweilei daran, daß gerade in Westaustralien und in Queensland die Anbauflache noch außerordentlich steigerungsfähig ist. Die» ist freilich auch in Neu-Südwale* der Fall, wahrend in Victoria nur"noch minderwertiges Land ungenutzt ist. "' Die Nordgrenze de» Weize'nbaua reicht, ebenso wie die des Weinbaus, bis in die Gegend von Roma; im Westen findet der Anbau von Weisen seine Greene bei Geraldton beim St. Grad sftdUcher Breite, wahrend dieselbe Grenze im Osten heim 26. Grad liegt Diese beiden Anbengebiete 'sind jedoch durch die berechtigte NuJUarbor-£bene von einander völlig getrennt. Alle übrigen europäischen Getreidearten reichen nicht so weit nach Norden; Gerste and H a f e r, die Oberwiegsed als Futtermittel angepflanzt werden, werden in sämtlichen Staaten angebaut, vor allem in Victoria, Westaustralien und Tasmanien. Bezüglich der Anbauzonen anderer Pflanzen ist vor allem auf folgendes hinzuweisen: Aa der Ostkttste reicht die Zone des Zuckerrohr* etwa bis Grafton in Neu-Sttdwales, also nicht ganz bis zum 30. Grad südlicher Breite. Der Anbau von Mais hat keine Sudgrenze, doch liegt das Hauptanbaugebiet an der mittleren Oetkttste, also im südlichen Queensland und im nördlichen Neu-Südwale*. Tropische Früchte (wie Ananas, Bananen usw.) gehen bis aar südlichen Grenzevon Queensland; subtropische gedeihen auf dem ganzen Kontinent mit Ausnahme einiger Teile von. Victoria. * Betrachten wir nun in großen Zogen die Viehzucht, so ergibt sieh folgendes Bild: Im Jahre 1834 waren in Australien nicht weniger als 113 Millionen Schaf«, 14 Millionen Stück Rindvieh, 1,8 Millionen Pferde und 1,2 Millionen Schweine vorhanden. Aus diesen Zahlen geht die ganz überragende Stellung der Schafzucht hervor, neben der die Rinderzucht nur eine viel bescheidenere Rolle spielt, wahrend ein in Deutschland so bedeutender Zweig wie die Schweinezucht hier völlig zurücktritt. "T3ie folgende Tabelle zeigt die Hauptgebiete der Schafzucht im Jahre 1935/36: Staat - Schafe <* 1000 Stack Neu-Sttdwales 56000 Victoria 17457 Queensland Südaustralien 17806 7 700 Westaustralien 11074 Tasmanien 2000 Bundesgebiet 220 Nordterritorium 25 Insgesamt 112282 Die vorstehende Tabelle ist besonders interessant unter dem Gesichtspunkt, daß auch die Schafzucht heute noch ihren Schwerpunkt in den Staaten des Südostens hat, also in dem gleichen Gebiet, das auch in der australischen Agrar-Produktion die größte Rolle spielt und überdies den weitaus größten Teil der. australischen Industrie beher- 1-In diesen Zahlen zeigt sich die Einzigartigkeit der australischen G^samEverta1tainae~anT3 salbet in den am dichtesten besiedelten Teilen Australiens sind noch so extensive 'Wirtschaftsformen wie die Schafzucht von hervorragender Bedeutung, während von den besonders dünn bevölkerten Teilen des Kontinents Westaustralien erst an vierter Stelle in der Schafproduktion steht und das Nordterritorium selbst zur Schafzucht noch fast gar nicht genutzt wird! B. Ackerbau und Obstsacht Der australische Ackerbau ist im allgemeinen durch folgende Züge charakterisiert: Der Farmer muß nicht nur, wegen der hohen Löhne, aa Arbeitskräften möglichst sparen, sondern, •"," ——-** er auch ziemlich wenig Maschinen, weil diese durch Zölle verteuert, zuviel kosten; dafür aber steht f billiger Boden reichlich zur Verfügung. Der au lische Farmer wirtschaftet also ausgesprochen extenai« d. h. er baut große Landgebiete an, wobei es ihm zustat kommt, daß er Zugvieh, vor allem' Pferde, billig ha' kann. Die Folge ist, daß die Erträge je Hektar allgemeinen sehr gering sind; z. B. beim Weizenb etwa halb so groß wie die in Deutschland und nur aaitt Drittel der belgischen. Dementsprechend glaubt* der Bericht der «ngenaaiiten Hab four-Koramission (kurz vor der Kriae), eine Steigerung <l*ti§? Weizen-Ertrages je Hektar um etwa 50 •» fordern zu dürfet« Es ist aber mehr als fraglich, ob eine solche Forderung des besonderen pToduktioosbedingungen der australischen LandwttH schalt genügend Rechnung trägt, d. h. ob es nicht unter «j| gegeben«» Umstände* — hei den großen Lohnkarten, hohen Preisen für landwirtschaftliche Maschinen und zuletzt bei der naturgegebenen Unsicherheit der Niedarschll — unzweckmäßig wäre, wenn der australische Ackerbau •ehr weit von «einen jetzigen Formen entfernt Selbst unter Beibehaltung der jetzigen Wirtschaf^H formen könnte aber, durch Ausdehnung der Anbauflächen über die weiten Ländereien, welche im Osten und Westen, weniger im Süden, auch heute noch ungenutzt sind, die Produktion bedeutend gesteigert werden. Eine weitere Möglichkeit zu vermehrter Erzeugung liegt vor allem in der Einführung einer geregelten Watsem Wirtschaft, welche allerdings sehr große Kapitalien zur Herstellung von Staudämmen und zur Zuleitung des Wassers auf die Felder erfordert. In einigen Gebieten Australien» sind derartige Projekte auch schon durchgeführt worden; so halten in Neu-Südwales und Victoria große Talsperren des wahrend der Regenzeit angeschwollene Wasser der Flüsse auf, um es Ober, große Strecken hin den Farmen zum«: führen. Besonders in Victoria "sind riesige Flächen durch', künstliche Bewässerung erst der Landwirtschaft erschlossen worden. Gebiete von Provinzgröße werden durch dichte Netze von Kanälen überzogen. '' Eine andere Methode, den Anbau selbst in Gegend mit sehr unregelmäßigen Niederschlägenzu ermöglichen, besteht in dem sogenannten Trocken-Farmen (drv farming). Es besteht vor allem darin, daß man durch tiefes Pflügen auch die unter der Oberfläche vorhandene Feuchtigkeit nutzbar zu machen sucht, und daß man außerdem durch zweckmäßige Anlage der Furchen die Verdunstung auf ein Minimum beschränkt. Der wichtigste Zweig des australischen Ackerbaues ist, wie erwähnt, der Weizenbau. Im Jahre 1934 35 betrug die Gesamterzeugung 133,3 Millionen bushels, 1935 36 stieg sie auf 142,6. Obwohl durch den sehr erheblichen Anstieg der Weizenpreise auf dem Weltmarkt in den letzten beiden Jahren sich die Lage der australischen Farmer nach einer langen Notzeit besserte, steht ein Teil' von ihnen auch heute noch vor großen Schwierigkeiten, die mit ihrer starken Verschuldung zusammenhängen; zun T*IV wird aber auch Weizenbau auf Böden getrieben, wo ei: Rentabilität in der Regel kaum zu erzielen ist. Ein sehr großer Teil — oft mehr als die Hälfte des australischen Weizens wird ausgeführt; hierbei, ist e».'; ' ein besonderer Vorteil für Australien (wie für ein andere*" großes Weizenexportland, Argentinien), daß sein Weizen* dann auf den Weltmarkt kommt, wenn die großen Bedarfs» länder der nördlichen Halbkugel am stärksten importiere«, müssen. < Eine Eigentümlichkeit de* australischen Weizenbaue» liegt* darin, daß er zum großen Teil nicht der menschlichen Ernährung, sondern der Gewinnung, von hochwertigem Viehfutter dient; dar Weizen wird grün für Heu gesehnttH tan. Diese* Verfahren liegt oft schon von Anfang aa Im PlaiB —-___>' F. Ehrenfeld RADIO f«*HKFl»RTa.M., ZEIL 104 p U A V A ♦ " " ■ (nebender Houptpoil) ■ \0 ■ ^0 Stet* des Neueste Pi P< Fernsprecher 4o376 U i i' Für spezialisier) 32 , \ t " i? ■ f ' . »