Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Hilft« der Gesamtbevölkerung In Städten mit Einwohnerzahlen zwischen 1000 und, 6000 lebt nur ein kleiner Bruchteil der Gesamtbevölkerung. So herrscht in Australien eine Konzentration der Bevölkerung auf ganz wenige Punkte, wie sie sonst kaum irgendwo zu finden ist. Eine etwas größere Städt,edichte besteht nur im Südosten; der gesamte Westen' hat, mit Ausnahme des- Schwanlandes mit der Hauptstadt Perth, fast gar keine Städte, ebenso das Savannenland'des Nordens, und die Mitte ist Oberhaupt so gut wie ohne Städte. Von dem Teil der Bevölkerung, der nicht in den Städten von mehr als 1000 Einwohnern lebt, wohnt aber auch nur ein ''relativ kleiner Teil in „ländlichen" Einzelsiedlungen verstreut; vielmehr wohnt die weitaus größte Zahl in den sogenannten Townships, d. h. in Zwergstädten von meistens nur 20 bis 100 Einwohnern. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus sind diese Siedlungen aber tatsächlich zu den Städten zu rechnen, was die Siedler und die Regierung auch durch den Namen Townships ganz richtig andeuten. . Die wesentlichen Bestandteile einer Townahip sind ein Gasthaus, ein Store — also ein Warenhaus bescheidener Art —, eine Schule, eine Kirche und eine Schmiede. In größeren Townships kommen hinzu: eine Polizeistation, ein Krankenhaus mit einer Schwester (aber meist ohne Arzt), eine Bank and allenfalls ein Bahnhofsgebäude. Diese Townships bilden die lokalen Mittelpunkte für ein oft gewaltiges Hinterland, „in dem die einzelnen „Stationers" auf ihren Viehstationen leben. Hierbei handelt es sich um Einzelhöfe und nicht etwa um Bauerndörfer, wie wir sie auf dem ganzen europäischen Festland als immer wiederkehrende, typische Siedlungsform vorfinden. Der Kolonist britischer Abstammung siedelt nicht in Dörfern, was Auch in. den nur durch extensive Viehzucht genutzten Gebieten nahezu unmöglich wäre. Der Einzelhof — die* „Farm" im Südosten, und Südwesten, wo auch Ackerbau getrieben wird, oder die „Station" dort, wo im Busch nur Viehzucht möglich ist, — ist die typisch australische Sieallingsform auf dem Lande. Die Gebäude liegen, bei der Farm wie bei der Station, in .Streuiurm unregelmäßig, im Gelände. ,->'/• Freilich gibt es in Australien auch D ö r f e r, aßer fäjt nur dort, wo Deutsche gesiedelt haben. Insbesondere in Südaustralien, in den Tälern der Mount-Lofty-Kette, wie in Queensland und Uta Brisbane herum, findet man solche oft von.schlesischen Auswanderern gegründete Dörfer. Doch handelt es sich hier im ganzen durchaus um Ausnahmen. \ Di« Anlage der größeren Städte folgt überall einer gewissen schematischen Form mit rechtwinklig sich kreuzenden Straßen. Nur selten sind individuellere Formen gefunden worden. Diesem Schema entsprechen selbst die größten Städte, so Melbourne, das mit seinen fünf, genau eine ■♦englische Meile messenden Längsstraßen das Ideal einer australischen Stadt darstellt, während für Sydney die schöne Lage an dem buchtenreichen Port Jackson, wenigstens in den Vorstädten einige Abwechslung mit sich bringt. Im allgemeinen aber dehnen sich die Straßen der australischen Städte in der gleichen Richtung meilenweit aus, bis sie auf irgend ein natürliche« Hindernis stoßen, wie etwa ein Gebirge oder einen Fluß. Trotzdem haben die" g^^g^M^H australischen Städte, -namentlich die. Hauptstädte, fast durchweg eine individuelle Note, — weniger im Hausbau und Grundriß als vielmehr in der landschaftlich reizvollen und ort einzigartigen Lage, den prachtvollen Parkanlagen und vortrefflichen Kunststraßen. Die australischen Einzelstaaten tun alles für ihre Hauptstadt, hinter der alle anderen Städte sehr zurücktreten müssen. Doch gibt es in Queensland und in Victoria einige ansehnliche Mittelstädte. In Neusüdwales hat nur die Hafen- und Bergwerksstadt Newcastle individuelleres Gepräge. In Neusüdwales, Victoria und Tasmanien bestehen einige „alte", d. h. aus der ersten Zeit der Besiedlung stammende Städte, die noch enge, gewundene Straßen und Steinhäuser aufweisen; diese haben auch in kleinen Städten mehrere Stockwerke. Die alte Bauweise ist heute im allgemeinen gänzlich fallen gelassen "worden; alle Wohnstädte, also auch alle Vorstädte, haben nur einstöckige, au« Holz gebaute Häuser; nur in Südaustralien hat sich in den Landstädten das Steinhaus erhalten. Da aber in den Geschäftsstädten, den „Cities", vielfach Hochhäuser üblich sind, besteht zwischen den niedrigen Vorstädten und den hochragenden Geschäftsvierteln ein großer Gegensatz, Bezeichnend ist das Fehlen von Mietskasernen im Sinne der europäischen Großstädte; Australien kennt fast nur Einfamilien-Häuser, und zwar für den Arbeiter ebenso wie für den Mittelstand. Ebensowenig gibt es Armenviertel, „SlunW, wo 'in einem Haus eine Unzahl Familien untergebracht sind. Im einzelnen ist über die wichtigsten australischen Städte folgendes zu sagen: Sydney, die Hauptstadt von Neusüdwales, hatte im Jahre 1935 über l'/t Millionen Einwohner. Es liegt an einer landschaftlich ungewöhnlich schönen Bucht der australischen Ostküste und besitzt einen vorzüglichen Naturhafen. Während die Geschäftsviertel mit ihren Hochhäusern einen geradezu amerikanischen Eindruck machen, schmie- ' gen sich längs der Hafeneinfahrt schöne Villenviertel der Meeresküste an. Zahlreiche Gärten. Eukalyptuswälder und 'Orangenhaine lockern das.Stadtbild auf. ' - Vorzügliche Verkehrsmittel — ' Omnibusse, elektrische Schnellbahnen, Motorboote — sorgen dafür, daß der Bewohner der Vororte schnell zu seiner Arbeitsstätte in 'der City gelangt. Sydney ist in erster Linie eine Handelsstadt Die ortsansässigen Finnen exportieren die Landeserzeugnisse, vor < allem Wolle, Holz' und Felle. Die Industrie ist in der Umgebung Sydneys dagegen weniger entwickelt. _ ■ *-, '»' Nördlich * von Sydney liegt die - zweite Großstadt von -Neusüdwales, Newcastle (107000 Einwohner). Newcastle ist'eine Bergwerks- und Industriestadt; hier konnte sich die Eisenindustrie entwickeln, die an natürliche Kohlevorkommen gebunden ist, und der Eisenerz» über den Hafen Newcastles zugeführt werden. Die Eisen- und Stahlwerke Newcastles gelten als die größten der südlichen Erdhälfte. Die Stadt dehnt sich auf dem trockengelegten Mündungsgebiet des Hunter River "ans. Ihr Hafen mußte durch mühselige Baggerarbeiten künstlich^ geschaffen werden. E. GAERTNER & Cs. / GMBH / MDJG INTERNATIONALE SPEDITION HAMBURG 1 / ALTSTÄDTER STR. 17 Telephon: 33 16 00, 33 16 08, 3316 09 / Sunmelf erkeftr nadi PaiaifI na / 60lcr- Voss HECHALUZ empfohlen » I Lagerung/ Versicherang > Passaje Vermittlung