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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand UB Ffm
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 15 (sequence 21)
Language
German
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Zur Mitnahme von Hausrat eignen sich leichte, gut zu reinigende Möbel aus Holz oder Leder (in Stoffmobein .speichert sich Hits» auf); ferner: Klappbetten, Handwerkszeug, Nah- und andere handwirtschaftliche Maschinen. Unentbehrlich ist ein Ventilator — elektrisch oder mit kleinem Spiritusmotor —, ein Kühlschrank und ein Sodorapparet mit Patronen cur Bereitung von Sodawasser. Da die Hauser in Mittelamerika fast alle ohne Oefen sind 'und Türen und Fenster oft schlecht schließen, ist die Mitnahme eines kleinen Ofens sehr zu empfehlen, dagegen ist ein Petroleum herd im allgemeinen nur für das flache Land erforderlich. Man erkundige sich, ob ein Petroleum- oder ein elektrischer Ofen in den betreffenden Gegenden zweckmäßiger, ist. Medikamente sind im Ausland fast überall sehr teuer; man wird daher die Hausapotheke gut ausstatten. Ein guter „gesundheitlicher Ratgeber" ist unentbehrlich. in. Da sich aus der Höhenlage und dem Wechsel von Trocken- und Regenzeiten auch innerhalb des tropischen Gebietes erhebliche Temperaturunterschiede ergben, tut man gut daran, sich mit Kleidung für heiße und kühle Witterung zu ▼ersehen. Die Warme verweichlicht den Körper und macht gegen Zugluft und Witterungsumschlag empfindlich. Für Orte mit Hochgebirgsklima ist Winterkleidung mitzunehmen. ' . ■ t.'^ ~—.—. Die Unterkleidung in den Tropen muß luftdurchlässig sein; es kommen aber nur locker gewebte Stoffe in Frage, Gemische von Leinen und Baumwolle, poröse Trikotstoffe, Mako für Damen, auch Flor und .Seide; von Kunstseide wird, abgeraten. (Die Wische, muß saugfähig, -luftdurchlässig, haltbar sein!)'— Für die Oberkleidung empfehlen sich: Leinen, Bast, Seide, Waschkleider, leichte helle Wollstoffe; für kühlere Temperaturen: poröse Wollkleidung, Strickkleidung — Tweed, Freaco. Gummimäntel sind unpraktisch, da.sie die Verdunstung hemmen. Zweckmäßig sind widerstandsfähige, wetterfeste Gewebe (Covercoat, ValmeUne), für das Gebirge Loden, für das Hochgebirge: Wolle, Pelz, Filzhüte. — Für die Arbeit auf dem Lande kommen Kakhi, Dr'ell, Leinen in Frage; Tropenhelme sind nur in bestimmten Bezirken erforderlich. Wichtig für jede Ausstattung ist eine weiße, wollene (am besten gestrickte) Leibbinde. Für Bettwäsche eignen sich am besten Leinen und wollene Decken; für das Hochgebirge sind auch Federbetten verwendbar. Für die Reise sollte man reichlich Kleidung und Wische mitnehmen. Es empfiehlt sich, wenn eine längere Reise in das Landinnere zu machen ist oder auch, wenn nur wenig Möbel mitgenommen werden können, alle Geräte usw. in starken Kisten mit Schraubverschlüssen (ohne Bandeisen) zu verpacken, und die Kisten innen mit OelpapleT ■UEMisdüageu. Eine Kiste soll »wwJtmanig mit" Inhalt nicht schwerer; als 60 kg sein. Alle Instrumente, Werkzeug, Metallteile, Nähmaschine usw. sind vor dem Verpacken gut einzufetten. Denkt an Eure Gesundheit} Hygiene ist eine der ersten Forderungen I Ich liefere: Taschenapotheken Haasapotheken Verbandpäckchen für die erste Hilfe bei Erkrankungen und Unfällen Transportable feuersichere Moskitonetze "JtÄüJ^ I Auawaadeiade Ante decken Ihren Bedarf an /**•*•'•>• Initrumenten, medizinischen Apparate«, auch Gelegenheitskaufe in besten Qualitäten, zu den bUUgsten Preisen Im ältesten, Jüdischen, satt 40 Jahren beistehenden Fachgeschäft BERNHARD FUCHS , s^tttsbedarf BERLIN W 62 . WORMSER STRASSE 7 TELEFON: 2539W i ■ n '< ■ * v H 1 :" ' ' ' ■- , ' ': '., .: IV. f Ein guter Regulator des Wohlbefindens ist eine vernünftige Zeiteinteilung. In den subtropischen Ländern ist die Arbeitszeit meist durchgehend, während in den Tropen zum mindesten in den heißen Monaten eine Mittagspause zwischen 11 und 8 oder 4 Uhr eintritt. Nervosität und Schlaflosigkeit wird durch geregeltes Leben und körperliche Bewegung vermieden; darum sollte, wenn möglich, in den Nachmittagsstunden etwas Sport getrieben werden.' Ein weiteres Erfordernis ist Körperpflege, regelmäßige Waschungen und ausreichendes Wechseln von Wische und Kleidern. Wenn irgend möglich, sollten täglich Brausebäder genommen werden. Dagegen sollte das Baden in Flüssen und Teichen vermieden werden (Gefahr der Verunreinigung!); Bai fußgehen inner- und außerhalb des Hauses ist Kindern streng zu verbieten und auch,von Erwachsenen zu unterlassen wegen der Gefahr von Hakenwürmern, Sandflöhen usw. Mundspftlungen müssen morgens und vor dem Schlafengehen und nach allen Mahlzeiten vorgenommen werden, um die Mundschleimhäute leistungsfähig zu erhalten und die Entstehung von Krankheiten zu verhüten. (Als SpülflQssigkeit empfiehlt es sich, warmes Wasser mit Zusatz von Kochsalz oder erfrischenden Mundwässern zu benutzen; zum Putzen der Zähne: Schlemmkreide oder Kaliklorium, bzw. ähnliche Zahnpaste.) In den warmen Landern ist die Kindersterblichkeit fast überall erschreckend hoch. Sie ist iedoch nach den Untersuchungen europäischer Forscher nicht unmittelbar durch klimatische Einflüsse verursacht, sondern durch „Unwissenheit, Unkultur und Armut der . Eingeborenen" bedingt (Professor Nocht). Kinder von Europäern gedeihen, wenn die Ernährungsfrage gelöst ist, auch in tropischen Niederungen in'den ersten Jahren. Schwierig ist allerdings die Beschaffung einwandfreier, künstlicher Säuglingsnahrung. Eine Amme, die meist als bester Ersatz für die Mutterbrust angesehen wird, soll nur nach gründlicher ärztlicher Untersuchung. genommen .werden. Die Milch .der farbigen Frauen pflegt reichlich und gut zu sein, strenge Beaufsichtigung des Stillens ist aber notwendig. Gute Kuhmilch ist nurselten zu beschaffen, sie ist meist mangelhaft' zusammengesetzt'und verdirbt rasch. Ihr geringerer Fettgehalt gegenüber der Frauenmilch wird in den heißen Ländern nicht als ein Nachteil betrachtet. Als Ersatz kommen Ziegen- oder Eselmilch in Frage; die Gleichgültigkeit und Ünsauberkeit der eingeborenen Melker machen jedoch ihre Verwendung-meist nicht möglich. Trockenmilch wird als guter Ersatz für Frischmilch angesehen und findet in zunehmendem, Maße Eingang, weil sie gleichmäßig zusammengesetzt, leicht verdaulich und bequem verwendbar ist (Verdünnbarkeit nach Bedarf). Sie ist auch hygienisch einwandfrei und wird von Kindern im allgemeinen gern genommen. Qut haben sich auch Mischungen yon gesüßter 8j r***1 ffM*"' Kaaasnaaalch bewährt. In Amerika wird orevoUnulca in Pulverform hergestellt und mit Ei folg rat' wandt : Die United Fruit Company, die in Südamerika große Betriebe unterhält j und über 1000 weiße Angestellte mit Familien be- Sdineiderh und Zuschneiden , aaaUiastCaraanSi.mrD—«o-n UnderkUWun« ' Schnitt-Zeichnen ■• Ausbessern v Wischenahen Privatunterricht fOr Hausbedarf und Auswanderung Femruf Adele StTelltZ, Schneidermeisterin 97 72 09. Berlin-Halensee, kurfurslendamm 140 V , . ," ..' v ■ ■' * ■ 1 1 ' ' 1 1......j1 11 , '-1 •' ' ' f! V-': t . . 13 1*4 : ' ■, .. r

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