Mannheim
Compact Memory

Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand UB Ffm
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 14 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/6492429-6348847-6349436--278-4920750
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

vor dort bot Koa—nau kommen die G&rungsgase mit Zischen hervor; solche Dosen sind unbrauchbar.' Stets ist der Geruch der Konserven zu prüfen. ' ' Die Reste Verwertung, erfordert große Vorsicht. Reis-, Nadelufld Käsegericht* usw. sind —selbst wenn sie kühl stehen und am gleichen Tag' Verwendung finden sollen — oft nicht mehr braachbar. Geschärfter Blick and immer wache Aufmerksamkeit tun hier not Gute Dienste leistet ein Weck-Apparat, mit dessen Hilfe man Fleisch, Brühe usw. einkochen and Konservieren kann. Das Einmachen von Früchten wird im allgemeinen nicht erforderlich sein. Eine-große Erleichterung bedeutet ein elektrischer Kühlschrank; wo die elektrische Kraft, fehlt, maß man versuchen, sich mit Fliegenschranken, die dem Luftzug aaszusetzen sind, zu Behelfen. Eisbeschof** fang oder -bereitung ist zumeist recht schwierig. Abwechslung in den Gerichten and appetitliches Aassehen der Speisen hilft den Mangel an Eßluat bekämpfen, der Kinder und Erwachsene anter der gleichbleibenden Temperatur der Tropen leicht befallt. Die Hauptmahlzeit findet zweckmäßig am Spätittag nach Schiaß der Arbeit und Eintritt der Ablung statt. Die Einnahme einer leichten warmen Mahl- __j noch am Mittag wird empfohlen. Von einem zu reichlichen Morgenimbiß wird jedoch abgeraten; alle salzhaltigen Speisen (Fischkonserven usw.), die Durst verursachen können, sind zu vermeiden. In der heißen Zeit wird der Neueingewanderte oft von einem starken Durstgefühl befallen, das zu reichlichem Trinken verleitet. Hieraus können erhebliche Schäden für Magen, Nieren and Herz entstehen. Als Getränke kommen Kaifee, Tee, auch Kakao and Hafergrütze in Frage, die erstgenannten jedoch in leichterer Zubereitung als in Europa. Warme Getränke löschen den Durst am besten. Dieser kann auch durch Kompott oder durch Spülen mit kaltem Mentholwasser gestillt werden. Kalten Aufgüssen von Kaifee, Tee usw. kann man Fruchtsaft von Zitronen, Orangen oder unreifen Mangos zusetzen. Diese Getränke sind.auch bei Wanderungen geeignet. Wasser darf nie ungekocht getrunken werden and ist am besten, vor dem Kochen zu filtern, doch erweisen sich kleine Filterapparate im allgemeinen als untauglich. Das Wasser, -soll mindestens 5 Minuten sieden, ehe es zum Trinken oder Abwaschen Verwendung findet. Auch das Leitungswasser in den Großstädten ist selten einwandfrei: so wird z. B. von Buenos Aires berichtet, daß das Wasser häufig [Weht genießbar tst; ~weil die Filtrierwerke vsrsagen. Die Leitungsrohre sind teilweise aus Blei; das Wasser ist dann braun und mißfarbig und höchst unappetitlich. Der fade Geschmack des abgekochten Wassers kann durch einen leichten Zusatz von Zitronensaft behoben werden. Kühlung der Getränke ist auch möglich, wenn man sie in Flaschen gießt und diese in einen groben dichten Leinwandsack legt, den man mit Wasser füllt' and der Zugluft aussetzt — Auch die Um* m^lAMrt,Ui..t d»P I» ll. T j. fi.,,.t.lHi. T.l.lyH.p.r j,t nicht immer erwiesen, deshalb ist es besser, sie mit Appsraten selbst herzustellen (empfohlen werden sogenannte Sodorapparate, die dem Wasser die Kohlensäure durch Patronen zusetzen). Zuviel kohlensaures Wasser ist schädlich, ebenso der übermäßige Genuß eiskalter Speisen und Getränke, die Stauungen in den Schleimhauten des Magen- ^jund Darmkanals und demzufolge such chronische Katarrhe herbeiführen können. . 'Der Alkoholgenuß ist zu beschränken and am Tage, vor allem im Tiefland, ganz zu vermeiden (wegen des schädlichen Einflusses auf Herz and Nervensystem). Als Medizin, z. B. bei starker Durchnässung oder plötzlich auftretender Magenverstimmung, ist Alkoholgenuß dagegen nützlich, i Unerläßlich für die Haasfrau ist ein gutes Tropenkochbuch. Bestempfohlen ist das auf langjährigen Erfahrungen in den Tropen aufgebaute Kochbuch von Antonie Brandeis, 3. Auflage, Verlag Reimann, Berlin 1930, das nicht nur mehrere hundert Rezepte unter Berücksichtigung der Krankenkost and der besonderen Verwendung tropi-. scher Erzeugnisse enthält, sondern auch wertvolle Winke für den' Tropenhaushalt gibt. Die obigen Ausführungen stützen «ich zum Teil auf dieses Bach' Allgemein verwendbar Ist auch das Kochbuch für Afrika: A. C. Hewtt, .Com CooAerp". das, in englischer Sprache, eine Auswahl landesüblicher Rezepte nach englischem und holländischem Geschmack bietet (vgl. hierzu den Literaturanhang am Schloß des Heftes): II. Die Haushaltsführung in den Tropen bedeutet einen unausgesetzten Kleinkrieg, nicht nur mit schadenbringenden WitterungseinQüssen, sondern nach mit dem Heer von Nagetieren, Insekten, Fäulniserregern und mit der Gleichgültigkeit and Unwissenheit der Eingeborenen. Nur peinlichste Sauberkeit und Akkuratesse verhelfen hier zum Sieg über die gesundheitsgefährdenden Einflüsse. Wichtig ist vor allem die Hygiene im Küchenraum. Dieser soll möglichst schattig liegen, genügenden Luftzug haben Jind möglichst große, durch Läden nach der Wetterseite hin verschließbare Fenster. Türen und Fenster sind, wie alle übrigen OeHnungen des Hauses (Schornsteine, ' Ausgüsse usw.),' durch Fliegendraht zu schützen. Mit Rücksicht auf die hohe Feuchtigkeit der Luft wird . am besten Messingdraht verwandt da sonst schnell Rost ein- ■tritt. Eine drahtgeschätzte Veranda ist eine große Annehmlichkeit für das Haus und auch für die Küche. Küchentisch und Vorratsschränke stehen zweckmäßig in Behältern, die mit Petroleum gefüllt sind, zum Schutz gegen Ameisen. Auch die Schranktüren sind mit Fliegendraht zu versehen. Aus Sauberkeitsgründen empfiehlt sich weißer Anstrich der Koche. Di« Vorratsräume sind zweckmäßig von der Küche entfernt einzurichten, da die von der Kochgelegenheit eindringende Hitze sonst leicht die Vorräte verdirbt Die Kücheneinrichtung soll aus gutem Material bestehen. Für Gefäße wird beste Emaille empfohlen. In Mexiko und anderen mittelamerikanischen Ländern kann man für viele. Zwecke tönerne Gefäße verwenden, die. dopt in reicher Auswahl und sehr billig vorhanden sind. — Aller Abfall nicht verwendbarer' Reste, Papier usw., ist' sofort zu entfernen, zu verbrennen oder zu vergraben, um Ungeziefer und Nagetiere fernzuhalten.' Die heiße Temperatur, die die Leistungsfähigkeit her* absetzt, macht auch die Besorgung der Küche zu einer schweren Arbeit 'Wenn die Hausfrau keine Hilfe hat, soll, sie möglichst-alle Arbeit in die frühen Morgenstun den verlegen, so daß nur das Notwendigste am Tage zu tun bleibt und vor ollem nur einmal am Tage gekocht zu werden braucht Es wird geraten, möglichst statt des Herdes einen Petroleumofen und auch die Koch" leiste zu verwenden. — Wo farbiges Personal beschäftigt wird, muß dessen Tätigkeit, vor ollem das Kochen, streng kontrolliert werden. Auch der Gesundheitszustand and die Körperpflege des Personals sind ständig eu beobachten_Man «nrge für reinliche Kleidung (helle Küchenkittel oder Schürzen), Handtücher, Seife—usw. (Gefahr der Uebertragung von Krankheiten, und- Verunreinigung der Speisen!). In allen Wohnräumen sorge man für gute Lüftung und Durchzug. Die Räume, sollen hell, luftig und freundlich gehalten sein; an alle Oeffnungen gehört Fliegendraht. Häufiges 'Aufwischen mit Desinfektionsmitteln, Reinigen der Wände und aller Gegenstände ist erforderlich.. Bilder und Wandschmuck werden leicht nun Schlupfwinkel für Ungeziefer. Die Aborte sind peinlich saubar zu halten. Die Schlafräume müssen vor dem Zubettgehen noch Mücken abgesucht worden. Der Auswanderer, der in dos Tiefland geht, versehe sich in jedem Fall mit einem Moskitonetz, mit lang herabfallenden Vorder- und Seitenenden,/ die unter die Matrotze zu stopfen sind. für Auswanderer in ledern gewünschten Stil Schleiflack- und Aufbaumöbel » Große Auswahl in Polstermöbeln uiw, " A JOSEPH DREYFUSS , Berlin^Charlottenburg 2 Crolmanstraße 36

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.