Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1937. Bestand UB Ffm
- Issue
- Herbst 1937
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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i Eine andere Frage, welche die aufmerksamste Beachtung des Auswanderers verdient, ist die Erhaltung des gesunden Schlafes in heißen Landern) führt doch die größere Warme tropischer Nachte beim Europäer; leicht zu schlechterem Schlaf. «* Wenn «och die Schlafdecke in solchen Gegenden, in denen es auch zwischen Mitternacht und Morgen nicht zu kühl wird, leicht sein kann, ja vielleicht eine eigentliche Decke völlig zu entbehren ist, so ist doch eine, am besten wollene, gestrickte Leibbinde in jedem Fall erforderlich, die auch am Tage bei geringster Unpäßlichkeit getragen werden sollte; nur bei völliger Gesundheit sollte sie, um nicht zu sehr zu verweichlichen; nicht getragen werden. Selbstverständlich kann in den meisten Gegenden auf die Schlafdecke nur verzichtet werden, wenn unter einem Moskitpnetz geschlafen wird, das - zweckmäßig 'an den Seiten in Körpernahe durch einen Streifen dickeren Stoffes verstärkt wird, um ein Stechen der Moskitos in die dem Netz anliegenden Korperteile .zu verhindern. Denn auch in Gegenden, wo eine Malariagefahr nicht besteht, ist es meist nötig, sich vor den anderen stechenden Insekten zu schlitzen. Falls trotz der leichten Bedeckung der Schlaf nicht kommen will, so wird leicht der Wunsch nach einem Schlafmittel auftreten. Tatsächlich ist denn auch der Gebrauch von Schlafmitteln in diesen' Zonen äußerst verbreitet. Dies schließt aber die Gefahr der Gewöhnung ein, d. h. es müssen immer größere Mengen der Medikamente genommen werden, wenn der gewünschte Erfolg erzielt werden soll. Schließlich wirken auch große Mengen nicht mehr einschläfernd, schädigen aber wegen der giftigen Wirkung aller dieser Stoffe auf die Dauer den Körper. In den meisten Fällen wird ein kühles Bad die Schlafbereitschaft so herstellen, daß eine Anwendung von Arzneimitteln nichtufiiforderlieh wird. Für den Hausbau gilt die Forderung, sich von den Wohnungen der Eingeborenen möglichst su entfernen, um die Gefahr der Ansteckung an ihren Krankheiten ju verringern. Auch sonst sollte man keiner Nachbarschaft in allzu großer Nähe haben, schon um sein Haus dem ungehinderten Luftzug von alle* Seiten auszusetzen, der möglichst auch durch die Gänge und Zimmer wehen muß. Oer Bauplan soll sich diesen Forderungen anpassen. Daß man die Fenster und Türen mit Drahtgaze verschließt,' um den Insekten den Zutritt zu sperren, ist für jeden Tropenhausbau selbstverständlich. Ebenso müssen die Aborte fHegen- und mückensicher sein, und Brunnen sachgemäß angelegt werden. Auch bei diesen Schutzmaßnahmen dringen noch gelegentlich in die Wohnung Fliegen und Mücken ein, die-Befangen and getötet werden müssen. Hierzu hat sich auch das Zerstäuben von Flit bewährt Ein Stich einer infizierten Mücke zur üebertraaung der Malaria, und im. Hause setzt man, daFTHniWirril TTliHnngj aTfa-m HtlBtr*"**"" rUr r—- fahr aus, gestochen zu werden, als draußen. Die Bekleidung außerhalb des Hauses muß so gewählt sein, daß sie den Körper möglichst weitgehend vor Insektenstichen und -bissen schützt, dem Körper aber_ wegen der Gefahr des Hindurchstechens und wegen der: Verdunstungsmöglichkeit des Schweißes nicht zu fest anliegen soll. v Die'Art der Kleidung wird natürlich je nach der Gegend verschieden sein müssen. In Zentral- und Südamerika wird sie anders «ein müssen als in Afrika. Wahrend z. B. in den tropischen Gebieten Amerikas der Tropenhelm nicht getragen wird, wohl aber Strohhüte und sogar leichte Filzhüte, und die männliche Kleidung zwar half und leicht, aber in Schnitt und Material der europäischen sehr ähnlich ist, ist in Afrika der Tropenhelm unentbehrlich und der weiße oder khakifarbene Anzug gebräuchlich. Der Auswanderer, der ia solche Gebiete geht, wird also gut tun, sich über die dort im allgemeinen getragene Kleidung vor seiner Ausreise zu unterrichten. Das Gehen ohne Kopfbedeckung; das sich in den Sommermonaten in Europa immer mehr eingebürgert hat, ist für tropische Gebiete nicht nur ungeeignet, sondern direkt gefährlich, da der mit Recht gefürchtete Sonnenstich ohne längere Vorboten eintritt, besonders auch beim Ruhen in der Sonne, und oft tödlich verläuft. Man sollte versuchen, sich langsam und vorsichtig an die Tropensonne zu gewjjhnen, ebenso sehr um die Httut zu bräunen, vrie auflh um die Schweißsekretion 'zu trainieren. Der Hitzschlag tritt bei Behinderung der Wärme-- kbgahe des Körpers durch hohe Luftfeuchtigkeit undf- Temperatur auf. Menschen, die die Fähigkeit haben, reichlich zu schwitzen, sind hier weniger gefährdet als solche, die nur spärlich Schweiß absondern. Bei großer Hitze und Luftfeuchtigkeit wird'deshalb jede körperliche Arbeit? zweckmäßig auf das geringste Maß einzuschränken sein. Ein Vergleich zwischen Negern und Weißen zeigt,-daß die Haut des Negers im ganzen reichlicher schwitzt als die das Weißen, und daß nicht nur mehr Schweiß, sondern auch mehr Hauttalg abgesondert wird, wodurch die Haut nicht so „durchweicht", wie das heim Weißen der Fall zu sein pflegt. Der. Weiße sollte daher die Haut leicht fetten, um die Feuchtigkeit nicht so sehr in die Haut dringen zu lassen, nicht nur, weil sie dann leichter verdunstet, sondern such, um die Haut vor der Reizung durch die Feuchtigkeit zu bewahren. Der „Rote Hund", der meist die erste. Aeußerung der Tropenhitze beim Neuling ist, wird sich so in vielen Fällen vermeiden lassen. VTL Die Bekämpfung der Tropenkrankheiten Ueber—die genannten allgemeinen Verhaltungsmaßregeln hinaus wird es aber nötig sein, besondere Vorkehrungen zur Verhütung und Bekämpfung der Tropenkrankheiten zu treffen. Hierzu, muß der Auswanderer schon auf der Ueberfahrt die notwendige Vorsicht walten lassen. Es ist bekannt, daß die Verpflegung auf den Dampfen) sowohl reichlich, wie auch reichhaltig zu sein pflegt und so der Anreiz besteht, des Guten zuviel und auch schwer 'Verdauliche Speisen zu genießen. Dies hat dann nur allzu häufig zur Folge; daß nicht nur die Seekrankheit viel stärker auftritt als nötig, sondern sich auch Magen- und Darmstörungen einstellen, die nicht selten noch bei der Ankunft im Hafen fortbestehen und die Grundlage einer ernsthaften Krankheit werden. Denn in den Tropen ist schon ein ganz gewöhnlicher „verdorbener Magen sehr ernst zu nehmen, Weil eine Reihe von Tropenkrankheiten, wie Bazillen.- und Arnöbenruhr, Cholera und andere mehr, vorwiegend den Magen-Darmkanal betreffen; und so ist es von größter Wichtigkeit, nicht durch . leichtsinniges Verhalten bei der Ueberfafart eine Disposition für diese gefährlichen JErkrankungen zu schaffen. Der Magen-Darmkanal ist nicht nur der Sitz vieler bakterieller Infektionen' in dien /tropen, sondern auch der häufigen tropischen Wurmkrankheiten. Denn die mangelnde Fleischbeschau führt zu zahlreichen Bandwurm erkrankungen, außerdem aber sind auch1 Spul- und Madenwürmer hier eehr häufig. Sie werden durch Obst und Gemüse übertragen, das gar nicht, unzureichend oder mit nicht einwandfreiem Waaser gewaschen wurde. Am Ort. gewachsene Gemüse sollten deshalb immer gut gewaschen und kurz in kochendes Wasser getaucht werden, ebenso alle Früchte, die ungeschält roh genossen werden sollen.' lind diese—Parmsrh"""f>twr die sich in die Darmscb " Weit ge!ahfU(!her—nhTaber die Haken würmer, die sich in die Darm Schleimhaut einbohren und dadurch dauernde, kleine Blutverluste herbeiführen, die schwere Blutarmut im Gefolge haben. Diese Parasiten leben in ihrer Larvenform vorwiegend in Lehmpfützen, stehenden Gewässern und auf feuchtem Boden; sie bohren sich in die Haut ein und nehmen von da aus durch den Körper ihren Weg in den Darm. In allen hakenwurm verseuchten Gegenden — und das sind Moskito* Netze rm 21.- Lelnen-AnzOo* Palm - B«»ch - Aniüg* W»tt«rfMt« Tropeiri- MSnt«l Porö»» Sporthemden Trop»nb«d»rf I Katalog gratis A. DANZIQER Breslau, Kaiser Wilhelro-Str. 11