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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 10

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand UB Ffm
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 10 (sequence 16)
Language
German
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Kreislaufs auf längere Siebt durchaus nicht außer «cht gelassen werden kann. V-, j'^' f ' Dagegen sind dem Europäer alle „Schreibtischberufe"' aar im tropischen Tiefland zumutbar; auch kaufmfinnie Berufe, wie der .de« Vertreter», ferner alle Arten von Handel- und Gewerbebetrieb and seibat solche handwerklichen Tätigkeiten, die nickt, mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden sind. Hierbei muß aber berücksichtigt werden, daß an eine Daueranaiedlung im tropischen Niederungsklima n i c b t gedacht werden kann, sondern nur an einen Aufenthalt, der sich nach etwa 5—7 Jabren bemißt. Während dieser Zeit sind Erholungsmöglichkeiten durch vierteljährige Reisen ins gemäßigte Klima etwa alle 2—3 Jahre von größten) Wert Ohne sie' führt das tropische Niederungsklima zu einer großen Schwächung, und Erschlaffung des Europäers, in deren Gefolge die Arbeitsfähigkeit xu stark absinkt, als daß eine erfolgreiche, wirtschaftliche Tätigkeit auf die Dauer möglich wäre. Für das tropische Hochland — nicht so sehr für die Mittelzone — gelten bis zu einem gewissen Grade dieselben Bedingungen, denn auch in diesem sollte man sich möglichst nur zu einer zeitlich bemessenen Ansiedlung entschließen, da mit wachsendem Lebensalter vor allem die Gefahr einer Schwächung des Herzens, auch wenn es vorher '■völlig intakt war, zu bedenken ist. Dieser .Herzschwäche ist am besten durch zeitweiliges Verlassen der Höhenregion entgegenzuwirken . ■' Ganz anders liegen die Verhältnisse bei einer Uebersiedlung in subtropische Gebiete. Auch hier ist allerdings zu berücksichtigen, daß das subtropische Klima einen weiten Spielraum hat, und daß die Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse in der besonderen Region de» Siedhingalandes, in .die die Einwanderung erfolgen soll, nicht' zu große Anforderungen an den Wärmeregulierungsapparat des Europäers stellen dürfen. In weiten Gebieten subtropischen Klimas wird aber gegen eine landwirtschaftliche Siedlung kein Bedenken bestehen, viel weniger natürlich gegen kaufmännische und handwerkliche Tätigkeiten, wobei'hier die Ausübung von Handwerken mit größerer Beanspruchung der Körperkraft ebenfalls möglich ist. Im gemäßigten Klima wird für die Einwanderung^ eine gesundheitliche Schranke kaum bestehen. Es ist nur zu bedenken, däß das gemäßigte Klima oft, wie ftft, j*- «ndairihnniachen Kapbind, wiederum auf eine Höhenlage begrenzt ist, was" an wühl vom kOrperlieh Arbcjtenden wie besonders von Herz- und Kreislaufgefährdeten berücksichtigt werden muß. VI. Allgemeine Verhaltungsmaßregeln für die beißen Zonen Wenn nun Anpassungsschwierigkeiten im gemäßigten Klima nicht bestehen, so erfordert dagegen das Leben in tropischen und subtropischen Ländern' eine weitgehende Anpassung an die veränderten Umweltsverhältnisse und Vorbeugung vor einer ganzen Reihe von Krankheiten, von denen einige auch in den gemäßigten Gürteln heimisch sind. Von beidem £oll im folgenden kurz gesprochen werden. Da» tropische und subtropische Klima unterscheidet sich von dem. gemäßigten vor allem durch die höhere Luftwärme und Luftfeuchtigkeit, sowie die stärkere „Sonnenstrahlung, die dort dem ganzen Leben ihren' Stempel aufdrücken. So ist ein Arbeiten, wie es der Europäer gewohnt ist, wirklich pausenloses, intensive» Arbeiten, sowohl bei körperlicher wie bei geistiger Tätigkeit nicht möglich. Die Eingeborenen* halten die Grenze ihrer Arbeitsfähigkeit instinktiv ein, während der Europäer s^qh erat bewußt auf ein geringeres Arbeitsfcjuantum'Sind eine geringere Arbeitsintensität umstellen muß; andernfalls ist er in kurzer Zeit erschöpft und ausgepumpt Er muß es sich also aar Regel machen, etwa mit halber Kraft zu arbeiten, die Zeit intensivster * Tätigkeit in die frühen.Morgenstunden und den Nachmittag zu verlegen und die grüßte Hitze des Tages, die etwa in die Zeit zwischen 12 und 8 Uhr fällt, zu leichter Tätigkeit und zur Siesta auszunutzen. Es ist aber durchaus ungeeignet, innerhalb dieser Zeit die Hauptmahlzeit de» Tages zu halten, da der Appetit in der Mittagshitze am geringsten ist (Er pflegt überhaupt in den Tropen und Subtropen gering zu sein.) Eben wegen dieses Appetitmangels und der damit zusammenhängenden .Beschaffenheit der Verdauungssäfte würde aber das Einnehmen eines ausgiebigen Mittagesseds sehr unzweckmäßig sein; ein kleiner, leicht verdaulicher Imbiß ist das Richtige zur Mittagszeit. Die Hauptmahlzeit gehört in diesen Gegenden unbedingt in die Abendzeit, aber auch dann ist Mäßigkeit angebracht. Ein Wort noch zur Würzung der Speisen: Wir sind von ■ unserer heimischen, Küche gewohnt, im wesentlichen mit Kochsalz and Pfeifer zu würzen. Beides hat in den Tropen Gebaren; der Pfeffer dadurch, daß er, in größeren Mangel genommen, zu Nierenreizungen führen kann, das Kochsalz, weil es den schon ohnehin .erheblichen Durst noch vergrößert Dagegen, ist esdurchaus geraten, den in diesen Gegenden viel Verwandten'Carry und den roten Pfeffer (Paprika)' in mißigen Meegen aar Würzung der Speisen heranzuziehen, da die in den Tropen meist zu geringe Salza* m es ehrst loa des Magens hiermit angereizt wird. Die normalen SalzasureverhAltnisse sind aber nicht nur die Vorbedingung für die gute Verdauung der genossenen Speisen, sondern auch weitgehend ein Schutz vor M a ge n d a r m k a t a r r he n und anderen Störungen der Verdauungsorgane, da der normale Salzaauregehalt des Magens mit .der Nahrung eingerührte Krankheitserreger nicht nur weitgehend schädigt, sondern zum Teil sogar abtötet Da es infolge derveränderten Temperaturverhaltnisse und des starken Schwitzens zu einer Verarmung des Körpers aa Kali und Kalksalzen kommt, soll dieser Verlust am besten .durch der Nahrung, zugesetzte ,Pf 1 ansenasche, die an diesen Mine-, Valien reich ist, ausgeglichen werden. Natürlich darf nie Würzung ein gewisses Maß nicht überschreiten, um einerseits nicht zu Reizungen der Magenschleimhaut, andererseits nicht zu gesteigertem Durst zu führen. Der Durst ist in diesen Klimaten eine Folge des' bestfindigen Schwitzens, das durch die hohen Lufttemperaturen hervorgerufen wird. Zu seiner Stillung eignet sich am besten kühler, schwacher Tee oder auch Kaffee, ■i 111 ig i Ii imnn n r*f Laasan kühle Temperatur dazu führt mehr zu trinken, als un Augenblick wäre. Alkoholische Getränke jeder Art auch der ganz zu Unrecht als unschädlich bezeichnete Whisky sind in tropischen und subtropischen Gebieten absolut zu meiden, zum mindesten während dee Tages. Die Gefahr des Alkoholgenusses. liegt hier vor allem in der Zunahme der Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit, sowohl allgemein als auch besonders bezüglich der Vorbeugungsmaßnahmen gegen Erkrankungen. Daß scharfes Salzen, Alkoholgenuß und geschlechtliche Ausschweifungen zusammengehören, ist eine alltägliche Erfahrung. Da'in den tropischen Gebieten das Verlangen nach geschlechtlicher Betätigung beim' Europaer ohnehin größer ist als in den gemäßigten Zonen, ist auch aus .diesem Grund der Alkoholgenuß zu meiden und ganz allgemein auch in geschlechtlicher Beziehung Mäßigkeit zu fordern. Bei den oft mangelhaften hygienischen Verhältnissen ist die Gefahr, sich bei außerehelichem Verkehr eine Geschlechtskrankheit zuzuziehen, ganz außerordentlich groß, während die Möglichkeit einer sachgemäßen Behandlung meist sehr gering ist .' tm großen Spezialgefdiäft für Herren« und Knabennteiouns flnort Oer Auejpanötrtr ölt richtige Beratung Wir führen Umflicht für Ott Ausroanötrung brnotlgtt Klrlöung unö Walchs für PALASTINA unO UBERSEE '' t » •>it.-'..:\^i DWIQ FRANKFURT Ä.M. HINPENBURÖHATZIS «JUocnObcr »*■ Haaeiethiihof w »V

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