Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 104 (sequence 110)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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H y m - ■ *&fäm iSW&i 1 . ■• ■ .# Uru*ro\y ,t . s?$i ' " Uruguay ist der kleinste, aber auch der dichtesTbesiedelte Staat Südamerikas. Er hat gesundes, angenehmes Klima und ist zivilisatorisch besonders in der schönen Hauptstadt Montevideo sehr weit vorgeschritten. Die wirtschaftliche Bedeutung des Landes beruht vor allem auf Viehzucht und Ackerbau. Die jüdische Bevölkerung ist verhältnismäßig bedeutend. Seit 1933 sind Hunderte von Juden aus Deutschland in Uruguay eingewandert und haben die Arbeitsmöglichkeiten für weitere Zuwanderung wenigstens vorläufig stark verringert Trotzdem und trotz der ziemlich strengen Einwanderungsbestimmungen wird Uruguay wohl auch in nächster Zukunft zu den wichtigeren Einwanderungslandern für Juden aus Deutschland gehören. „-' m Wl. U&mM Land . I. II. Du f. 2. Klima and Geeundheitsvernsltiusae 3 Bevölkerung 4. Regierung und Innenpolitik . . . . m&. '-V; m ■ ■ ,*- * T * * **: \tf fci......... Natur und Haupteinteilung dea Landes ...... 104 104 104 ... 105 * . 105 105 . . .'lÖ5 . : . 105 105 106 » . .? ' > * "*i IS III. Die Wirtechaft .... 1. Finanzen Bad Währung . . ......... .' 2. Landwirtschaft ..... .3. Bodenschätze.......... ........ 4 Tadaafi ia *. O <, *uwia»i(i ic ■ ■ 5. Verkehr ,. . 6. Außenhandel 7. Konjunktur ...... IV. Aussichten für Einwanderer........... .107 V. Lebenshaltung und Lebenshaltungskosten ...... 108 VI. Kulturelles ....>,... . ..........108 VII. Jüdisches Laben.....«.....108 VIH. Briefe aus Uruguay . . . . . 108 .V-; ':- ■■: '' ih > : ■ I. Einwanderunjjsbedingungen Zur Erlangung eines Einwanderer-Visums sind folgende Unterlagen vorzulegen: 1. Deutscher Reisepaß. . , 2. Führungszeugnis Ober die letzten fünf Jahre, dessen Ausstellungsdatum bei der Abfahrt nicht langer als vier Wochen zurückliegen soll. 3. Amtsärztliches Gesundheitszeugnis, ausgestellt vom ■ Vertrauensarzt des Konsulates im Einschiffungshafen. 4. Reisezertifikat (wird vom uruguayischen Konsulat ausgestellt) mit fünf gleichen Paßbildern (kein Photomaton). " * 5. Einreiseerlaubnis der Einwfenderungsbehorde in Montevideo. / Von der Beibringung sind befreit: , a) Reisende, die in der ersten Schiffsklasse befördert werden;* - . b) Geschäftsreisende, Touristen, Artisten, Künstler, Studienreisende usw., die den intellektuellen Kreils sen angehören, sofern sie im Besitze einer Hin- und ROckfarkart« sind oder, falls sie nur eine ."'. einfache Fahrkarte haben, bei der Landung in . Montevideo Aber mindestens 100 englische Pfund oder 600 uruguayische Pesos verfügen. Dieses Vorzeigegeld wird zusammen mit dem Fahrgeld eingezogen und bei der Ausschiffung wieder zurückgegeben; j c) Durchreisende, die nachweisen können, daß ihr Zielland ein an Uruguay angrenzender Staat ist und Uruguay nur auf der Durchreise berührt wird. Sie haben bei der Landung in Montevideo der Ein Wanderung s behftrde ihre samtlichen Reisepapiere zu übergeben, die ihnen bei Verlassen des Landes zurückgegeben werden. Alls Passagiere dar zweiten, der- Mittelklasse und dar dritten Klasse, die die Absicht haben, sich in ^Uruguay niederzulasse«,. Warden all Einwanderer hart»onset und können nur einreisen, wenn sie im Besitze dar unter 6. genannten Einretaaerleubnia sind. Sie «aasen bei der Staatebank cur Verfügung dar Einwanderunasbehorde daa Betrag von 000 urug. Dollars hinterlegen, dar beim Vorliegen dar Vorana «st rangen nur in monatlichen Räten von 60 Dollars zurückgezogen werden;->l< Die Beglaubigung der für die Einreise von Einwanderern in Uruguay erforderlichen Papiere kann durch alle uruguayischen Konsulate vorgenommen werden; aaartlirhs Einwanderer haben sich jedoch vorder Einschiffung in Hamburg bei dem uruguayischen Generalkonsulat, Binderetr. 24, bswi dem Konsulat in Bremen, Rembertistr. MO, zwecks nochmaliger Prüfung dar Paniere, sowie Vorstellung beim Vertrauensarzt des Konsulats einzufinden. ' ^TT" Die Visumkosten betragen 17,65 RM, die ärztliche Untersuchung kostet 4 RM. (Nach „Deutsche Paßvorschriften und Einreisebestimmun gen da* Auslandes" bearbeitet von der Industrie- und Handelskammer, Stuttgart.} II. Da 1. Natur und Haupteinteilang des Landes Uruguay ist mit ca. 187000qkinFläche der kleinste selbständige Staat Südamerikas, ein Staat, der ' sich, ähnlich wie Paraguay, eis Puffer zwischen Argentinien und Brasilien (Rio Grande do Sul) einschiebt. Einem schmalen Küstenstreifen folgt landeinwärts ein niedriges Hügelland, das durch keine Erhebungen über 600 m unterbrochen wird. - Das Land wird von einem teils zum Uruguaystrom, von dem das Land seinen Namen hat, teils ' zum. Atlantischen Ozean gerichteten Flufisystem durchzogen, das ebenso verkehrsbegünstigend wirkt wie die verhältnismäßige Flachheit des Hinterlandes. Das nicht dem Ackerbau gewidmete Land ist mit hohen Gras- < steppen bedeckt, längs der Flüsse ziehen sich Wälder hin. Die. größeren Städte liegen an der Küste oder an den Ufern der Grenzströme Uruguay and Rio de la Plata, oder an denen des Rio Negro, der das Land quer durchfließt und in den Uruguay mundet. _ ■■■./. „Montevideo, die Landeshauptstadt, ist eine moderne. Stadt, größer als München, und sein sich kilometerweit hinziehender Strand wird besonders von Argentiniern sehr besucht. Montevideo besitzt die modernsten Krankenhäuser und Schulen, und das ganze Lebens- und Kulturniveau ist jeder europäischen Großstadt ebenbürtig. Die Stadt hat ferner eine große Universität mit allen Fakultäten, in der das Studium, wie in allen Schulen, kostenlos ist" (Ans einem Brief des dortigen Komitees vom 14. Februar 1936.) " Montevideo besitzt eine große Anzahl eindrucksvoller Regierungsgebäude und kommerzieller Bauten. Der Palacio Sal vo, ein Wolkenkratzer, und die Türme der Kathedrale beherrschen das umgebende Stadtbild, für das der Bau niedriger, flachdachiger Häuser charakteristisch ist. Berühmt sind Montevideos rosenreiche Öffentliche Parka. — Elegante Badeorte befinden sieh in Montevideos Umgebung und sind durch gute Verkehrsverbindungen leicht zu erreichen. Die zweitwichtigste Stadt Uruguays ist Paysandu am Ostufer des Paraguay; es ist dar Hauptsitz der Fleischverarbeitungsindustrie. Auch andere Industrien nützen die günstige Verkehrslage dieser Stadt, die, wie das ganze Uruguaystrom-Gebiet, auchdurch Bahnen erschlossen ist. -- Ebenfallt am ■ Uruguay, nördüon, Paysandu,. Salto. Salto ist Ui drittgrößte Stadt 7etaxbeituiu»ort m \ „lieh %8al von Gefrierfleisch, Zitrusfrüchten und landwirtschaftlichen Produkten. — Flußabwärts von Paysandu liegt Fra; Ben tos, der Sitz der in englischem Besitz bef Liebig-FJeischextrakt-Fabriken. Mercedes, / Lr< *A ~M 'i ■ Ma M&Mi ,{V % ■ c, v