Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 98 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
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....;;\.;;. •/ \ - , Küstenaufw&rts reihen dich zahlreiche Badeorte aneinander; der »ich verbreiternde Küstenstreifen bleibt dicht besiedelt. Fruchtbares Land, in dem hauptsächlich Zockerrohr angebaut Wird, umgibt die Ortschaften. Der äußerste Norden, genannt Piura, wird wieder zur unfruchtbarsten. Wflste. Hier aber finden sich die reichsten Petroleumvorkommen. Regen fällt nur alle drei bis vier Jahre. Der Küste^aHid eine Reihe Inseln vorgelagert,' Hie große Möglichkeiten zur Guano-Ausbeute bieten. Parallel zum Kostenstreifen zieht sich die Sierra oder Andenregion hin. Im Süden umschließen gewaltige, tätige Vulkane das Becken dea Titicacasees. In der vulkanischen Hochgebirgszone befinden sich besiedelte Täler und Hochflächen. Arequipa, 2450 m hoch gelegen, gilt als zweitwichtigste Stadt Perus. Es bietet ein eigenartiges Stadtbild. Die Gebäude sind zum großen Teil aus einem nur in dieser Stadt verwandten weißen Lavastein erbaut, und auf den Straßen fluktuiert ein reger Verkehr, in dem sich lastentragende Lamas, Esel und modernste Automobile und Straßenbahnen begegnen. Nordostlich von Arequipa liegt die alte Hauptstaat des Inkareiches Cuzco in 3380 m Hohe. Eine Fülle von interessanten Denkmälern und Bauwerken der Inka-Zeit und der Frühepoche der spanischen Eroberung hat sich in dieser Stadt und ihrer Umgebung erhalten. Die Vegetation ist in diesem Andeugebiet, von der nächsten Umgebung der Flüsse und Bache abgesehen, sehr dürftig. Auf diesen wenigen grünen Flecken gedeihen Mais, Weizen, Gerate, Klee, Kartoffeln, Hülsenfrüchte. Gegen Norden zu erstreckt sich das peruanische Bergwerksgebiet. Die Siedlungen werden kleiner, liegen aber näher beieinander, so daß der nördliche Teil der peruanischen Anden zum dichtestbesiedelten des Landes wird. Wahrend die Anden auch in Peru als verkehrshemmende Schranken wirken, bietef sich doch hier,' an der Maranon- Gebirgsenge, wo sieh der Andenrücken senkt und nahe an die , Küste, herantritt, der verhältnismäßig günstigste Gebirgsübergaog vom südlichen Chile bis nach Columbien Hier wird offenbar, daß Peru eine außerordentlich wichtige Stellung als Y e rk ehr s m i 111 e r zwischen dem Pazifik uns dem Amazonastal hat, die es auszunutzen gilt- Auch die Vegetation gedeiht hier auf fruchtbarerem Boden. Das besiedelte Waldgebiet, Montana, erstreckt sich längs des Ostabhanges der Anden, hin. Diesem Gebiet entstammt die'1 Kartoffel. Sie wird hier ebenso wie Mais, Zuckerrohr, Bataten und Quinua (ein reisartiges Volksnahrungsmittel) angebaut. Das Land gilt als für Kolonisationszwecke geeignet. Verschiedene Kolonisierungspläne wurden von der Regierung zur Kultivierung Landesteiles ausgearbeitet. Das nordöstliche Tiefland tragt, ab gebiet, einen für Eurasier aar schwer erträglichen Tropeiv Charakter. Von unmittelbar an den Flüssen gelegenen Orten abgesehen,, ist das Laad außerordentlich dünn besiedelt. Haupte fluß ist der Mara&on. An ihm, der Ozeandampfer bis weit nach Peru hineintragt, liegt Iquitos Diese Stadt von etwa 25000 Einwohnern zeigt nicht mehr das geschäftige Leben der Zeiten der Kautschukkonjunktur. Handel und Industrie stagnieren hier im Amainnaagtihiwt—- Leber die einzelnen ProviifXeh: siehe die untenstehende Tabelle! i \ 2. Klima und GesundheitsVerhältnisse Das Klima Perus ist uneinheitlich. Es schwankt je nach, der Honenlage zwischen heißem Tropenklima und kalten Hochgebtigateuiperaturen. Tropenklima herraeht in der Küstenebene, kühleres auf dem Gebirgsplateau. Das Klima des östlichen Amazonas-Distriktes ist rar Europäer unerträglich heiß.' Im allgemeinen kann; des Klima als gesund bezeichnet werden* in einzelnen Gegenden herrscht allerdings Malaria oder Typhus. ' Die Hauptstadt Lima (158 m) weist eine jährlich« Durchsrhaittatemperstar von 19* C auf; heißester Monat ist der Februar (23°C im Durchschnitt), kältester der August (1«° C). Aehnlich verhalten sich die Temperaturen Ca llaos (Hafen von Lima und zweitgrößte Stadt des Landes). Die entsprechenden Temperaturen für weitere wichtige Stadt«, die für alle in der gleichen Höhe liegenden Lac desteile charakteristisch sind, Arequipa (2450 m), Jahresdurchschnitt: 13,5° C, wärmster Monat: Oktober (14* C), kältester Monat: Juni (13° C). Cuzco (3380 m), Jahresdurchschnitt: 10°C, wärmster Monat: November (ITC), kältester Monat: Juli (8° C), Mollendo (24 m), Jahresdurchschnitt: 18° C, wärmster Monat: Februar (21,5° C), kältester Monat: August (16° C). Das gesamte Küstengebiet ist praktisch regenlos. Der HumboldtstronT, eine von südlichen Eisgebieten heraufziehende Meeresströmung,' bringt jedoch kühle Wind«) mit . sich, die---wie ttuchin Chile — den Küstengebieten erträgliche Temperaturen verleihen» Allgemein dauert die Regenzeit von Mai bis* Oktober. November bis April ist Trockenzeit. Die Niederschlagsmengen Lünes sind im Winter hoch. Dann sjnd deshalb, Erkältungen und rheumatische Erkrankungen recht häufig. Menschen, Sie für Krankheiten der Atmungsorgane, insbesondere der Lunge, empfindlich sind, kann Peru nicht angeraten werden. Städte in großer Höhenlage sind hier wie 'überall, für Herzkranke ungeeignet. ■ ■ "■ Die folgende Tabelle gibt einen guten Ueberblick über die verschiedenen Provinzen mit ihren Hauptstä Hauptwirtschaftszweigen. . . * Provinz Bevölkerung Haaptstadt Bevölkerung Wirtschsftsgruudlaf Lima .... Calhw .... Cuzco Puno ....... .....«•.'..»• . . . . . .»» . . . . . Ancash •-"•^•A ä« narca i. Libertad J.......... Arequipa . ,..... Ayacucho ... . . r iura t ■ . Apurimac Huancavelica . Huanuco . . . Loreto ..... Lambayeque...... lea .••« Amazonas San Martin ....... Moqueyua........ " " V ». . ■ ■ ■ Madre d« Dios p «. <- .* •» L~ *•**•(•♦»• iV. .( . 800000 76000 700000 700000 480000 450 000 450000 380 000 S60000 330000 300000 . 380000 230000 200000 , 150000 140000 130000 80 000 65000 40000 60000 13000 , 6080 Lima cT". . . . CaUao*- ■ Cuzco Puan e .*? * ' .'■*.• Huaraz Huancayo . . . Carjamarca Trujillo Arequipa .... Ayacumo ' . Piura .... Abancay .... Huancavelica . . Huanuco . . .. . Iquitos .... Lambayeque lea .... Wfl ' V e. .4 e . •'»• ° 5 f ...... '• ♦ %-A?£ .* - ' S-:' ****** •**••» . i\. .';. .. ....... Mayobaraba Moequera Tocua . . . Turulsa . . Maldonado . . .-. . . ...... ' * * V.' * ifea* *.<♦? ...... ■ 1 « * 335000 76 000 30000 15000 9 000 13000 13000 35000 38000 10600 13000 1500 4000 7500 35000 30000 13000 5000 7 500 6000 10000 5 000 500 Landwirtschaft, Viehiucht, laduatria. Landwirtschaft, Industrie Landwirtschaft. Viehiucht Landw.rtacheft. Wolle und Gold Landwirtachaft und Bergbau Land Wirtschaft, Viehiucht und Bergbau Bergbau und Landwirtachaft Landwirtachaft, Viehzucht und Bergbau Landwirtachaft ' Petroleum und Baumwolle Viehiucht Viehzucht aad Bergbau Berjfbau Landwirtachah (Koka) Landwirtachaft und Höht Landwirtachaft Landwirtschaft (We.n) Viehzucht und Landwirtachaft Holz und Gummi Laadwillschaft i Obst und Gemüse Petroleum und Landwirtschaft Gummi und Gold >i * 6400000 l>Y**a»1|na ml «iäy Ui i'sm mih ■ 1 344 57/7 v ■