Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 83 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492429-6348844-6349434--089-4920691- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Bogotá 1× ep/1044235
OCR text
* y dm Hälfte -vom Staatszoll and die Stadt ebenfalls noch einen Meinen Betrag als Steuer, auch nach dem Gewicht. - Fleisch und,. Lebensmittel sind hier sehr billig. Fleisch kostet etwa 12 bis 16 Cent das Pfand, and Lebensmittel, die hier im Lande gezogen werde«, wie Reis, Bananen, Apfelsinen, Ananas und alle Sorten Gemüse werden sehr billig verkauft ~ Nene Artikel lassen sieh kaum einfahren, da es hier alles gibt Waren, die hier im Land hergestellt werden, sind "natürlich durch hohe Zölle gegen ausländische Konkarrenz geschätzt. Maschinen werden hier gar nicht hergestellt and kosten so gut wie keinen Zoll. Es lassen sich sehr leicht irgendwelche Artikel herstellen, die dann durch Zollerhöhung, sofern .der Fabrikant leistungsfähig ist, auf Antrag schnell geschützt werden. Ich halte überhaupt die Aufnahme einer, wenn «och vorerst mir kleinen Fabrikation in gleich welchem,f Artikel für unbedingt gut da dann die hohen Zölle in Wegfall kommen, die hier an Stelle von Steuern erhoben werden, so daß also dar Verdienst um vieles größer ist Es werden hier nämlich *° i.ut.wie **r h*llac Steuaiu gezahlt Zum Beispiel ein Geschäftsmann, der hier einen französischen Schönheitssalon betreibt zahlt bei ungefähr 20000 Pesos Umsatz pro Jahr an Abgaben ca. 50 bis 60 Pesos. Licht und Wasser sind hier sehr billig. Telephon kostet 3,50 Pesos Miete monatlich, Gespräche in der Stadt kosten nichts. Autos kosten pro Jahr 8 Pesos Steuern, unabhängig von der Größe der Wagen. Benzin kostet die Gallone (4's Liter) 32 Cent. In dem sehr auagedehnten Geschäftszentrum sind alle Lokale vermietet, die Miete betragt etwa 100 Pesos. Es wird aber standig gebaut, und wenn man sich ernstlich bemüht, werden wohl Lokale zu haben sein. Wenn jemand viel Geld hat, kann er hier ein großes Unternehmen aufziehen, welches nicht nur ein Einheitspreisgeschäft mit Lebensmittelabteilung, sondern auch Erfrischungsraum im Stil eines Restaurants und Kaffees, sowie eine Metzgerei enthalten kann. Außer der Einrichtung für das Lokal, die hier — wenn auch sehr teuer — hergestellt werden kann, ist es ratsam, sämtliche Waren von Deutschland mitzubringen. Es ist natürlich auch möglich, die Einrichtung, sofern sie vorhanden und zerlegbar ist, mitzubringen. Dafür müßten aber sehr viel Fracht, evtl, such Zoll und vor allen Dingen sehr viel 'Transportspesen aufgewendet werden. Dar Transport kostet nämlich ab Hafen Bonaventura nach Bogota pro Kilogramm als Fracht 6 Cent, und dauert dann ungefähr 14 Tage. Die Herstellung hier wird wohl billiger sein, da Holz genügend im Lande vorhanden ist Kassen usw. werden fast ausschließlich von Deutschland bezogen, wie .Natio-. naL, Krupp usw. — ' Es müssen hier große Läger unterhalten werden, da die Heranschaf fang der Waren immerhin ca. Vier Monate dauert Per 10 kg Postpaket geht'ies allerdings etwa« schneller, wenn die Ware in Deutschland vorratig ist— Wh" waren gestern in dem hiesigen Einheitspreisgeschäft. Dort kostet z.B. eine einfache Haarbürste «0 Cent., eine Seifendose aus Galalith 25 Cent., ein Schlüsselring 5 Cent, eine Zange 80 Cent, alles für dortige Verhältnisse sehr teuer. Es gehen^bier sämtliche Artikel bis zu den feinsten, es wird nur m. E. an der Ware mehr verdient Dieses Geschäft ist das einzige, das feste Preise hat, sonst geht es hier „Wie der Chammer das Ponün hat¥. Das Verkaufspersonal arbeitet hier sehr billig, von 20 bis 30 Pesos im Monat; das Gehalt wird hier voll ausbezahlt, und auch für-den Inhaber entstehen nicht irgendwelche Ausgaben .wie dort. Krankenkassen beitrage, Steuern und sonstige Abgaben werden weder abgezogen noch bezahlt Krankenkassen gibt es gar nicht. - Im Lande selbst wird nicht viel fabriziert, und vor allen Dingen scheint es mit der Wialität der.Produktion nicht weit; her zu sein. Zigaretten und Schokolade, die hier fabriziert werden, kann man fast überhaupt nicht einführen, denn zum Schutz dieser Fabrikation sind die Zölle derart erhöht, daß eine Einfuhr unmöglich ist Außerdem werden hier noch Aluminiumgeschirre fabriziert, und für all die einheimischen Pro* dukte wird sofort auf Antrag der Zoll erhöht, wenn man die Leistungsfähigkeit nachweist Die Schokolade ist hier so schlecht, daß man sie kaum essen kann, und ich halte die Fabrikation, wenn man gute Rezepte hat, für rentabel. Außerdem halten wir die Herstellung und den Vertrieb—+ofr Lampenschirmen au* - Kreppapier oder sonstigem Papier für sehr aussichtsreich, weil in den meisten Häusern die Birnen einfach in der Fassung hängen. Es gehen hierin Modelle in allen Farben und Variationen von den größten bis zu den kleinsten. Dieselben sind wohl im Hausierhandel mit großem Nutzen abzusetzen. Für die Einrichtung einer Metzgerei haben wir uns sehr interessiert" Wir kommen immer mehr zu der Oberzeugung, daß die Errichtung einer Metzgerei in europäischem Stil hier rentabel ist Die Schmierbuden hier verkaufen jeweils " nur eine Sorte Fleisch und säbeln einfach aus dem ganzen Schwein oder aus dem halben Ochsen das heraus, was man haben will. KOhlräume haben die Metzger hier nicht, weil behauptet wird, daß Fleisch hier trotz Gewitter und Hitze nicht * verdirbt. Im Vorbeigehen kann man die Metzgereien schon riechen. Auf dem Markt im Zentrum . hängt das Fleisch an verrosteten Haken in verrosteten Gestellen aus ' Maschendraht Die. Metzgereien zahlen hier für den Verkauf von Rindfleisch 3 Pesos, für den Verkauf von Schweinefleisch ca. 5Vi Pesos Steuern pro Monat, womit sämtliche Steuern bezahlt sind. Es gibt hier sehr viel Herren mit deutschen Vertr«- tungen, aber die Sache ist hier.sehr kostspielig. Wie kb höre, muß, man Ar diesen Zweck mindestens für ein Jahr zu leben haben, denn so lange dauert es, bis die. ersten Ein- künito hereinkonWen. Für Vertretungen kommen nur erstklassige Fabrikate«! Betracht, da die ausländische Konkurrenz sehr groß ist Eine Vertretung ist natürlich nur für den Plata möglich, da die Entfernungen voneiner zur anderen Stadt zu - groß sind, um die Reisen finanzieren zu können " \ '•'.*. .• '. " - <•"';> ' . 5 " >.i tJi fr-i ' .-. , ' ' .;» ' ' \ •* .. .. 1 ■ »•! V, '>'••*-■-• ■ * '; » . > ...«AfciV-i« vaaiir'i",- i:-x\ ' > *•'■■ ,' •' jä .*»•:.. N ■■• i ■■,,. i -. - .' •. ■ ... ii »- ' . . - ■ i -■■ ':<i ■ - . ■ ■ > , ' . ■ , - - -' * ' V . ", ... ''-;..«;'.V- '' •'•.•'* * ' ,. ■ - »•..;.; - .; m Berliner Bettenl |,| FRANZ SCHLESINGER ■litt B«riifcChorio«.nbufg, ^kW Wllm-fSda»f.r! rStroft. 51 ■ T.l.fon: Cl. 8784 Für Ihr Schlafzimmer In Uebersee Beiern wir bawttwt« und srakibd» Möbel »»dS»H— Avutamingmi Unverbindlich. S.ralung zu für Teo und Nacht lk e IMratna ml* und s Praktisch* Schlafzimmer Mäkel -—- *Pf snnw A ja* » Mnk m M s«f— - ' I JUdidmt* totf Ttdcx a. ( Sämtliche Marken - Fabrikate! AlhtromgerSte für (Heidt- und Wechselstrom. Unverbindliche Vorführung in Ihrem Heim. . Moderne Reparatur- Werkstatt Berlin W Kurfürstendamm 150 ' f ernspredier J T Hodimeister .3700 — ' ' ' » > *L>± ' T t.s . IIa— i« ■" | % \ P •■ , ) <r I 7 *;vAf. — 1 •. •■■, -.« .••«Vi ••■ ■• ■. >..z i '■ ■ , ■* I ' i; ' i ~ \ m ** »