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Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 68

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand UB Ffm
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 68 (sequence 72)
Language
German
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I Auch da« . an' WestjPatagonien l sich anschließend« F c u c r 1 a n d ist ein unwirtliches Land. Auch hier wieder undurchdringliche Wälder1 und ein düsteres Klima, das Sonnentage sehr selten werden läßt, Stürpie und Niederschläge machen auch dielten Landesteil für intensive Besiedlung ungeeignet. ™" Doch ist Feuerland von (großer verkehr*wirtschaftlicher Bedeutung; es bildet nämlich die Mage 11 anstraße, vom Panamakanal und der gefährlichen Umschiffung des Kau Hoorn abgesehen, den einzige* Seeweg von der Ostzur Westküste Amerikas. An dieser durchschnittlich 30 bis 40 km breiten Seestraße liegt Magallanes (früher Punta Arenas), -Chiles südlichste Stadt, wichtig als Umschlagsplatz für die Agrar- und Viehzuchtprodukte der südlichen Farmen. Ma- Sallanes hat etwa 25 000 Einwohner und wird hauptsächch von Europäern bewohnt. y 2. Klima und Gesundheitsverhä 11nisse Chiles Klima gilt — besonders in der mittleren Zone — als außerordentlich gesund. Die D u r ch s ch n i tt s t e m per a t u r e n wichtiger Städte (in nord-südlicher Richtung geordnet) betragen Celsius-Graden (I. KQste gelegen):;, - i .-./■ v . ■)., * . ■ «•■ , ■> ~v; . : ■■■ ■'- '■.< y sg^ Unter den/ausländischen- Staatsangehörigen wurdeX 1930 23000 Spanier, 11100 Italiener und 10900 Deutsche gezahlt. Im gleichen Jahre betrug die Anzahl der Juden 3700; durch die verstärkte Einwanderung der'letzten Jahre dürfte sie auf vielleicht 5000 gestiegen sein. — Die politisch und kulturell fuhrende Oberschicht ist spanischer Abkunft. ■ Der Geburtenüberschuß ist infolge der hohen Säuglingssterblichkeit gering; der Anteil der -unehelichen Geburten ist sehr hoch (etwa 24 •/• aller Lebendgeborenen). Innern des Landes, K. an der 4. Regierung und Innenpolitik ~f Die Verfassung Chiles, die 1833 proklamiert, danach aber "wesentlichen Aenderungen unterworfen wurde, ist eine Verbindung des nordamerikanischen Präsidialsystems mit dem englischen Parlamentarismus. Einem auf je sechs Jahre direkt gewählten Präsidenten steht die Exekutive zu. Der Kongreß besteht aus Abgeordnetenhaus und Senat. Die Gesetzesinitiative übt das Abgeordnetenhaus aus, während dem" Senat die Revision der Gesetze obliegt. Eine Volksabstimmung wird jeweils zur Entscheidungvon Meinungsverschiedenheiten zwischen Kongreß und Präsident über Fragen der Verfassungsreform abgehalten. Es wählen alle.'männlichen Einwohner Ober 21 Jahre, die lesen und Mrc» ■Uttel 19« 19° 15« Nordchile Ariern (K.) . . . , lquique K. . . . Copiapo (I., 390 m) Mittelchile Valparaiso (K.) . . Santiago (I. S19 m) TWcafl.). . . . Concepcion (I.) "Valdivia (K.) ... 9.5° Wimter Monat Februar (22") Januar (21°) " Januar U9») Februar 417,5°) (20°) (20°) lanuar |I7"| U0»J Kiltrstri ^^schreiben können. Juli Juli (17«) S ü d c h i I e Magallane. (K.f (Punta Arenas) 7» Januar (11») Die Niederschlagsmengen sind im Norden des Landes sehr gering. Sie steigen nach der Landesmitte zu und erreichen ihren Höhepunkt in der'Gegend von Valdivia (2800 mm im Jahr). Im SOdAi sind sie wieder geringer. Die Jahreszeiten werden wie folgt aufgeteilt: Frühling: 21. September bis 21. Dezember Sommer: 2t. Dezember bis 21. März- Herbst: 21. Mflfz bis 21. Juni < Winter: 21. Juni bis 21., September. MoQatr r i Die politische Entwicklung Chiles verlief in ,uj(u»t den 126 Jahren seit seiner Unabhängigkeitserklärung "uli (16°) ohne wesentliche Erschütterungen: keiner der Präsidenten fiel einem Attentat zum Opfer. Doch gab es immer wieder Perioden politischer Spannung, und in - einer solchen Periode befindet sich-das Land augenblicklich. Die Parteien des Landes zerfallen in zwei Blocks, in die (rechte) Regierungskoalition, die die Konservativen und Liberalen umfaßt, und in. die links-oppositioneUe „Volksfront", die aus Radikalen, Demokraten, Sozialisten und Kommunisten besteht Unter der Präsidentschaft von Arturo Alessandri, der gegenwärtig den rechten Regierungsblock vertritt, überwand Chile zwar die Krise, aber trotzdem erstarkte die - Opposition. In kulturpolitischer Hinsicht wendet sich die Volksfront gegen den Klerikalismus des Regierungsblocks, in sozialpolitischer Hinsieht fordert sie im Namen der Arbeiter Lohnerhöhungen und Verbesserung des Wohnungswesens und der hygienischen- Einrichtungen. Durch Streiks, die in den ersten Monaten dieses Jahres in immer größerer Anzahl ausbrachen-, versuchte man auf die Regierung einen Druck auszuüben. Die V erhängung des. Belagerungszustandes im Februar war die Folge. -Die Unsicherheit der Lage wurde durch einen Militärputsch in Santiago erhöht, der jedoch schnell niedergeschlagen werden konnte. - Juli (11.5°) uli (8 ) ' uli (9°) uli (10");»li.(7.) Juli 11«) - Die für die Einwanderung wichtigsten Teile von Mittelchile, die Gegenden um Valparaiso und Santiago, erfreuen sich eines außerordentlich guten Klimas. Die Re- . genperiode erstreckt sich von Mai bis August; während des ganzen übrigen Jahres bleibt das Wetter schön. Die heißen Sommertemperaturen werden durch Seebrisen gemildert, die eine Meeresströmung, der Humboldtstrom, von südlichen Eisregionen hinaufführt. Dem angenehmen Klima entsprechend liegen die Ce-f' sundheits Verhältnisse für Europäer günstig. ' Dagegen ist dte •Sterblichkeit, speziell die Säuglingssterblichkeit, .bei den Eingeborenen außerordentlich hoch. Sie wird zurückgeführt auf die Unachtsamkeit der Mütter, auf die mangelnden sanitären Einrichtungen, den verbreiteten Alkoholismus usw. Nach neueren Statistiken beträgt der Anteil der Kinder, die im 1. Lebensjahre starben, 60 °,'o. Die allgemeine Sterblichkeitsziffer beträgt 27 auf das 1000 der Bevölkerung (In Deutschland 11). Die Regierung hat deshalb Maßnahmen eingeleitet, die hygienischen Zustände wenigstens in den Hauptstädten zu bessern. ■ 3. Bevölkerung Chiles Bevölkerung, deren Zahl am 1. Januar'1935 auf 4 464 000 geschätzt wurde, ist von größerer Einheitlichkeit', als die der meisten anderen Länder Südamerikas. Die breite Unterschicht der Bevölkerung besteht aus Mestizen, Mischlingen von Spaniern und Indianern. Reinrassige Indianer leben in größerer Zahl (etwa 100 000) in den Andentälern, Arauoanias, in der Umgebung der Stadt Tcmuco.' Die starke Mittelschicht stammt größte»- v teils von Einwanderern aus romanischen Ländern ab. ' III. Die Wirtschaft 1. Land- und Waldwirtschaft Der Haupterwerbszweig der chilenischen Bevölkerung ist die Landwirtschaft. 40 <¥6 der Bewohner verdienen aus dieser ihren Lebensunterhalt (gegen nur 5 «o, die ihren Lebensunterhalt aus den Bergbauindustrien verdienen). Dagegen beträgt der Anteil der landwirtschaftlichen Produkte am Gesamtexport nur 13,4 «,'o, während der Anteil 'der Bergbauprodukte 69,8 «b beträgt, Obwohl die klimatischen Verhältnisse Mittelchiles der Landwirtschaft sehr günstig 1 sintLJst Chile nicht in der Lage, seinen Bedarf an AgrarerzeugrKssen selbst zu decken. Der Grund dafür ist in der extensiven Wirtschaft des durchschnittlichen chileniv . sehen Landwirts zu suchen. - \ Durch den niedrigen Stand des Pesos flössen in den letzten Jahren der chilenischen Landwirtschaft große Ge- ' winne zu; hierdurch wurden sie in die Lage versetzt, ihre Schulden im In lande zu tilgen. Ihre Lage iat deshalb augenblicklich recht günstig. Zudem unterstützt die Regierung landwirtschaftliche Kolonisationsbestrebungen durch Anleihen an die Siedler. Etwa zwei Drittel der landwirtschaftlichen Anbauflächen .werden mit Weisen bebaut. Die Erträge, die in den letzten Jahren bedeutend vermehrt wurden, reichen knapp aus, den Eigenbedarf zu decken und einen kleinen Ausfuhrüberschuß zu erzielen. Die Weizenproduktion betrug im Erntejahr 1933/34 9 609 000 t. Neben dem Weizen ist dieJK a r t o f f e 1 das wichtigste pflanzliche Nahrungsmittel Chiles. Ihre Erntemenge belief sich im gleichen Jahre auf 6113000 t. Auch andere Getreidesorten - vor allem Gerste (für Brauerei*wecke), i •'», .■ » ' . > 1 \ I -y' Mil I * -V

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