Mannheim
Compact Memory

Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 67

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand UB Ffm
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 67 (sequence 71)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/6492429-6348844-6349434--073-4920675
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m- ■\i Wellenbrecheranlagen ausgestattet wurde. Antofagasta ist »der führende Durchgangshafen für den Warenverkehr von und nach Bolivien und vertagt deshalb Aber ausgedehnte Freihafen und Lagerhäuser für den Transitverkehr. Die / Stadt hat schöne öffentliche Parks und gute asphaltierte Straßen, besitzt aber sonst weder architektonische noch landschaftliche Reize. - ■ . Ebenfalls von großer Bedeutung für die Verschiffung des Salpeters und seines Nebenproduktes, des Jods, ist Iqu iq ut>, eine erheblich altere Stadt, die; aber von dem südlicher gelegenen Antofagasta überflügelt wurde. Oft von Erdbeben zerstört, wurde sie immer wieder in einem charakteristischen, malerischen Stil aufgebaut. Heute zahlt sie an 60 000 Einwohner. ' La Serena, im Süden Nordchiles, besitzt als alte Stadt viele Denkmäler dar spanischen Kolonialzeit; heute ist es ein Industrie- und Bergbanzeotrum, das etwa 10 000 Einwohner zahlt. Das Hinterland Nordchiles ist unwirtliches Gebirgsland. Doch liegen bier Chiles bedeutendster^ u p f e r - minen. Vereinzelt leben dort Indianerstamme, die an den wenigen Flüssen auch primitive Landwirtschaft betreiben. Mittelchile ist der eigentlich begünstigte Teil des Landes. Vier Fünftel der Einwohner Chiles leben in diesem Gebiet. Täler, die zu den frachtbarsten -der Welt gehören, und prachtvolle Weideflachen sind in den Landwirtschaftsgebieten ebenso' vertreten wie günstige Industriestandorte in den Städten. Von sehr fruchtbaren Flußtälern aus verzweigen sich künstliche Bewässerungsanlagen, die auch .die entlegeneren'Landereien anbaufähig machen. Alle Sorten von Obst und landwirtschaftlichen Edelkuhuren gedeihen hier. An den Hängen ziehen sich Weingärten hui und große Gebiete sind mit Getreide bedeckt. Das Vieh Chiles grast auf weiten, fetten Grasflächen. Wichtigster Hafenort dieses Gebietes und damit größter Hafen der Westküste Südamerikas ist Valparaiso mit zirka 200000 Einwohnern; eine schöne, moderne Großstadt, in der Erdbeben und Stürme nurwenige von den "■' alten Bauwerken der Kolonialzeit stehengelassen haben. Die Stadt, die klimatisch besonders begünstigt ist. er-' streckt sich über zahlreiche kleine Anhöhen, , die "sich längs des Strandes hinziehen. Im Hintergrund erheben sich die. aehneehedeckten Gipfel der Cordilleren, — auch bei Nacht ein herrlicher Anblick, wenn Lichterketten über die Anhöhen' hin die Meeresbucht umsäumen. ' '; ,' BIS vor kurzer Zeit wurde — wegen der Erdbebengefahr.— - der Bau nur ein- bis zweistöckiger Hauser "bevorzugt, heute jedoch birgt die Unterstadt eine Reihe großer Geschäfts- und Regterungsbauten. Bergbahnen und Serpentinenstraßen verbinden die' Unterstadt', mit den höher gelegenen Wohnvierteln. Das Industrieviertel Valparaisos liegt im Osten , der Stadt. Eine Reihe schöner „Avenidas" -dient dem regen Autoverkehr und der nachmittäglichen Promenade, Gute Autostraßen verbinden Valparaiso mit der Landeshauptstadt Santiago (etwa 3 Stunden Fahrzeit) und den umliegenden Seebädern und Erholungsorten, unter denen Vifta del M a-r (ca. 50 000 Einwohner) eine bevorzugte Stellung einnimmt. V'ina del Mars Klima ist noch müder als das Valparaisos. Hier wohnen die wohlhabenden Geschäftsleute der Großstädte; besonders im Sommer gilt es als schönster Erh<*T§erLandeshauptetadt Santiago de Chile zahlt etwa 750 000 Einwohner und liegt landschaftlich wunderbar auf einem zirka 600 m hohen Plateau zu Füßen der Cordillere. Die Stadt ist in einem Quadrat angelegt, dessen Seite 10 km mißt Die rechtwinklig, sich kreuzenden Straußen sind gu^/asphaitierfr-tmd beleuchtet. Es herrscht reger Verkehr von Privatautos und Taxis; auch heäteht 'ein ausgebauter und gut funktionierender Autobus- und Straßenbahndienst. . , : Der Mapochofluß durchkreuzt die Stadt in ost-westlioher Richtung. Eine breite Prachtetraße, die Alameda, zieht sich durch das Zentrum der Stadt. Sie ist die Hauptverkehrsader, an der die elegantesten Geschäfte und schönsten Privathäuser liegen. / / In den Geschäftszentren ^erheben sich einige Wolkenkratzer, die in neuerer Zeit von Banken, Versicherungsgesellschaften und anderen größeren Jr'irmen zur Investierung ihrer "Reservefonds gebaut wurden. Inmitten der Stadt blieb als ejh Stück Natur der Santa-Lucia-Hügel erhalten, aii dessen Hängen sich herrliche Gärten und Parks ausdehnen. Hier genießt man die schönste Aussicht über die weit sich ausbreitende .Stadt, ihre prunkvollen Kirchen, ihre.'.monumentalen Regierungsgebäude, ihre gartenreichen Wohnviertel und ihre Fabrikanlagen in den Außenbezirk Südlich Santiagos, ebenfalls im Binnenland, liegt Talci, eine Stadt mit historischer und kultureller Tra- ■ .ditiön. Das große Erdbeben von 1928 vernichtete, die S^adt nahezu völlig; inzwischen wurde sie wieder aufgebaut und ist heute eine der modernsten Städte des Kontinents; die "Einwohnerzahl dürfte fast 60000 erreichen. Talca verfügt über „großzügig angelegte, gut asphaltierte Straßen und große öffentliche Parks und ist eines der wichtigsten industriellen Zentren des Landes. Hier finden sich u. a. sieben Schuhfabriken, mehrere Fabriken von Genußmittetn (Tabak und Fein back waren), Brennereien, drei Eisengießereien und Mühlen. \. — Die Talca umgebende Provinz gleichen Namens ist Chiles bekanntestes Weinbaugebiet. Der Hafenort dieses Gebietes ist Constitution, das mit Talca durch eine Bahn verbunden ist. '« Südlich Talcas liegt Chi 11 an (mit etwa 40000 Einwohnern), ein Mittelpunkt und Absatzmarkt der Siedlungen und Kolonfsationsgebiete in den Andentälern. Die Bevölkerungsdichte außerhalb der großen Städte nimmt in diesen Gebieten immer mehr zu, um in der Gegend von Concepcion ihr Maximum zu erreichen. , Concepcion hat etwa 80 000 Einwohner; in seiner Bevölkerung macht sich^ein starker deutschen Einschlag bemerkbar. 1751 vernichtete ein Erdbeben die wegen ihrer Größe und Schönheit berühmte Stadt; heute ist Concepcion" Chiles drittgrößte Stadt mit guten Verkehrsmitteln, Industrieanlagen und Verladeplätzen für die Rohstoffe des Hinterlandes. In der Nähe Concepcions liegen Chiles größte Kohlengruben. Der Haupthafen der Stadt und der sie ..umgebenden Provinz ist Tale ahuano. / "\ Weiter,' südlich in einem Gebirgstal' liegt Terauco, mit etwa 40 000 Seelen, die Hauptstadt der Agrarprovinz Cautin. Diese Stadt gewann in den letzten Jahren immer stärker an Bedeutung und ist heute eine der -wichtigsten Städte der südlichen Hälfte Chiles. " Weiter südlich, der Küste zu, liegt V a 1 d i v i a, nahe der Mündung des Valdivia-Flusses. Auch in Valdivias' Bevölkernng, die etwa 35 000 Menschen umfaßt, ist das deutsche Element stark vertreten. .Eine Anzahl votf Industrien, insbesondere der Holz- und Lederbearbeitung, wurde in und bei Valdivia errichtet. — Die südlichste der größeren Städte Mittelchiles ist Osorno eine frühe Gründung der Spanier, die ihren kolonialen Charakter bis heute erhalten hat. ——_ Südchile ist ein sehr dünn besiedeltes Land. Städte,sind kaum vorhanden und größere Siedlungen sehr selten. — In Wcst-Patagonien, das sich an 'Mittelchile anschließt, herrscht ein regenreiches, feuchtes Klima, das eine Besiedlung kaum gestattet. Von den gewaltigen, teilweise vulkanischen Andengipfeln und ihren Abhängen fließen breite, stille Ströme dem Meer zu. Immergrüne Urwälder umsäamen die. Ströme und Gebirgsseen and steigen die Gebirgshftnge hinan. Die Andenlandschart, die sich nur mit der der Schweiz vergleichen läßt, ist von majestätischer Schönheit. In den Urwäldern leben wilde Indianerstämme ein primitives Nomadendasein. Wirtschaftlich ist dieser Landesteil vielfach unausgenutzt. Wo Weidemöglichkeiten bestehen, wird Viehzucht getrieben, und der'Waldreichtum führte zu einer gewissen Verwertung des Holzes, insbesondere als Baumaterial. v » . AUSWANDERER lassen «iah den y "'*< ohne Vorwirmunf, genau wie jeder andere Gasherd vollständig kostenlos und unverbindlich durch unsere Vertreter nach telephonischem Anruf (C 1 Steinpla11 2339) vorführen. HEINR. RAUH * Co., BERLIK-CHARLOTTENBURG, Kaiser Friedrich Str. 55 — ' vH« , '♦ V- » »< l « '.. V; \ :.»:• \ J' > v I 67 * / 'i ■ *3Ä 'M > \ ' i V *. ivkr . - ' . v.k , .1« .,•.. V fcfcj ' *\ < . 11 i'-;;.. *,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.