Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 42 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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J Brasilien Fast so grbß wie ganz Europa, mehr als siebenzehnmal so groß wie 'Deutschland, umschließt Brasilien Landesteile, die klimatisch, wirtschaftlich und kulturell voneinander sehr verschieden sind. Während weite Teile schon wegen ihres tropischen Klimas' für weiße Einwanderer kaum in Frage kommen, bilden andere Gebiete, wie vor allen/ der Staat Säp Paulo mit seinem gesunden Klima und seiner aufblühenden Industrie, mächtige Anziehungspunkte für Einwanderer städtischer Herkunft; und viele Hunderte von Juden aus."Deutschland haben hier, wie auch in Rio de Janeiro, zum Teil rasch Fuß gefaßt. Andere Gebiete Südbrasiliens sind vorzüglich zur landwirtschaftlichen Siedlung geeignet und ziehen in steigendem Maße ^jüdische Einwan- - derer an. Li...... In Zukunft kommt Brasilien, das heute noch -kaum mehr' Menschen zählt als das 90 viel kleinere Italien, vor allem für drei Arten von Einwanderern in Frage: Für gewerbliche Unternehmer mit einem wenn auch nur bescheidenen Kapital, für Handwerker und qualifizierte Arbeiter und endlich für nicht ganz unbemittelte Landwirte. Dagegen bietet das Land kaufmännischen Angestellten, mittellosen Kaufleuten und den meisten Akademikern kaum Aussichten. Brasilien ist das einzige Land Südamerikas mit portugiesischer Umgangssprache ribÄEflernungDiTdetfÜT" den Einwanderer die .wichtigste Voraussetzung zum Erfolg. Die zur Zeit gültigen Einwanderungsbestimmungen sind schwer -m erfüllen und werden mit zunehmender Strenge angewandt. I. Einwanderungsbedingungen h 1. Einrcsasbeetimmungea—-r ■ 2. Einreiseverbote ..... & Gebühren..... 4. ZoUbeetimmungen . . . . 5. Arbeitserlaubnie . -. . II. III J4f»Jf ^p&äw / IV V. VL VII 'M* Dm'Laad .. N. ..... , -.. .*<T\. . . . 1. Natur und Haupteinteilung des Landes . . A. Allgemeine geographische Uebersicht B. Ueberblick Ober die einzelnen Bundesstaaten . C. Der Bundesdistrikt und die wichtigsten Städte 2. Klima -und GesundheitaVerhältnisse . 3. BevoHcerrfng und -Einwanderung . . " . . . 4. Regierung und Innenpolitik '. .-.^ ...... Die Wirtschaft . . . . . ..... 1. Landwirtschaft " , . ■»■ •. . . . 2. Bodenschätze und Montanindustrie T . 3. Fertigwarenindustrie ..... . i i........ . 4. Wahrung . . . ^,\/ 5. Außenhandel «.Verkehr. . ........'.". . . 7, Konjunktur und Staatsfinanzen ..... Lebenshaltung' und Lebenshaltungskosten . . ■ . . 1. Allgemeines . .* . . ..... 2. Wohnverhältnisse 3. Ernährung............... r Ä V Vu Gesellschaft und Kultur . Jüdisches Leiten . . ........ Aussichten für Einwanderer L Allgemeines . . ........ 2. Aussichten für die einzelnen Berufe . . Ungelernte Arbeiter........... Gelernte Arbeiter und Handwerker .' Kaufleute und kaufmännische Angestellte - ■ •Freie Berufe ..... Frauenberufe ....... Kapitalisten .......... Landwirte . . . VIII. Briefe aus Brasilien Sri«« 42 42 42 43 43 43 "8 44 44 "45 46 46 48 4* 49 50 52 53 54 55 56 57 57 57 57 58 .58 60 60 60 61 61 61 61 ' 62 62 62 / «2 63 I. Einwanderungsbedingungen , i. Einreisebestimmungen Für die Ein- bzw. Durchreise nach Brasilien ist ein Visum erforderlich. Zur Erlangung des Visums sind vorzulegen: " _- 1. Gültiger-Reisepaß. -■ ■ ■ — '2. Impfschein eines Amtsarztes (Iber eine in den letzten vier Jahren erfolgte Schutzimpfung gegen Pocken. 3. Gesundheitsattest eines Amtsarztes, au* dem her^ vorgeht, daß der Antragsteller nicht an einer ansteckenden Krankheit, an Geisteskrankheit, Lepra, Elephantiasis, Krebs, Tuberkulose, Blind-, Stamm- oder Taubheit leidet Und voll- - erwerbsfähig ist ',','' ' ■■■■ - v. v - A r— « . V.",«"«~- ' -^-V * ' 4. Trachomzeugnis. - 5. Polizeiliches F 0 h r n n g s xe u g* Ts «bei die letzten - Jahre. 6. Drei Paßbildet, 7. Garantiesumme in Höhe von 3 Conto« de Reis (8000 Milreis) je Person Ober 12 Jahre und 2 Contos de Reis (2000 Milreis) je Person unter 12 Jahre.. Diese' Summe muß in Original- und Duplikatscheck auf eine Bank in Brasilien lautend mitgenommen werden. 8. Einreiseerlaubnis (Chamida), ausgestellt von einer brasilianischen Polizeibehörde auf Antrag einer. in Brasilien ansässigen Person. - •- ,J. 9. Drei Fragebogen. ' ,. ' Folgenden Personen wird das Visum 'ohne die brasilianische Einreiseerlaubnis erteilt: a) Geschäftsreisenden, die Hin- und Rückfahrkarte?«kauft haben und eine Bescheinigung der zuständigen ndustrie- und Handelskammer in doppelter Auefertigung * vorlegen, in der bestätigt ist, daß es 'sich um eine Ge- ■ schäftsreise handelt. b) Touristen und Beanchareia'enden der ersten Schiffsklasse, die Hin- und Rückfahrkarte gekauft .haben. c) Pe.sonen, die nachweisen, daß sie ein größeres Vermögen nach Brasilien Oberweisen, mindestens aber S000 Reichs ■ « mark. » — >,' '■ ~ " .. - - --- ' -. ■ v ' „ Lediglich die Einreiseerlaubnis der brasilianischen Polizeibehörde, aber nicht die Garantiesumme benötigen von in Brasilien ansässigen Landwirten angeforderte Land - wirte oder Ländarbeiter. Diese Einreiseerlaubnis kann aber nur von einem Landwirt beantragt werden, der länger als zwei Jahre in Brasilien eine Landwirtschaft besitzt und. betreibt 2. Einreiseverbote Für folgende Personen besteht-ein Einreiseverbot: " 1. War verkrüppelt oder verstümmeltest, aa sei denn, daßej noch •Ober volle oder mindestens OOprojentige Arbeitskraft —(nach dem. mittleren Eniathädiguiigsgi-aua dar Tabelle für Arbeitsunfälle) verfugt. Q 2. Wer blind oder taubstumm ist. 8. Wer an Geisteskrankheit, Neuroef oder sonatigen nervöser Erkrankungen .leidet. % 4. Wer Träger einer unheilbaren oder stark ansteckende) Krankheit (Aussatz, Schwindsucht, Trachom, Geschlechts krankheit oder anderer im Reglement des Gesundheit« dienstes erwähnter Krankheiten) Ist 0. Wer dem Rauschgift verfallen ist ' , 6. ^eT-^me orgahische VerleUung mit der Begleiterscheinung funktionaler Unzulänglichkeit (nach der einschlägigen Ce setzgebung) aufweist. f / 7. Wer junger als 18 und-älter als 00 Jahre ist ' 8. Zigeuner und Nomaden. V ■••