Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 33 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6492429-6348844-6349434--037-4920639- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
' [f ■• .-/^ . * Als Vertreter oder Reitende sollen für Einwanderer, die einigermaßen gute Verbindungen haben, unter Umstanden noch Möglichkeiten vorhanden sein. Doch wird hier selten ein Fixum gezahlt; im allgemeinen ist der Betreffende auf Provision angewiesen. Um sich hierbei durchzusetzen, ist nicht nur eine ziemlich große Ausdauer, sondern vor allem Geld notwendig, um durchzuhalten» bis die Frflchte der Arbeit sich einstellen; dies soll etwa ein* Jahr dauern. Ferner liegt es auf der Hand, daß gerade für einen Vertreter oder Keilenden perfekte spanische Sprachkenntnisse Voraussetzung des Erfolges sind. Wer diese hat, kann auch in verwandten Berufszweigen, z.B. als Versicherungsagent, unter Umstanden gut verdienen. " Nr Hausierer sind die Aussichten sehr schiecht. Diese Tätigkeit ist höchstens als vorabergehender Notbehelf für Neu eingewanderte anzusehen. Verschiedene Einwanderer haben sich mit dem Verkauf von Limonaden, Eis usw. beschäftigt, doch kommt etwas* derartiges nur wahrend der heißesten Jahreszeit ia Frage, und außerdem ist die' Tätigkeit ungemein anstrengend und mühsam, besonders wegen der Isngen Arbeitszeit. d) Frauenberufe Für Frauen sind die Unterkunftsmöglichkeiten in Argentinien verhältnismäßig recht gut. Sie können ala Kindermädchen, ebenso als Mädchen für alles leicht Stellung erhalten und erzielen oft Gehälter von 60 bis 70 Pesos bei freier' Station, während kaufmännische Anfangsgehälter ohne^Jreie Station häufig nur auf 40 bis 60 Pesos kommen! Sehr gesucht sind auch Kochinnen. Doch ist in diesen Berufen die Arbeitszeit lang, der Dienst schwer, und nicht jeder ist derartigen körperlichen. Anforderungen gewachsen. In gewerblicher Hinsicht sind die Chancen für Frauen nicht so gu^z^B. ist Frauenarbeit in der , Dekoration nicht so üblich wie in Deutschland. Für einzelne Handweberinnen sollen Aussichten bestehen, aber nur, wenn sie etwas Kapital haben, um sich selbständig zu machen, d. h. um einen'eigenen Handwebstuhl zu kaufen. Auch, für Chemotechnikerinnen und tüchtige Pnotographinnen bestehen gewisse Aussichten. . ' * . /..-■ ■ ' /; e) Freie Berüf-e ./ Die Aassichten für Angehörige der freien Berufe sind in Argentinien im allgemeinen schlecht, doch sind verschiedene wichtige Ausnahmen zu verzeichnen. Verhältnismäßig" gut sind die Aussichten für Chemiker, die in großen Werken der Privatindustrie zu ziemlich günstigen Bedingungen Stellung finden. Verhältnismäßig günstig scheinen auch die Aussichten für Musiklehrer und Musiker au sein. Hier liegt die llauptverdienstmöglichkeit beim Radio, das sehr gut zahlt; bei diesem sind einige früher in Deutschland tätige jüdische Musiker angestellt. Auch für Kaffeehausmusiker scheinen Verdienstmüglichkeiten vorhanden zu sein, ebenso durch Erteilung von Privatstunden. Für Architekten und Baumeister sind dagegen die/ Aussichten ungünstig; es ist' eine große Zahl argentinischer Kräfte auf diesem Gebiet tätig, der Konkurrenzkampf ist entsprechend scharf, und dies, großen Bauunternehmungen sind meistens in dea Händen englischer, nordamerikanischer und deutscher Firmen. Eine Anstellung bei englischen oder amerikanischen Firmen kommt praktisch nicht in Frage, weil diese entweder ihre Landsleute oder einheimische Kräfte nehmen; deutsche Hauser wiederum steiles meistens keine N ich tarier ein. Um als selbständiger Architekt einen Kundenkreis zu bekommen, ist eine mehrjährige Anlaufszeit erforderlich, bevor man seinen Lebensunterhalt verdient. — Ein gewisser. Bedarf soll an Statt k e r n vorhanden sein, vor allem an Holzstatikern. Es wird darauf hingewiesen, daß in Argentinien Hochbauten im allgemeinen nicht als Eisenhochbauten, sondern als Eisenbetonbauten ausgeführt' werden, worin aus Deutschland stammende Baumeister keine Labung haben dürften. r ' Ausgesprochen schlecht sind die Aussichten , für Aerzte, Zahnärzte, Dentisten, Zahntechniker, ferner für Orthopäden, Krankenpfleger, Masseure und Qperationsgehilfen. f) Kapitalisten Im, ganzen dürfte die Eröffnung" eines selbständigen Fabrikationsbetriebes heute in Argentinien ungleich schwieriger sein als etwa in Brasilien. Der Hilfsverein, deutschsprechender Juden in. Buenos Aire9 sehreibt uns am 12. August 1936: „Allgemein ist so sagen, daß auf jedem Gebiet alles, was hier produziert-werden kann, auch hier z f' . •■ - .' | ' , WILHE , >f i«tfafc - v~" v..:'-' f§f^ytuj^mU^9&äj _____..... _ i ntnd MM 4na fsnnm tent, aufn* VrW^ %M Im im!9 59 V ¥¥ ■k ■ V Ty^^^py*^«iV■ * •"».'.. . 1 ■ WL- '*" ~mm' ' » W n Inhaber JI. und «I. Peyser ' . Sf Mit«««« «er jastsehea ^(j^.?.^*,.-i^s^f u«4'' i ■. .Mi «^vt> p*>j0i i ,-ff? ■•• , Telefon: Sammelnuminer D 9 Reinickendorf 0917 ss mws t ..^.»ty'-tt- . s*.. Wteß'.'-ty**-''1 fjj^uajjis&'fi '^Hif i;*«**ri * US,' IIBft.jlitti'! )i'i a&^-wm mffmfc.;y Berlin - Reinickendorf , Markstr. 10-11 Ii;vyj - - w ' ■ . . j«' m im CfefT. _ ' ITmzAge Inland Ans 1 and Uebersee nf<r «imfaflY*iVyY i,jjn aysafni—tÄsj Sir. Möbellagerung, Internationale Spedition Kostenlose Auskunft und Beratung Vertretung an allen größeren Plätzen kJ. . i ...» ' i ■'i V .' f.