Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 24 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Airgs^ Co«toba,'Tampa Central und Santa Fe, aber auch in arideren Landes teilen angebaut wird. Während die Hektarerträge seibat für eine extensive Wirtschaft - im allgemeinen gering sind, ist die Menge des geernteten Getreides gewaltig; im Jahre 1933/34 wurden. 7,79 MU1. Tonnen Weizen erzeugt; seitdem ist allerdings die Produktion stark eingeschränkt worden und der -Ernteertrag 1935/36 wird auf weniger als die Hälfte, auf 3,8 Mill. Tonnen geschätzt; dieser starke Rückgang ist auch auf anhaltende Trockenheit in den Hauptanbaugebieten zurückzuführen. Ein sehr großer Teil der Getreideernte wurde bisher exportiert; jedoch dürfte in diesem Jahre infola» des Ernterückganges nur ein geringer Ueberschuß über den Eigenbedarf ausgeführt Von großer Bedeutung ist neben dem Weizen auch die Maisproduktion des Landes; 1934 35 wurden K,2fr •Mill. Tonnen geerntet, ein Rekordertrag, von dem etwa zwei Drittel zur Ausfahr gelangten. Damit ist Argentinien der erste Maisexportsur der Welt. Die argentinische Maisausfuhr durfte etwa 70—80 % des Maiswelthandels ausmachen. Die voraussichtlichen Ernteergebnisse für. 1935/36 dürften 9,7 Mill. Tonnen betragen. Auch als Leinsaat- Produzent steht Argentinien an erster Stelle der . Welt. Zeitweilig versorgte Argentinien 80 o/o des Weltbedarfs. Doch hat auch die Produktion von Leinsaat im letzten Jahr sehr abgenommen. Die. Ernte soll Sur etwa 1,33 Mill. t im Erntejahr 1935/36, gegen 2,03 Mill. t im Vorjahre betragen. Hauptsächlich für den Eigenbedarf, teilweise aber auch für Exportzwecke wird in großen Mengen Hafer angebaut (0,50 Mill. Tonnen 1935 36; halb so viel wie im Vorjahre), ferner Gerste (0,89 Mill. Tonnen 1934/35; 0,46 Mill. Tonnen voraussichtlich 1935/36), Roggen (0,40 Mill. Tonnen 1934/35; 0,18 MüL Tonnen voranssirfitlich 1935/36), Reis (33 500 Tonnen 1934 35), Kartoffeln (0,92 Mill. Tonnen 1933 34), Zucker (0,55 Mill. Tonnen 1934 35), Tabak (10 Mill. kg 1934), Baumwolle (64000 Tonnen Fasern 1934 35; 76 700 Tonnen voraussichtlich 1935/36) und ,Yerba' Mate (51000 Tonnen 1934). ■>.; V v In den letzten Jatwaa^angestellte Versuche mit dem Anbau der S o j a 1) b h n e haberr ausgezeichnete ''Erfolge gezeitigt — Erdnüsse werden zur Oelgewih'nubg angebaut (47 400 t 1934). Für die argentinische' Viehzucht ist das wichtigste Hodenprodukt die L ü z e r n e, auch A 1 f a 1 f a genannt. , Die Luzerne ist ein vorzügliches Futtermittel und gedeiht am besten auf 'einem Boden, der schon mehrere. Jahre Getreide getragen hat. So wird, nach Ablauf einiger Zeit, ein Stück Land, das dem Getreidebau gedient hat, der Viehzucht zurückgegeben, aber als Alfalfa-Pflanzung. Alfalfawiesen werden mehrmals im Jahre gemäht. Brasilien und Südafrika sind die bedeutendsten Käufer dieses Futtermittels. Neben dem Ackerbau spielen auch Obstzucht* und Weinbau eine wichtige Rolle. Obstknlturen findet man in fast allen Provinzen, oft in der Nahe der Städte. In der Zentralzone: Pftrsische, Aepfel, Birnen, Quitten, Feigen, Mispeln, Pflaumen. In der kälteren südlichen Zone gedeihen Aepfel und Birnen. Vor allem sind hier die ausgedehnten und sehr ertragreichen Obstplantagen im Rio-Negro-Gebiet an der Südbahnstrecke zu nennen. Im warmen Norden gedeihen: Apfelsinen, Granatäpfel, Mandarinen, Ananas, Bananen, Trauben und einige bei uns unbekannte "Südfrüchte, wie Tunas, - Guayaba, Chirimoya und Toronja. . „ In den regenarmen sonnigen Provinzen Mendoza und San Juan, am Fuße der Anden, liegen die Hauptanbaugebiete des Weins. Argentinien steht unter den Wein erzeugenden Lindern der Erde an fünfter Stelle, hinter Frankreich, Italien, Spanien und Algier. Der Produktionswert des Weins betrug 1934 340 Mill. Pesos. 958 Mill. Pesos waren in der Weinindhstric investiert, und 65 000 Arbeiter und Angestellte waren in der Weinindustrie, tütig. - In der Hauptsache werden .einfache wohlfeile Faßweine hergestellt, die im Lande getrunken Verden, doch hat auch das Exportgeschäft in den letzten Jahren sehr zugenommen; die Preise waren ' zuletzt allerdings sehr gedrückt. 1934 wurden 7,5 Mill. hl Wein produziert und 4 Mill. hl ausgeführt. Auch einige Mill. kg frischer Trauben werden jährlich nach den Vereinigten Staaten, Brasilien und England exportiert. Dieses Ex- >-m& N: ■' u * >-.- f-- portge schalt soll, wie überhaupt der Export von Obst, ausbaufähig seilt y Etwa ein Viertel des Bodens Argentiniens wird von W fi dern bedeckt; doch ist es aus verkehrswirtschaftlichen Gründen nicht moalich, die großen Wälder des Nordens zur Holzgew Innung und zum Heizexport in größerem Stile auszunutzen Es wird lediglich Quebracho-Extrakt (zur 'Gerbsäuregewinnung) gesammelt und exportiert (1934: 233 000 t). "2' 4 £ * Ä-'J & < '-•t^^l^'A^ißSiä^'^^k^'^^ ^i'ii^^iß- 3"4* ili^'-iAttit" 2. Vieh wir tschaft Argentinien ist das grüßte Weideland der Welt. Die Pampa bildet das Gebiet, auf dem Vieh höchster Qualität gedeiht, auf Weiden, die größtenteils eigens zu diesem Zweck mit Luzerne bepflanzt wurden. Zwar beschränkt, sich die Viehzucht keineswegs auf das Gebiet der Pampa; doch ist das im Nordwesten und Westen gezogene Vieh minderer Qualität. Argentinien steht - unter den Fleischexportländern bei weitem an erster Stelle. Der R i n dsv i e h - Bestand betrug bei der letzten Viehzählung, 1930, allein 32,2 Mill. Stück. Die Qualität des argentinischen Rindviehs wird in keinem anderen . Lande erreicht. Sie wurde durch rasseverbessernde Aufzucht, Standardisierung der Herden und planmäßige Züch-. tung erworben und wird noch weiter, verbessert. Schafe, deren Zahl auf 44,4 Mill. geschätzt wird, werden hauptsächlich im Süden der Pampa, im Gebiete Entre-Rios und in Patagonien, gezüchtet, und zwar in wasserrachen Gegenden vorwiegend zur Fleisch Produktion, im tr«wlri»iyn Pntagonien vorwiegend zur WoRflewinnüng (Merino). Im allgemeinen herrscht aber ein Schaltyp vor, der Fleischreichtum mit starkem, wenn auch grobem Wollwuchs verbindet. Argentinien ist heute nach Australien der erste Wollexporteur der Welt Es produziert etwa 10 o„ des Weltangebot es. ., . ~ ' Die Pferde Argentiniens —,. etwa 9,9 Mill. Stück — sind eine zähe, anspruchslose," starke Rasse, die wegen dieser. Eigenschaften sehr geschätzt ist Sie weiden weniger zu Expori-' zwecken als zu landwirtschaftlicher Arbeit in Argentinien selbst gezüchtet. — An anderen Viehsorten züchtet man noch Ziegen" (5,6 Mill. Stück) .und Schweine (3,8 Mill. Stück). ^Entsprechend-diesem Umfang 3er Viehhaltung ist auch die argentinische II ä u t e p r o diu-kj i o n sehr ..gr^ß* 1934 wurden 6,4 Mill. Rinderhäute exportiert. 3. Bodenschätze und Industrie ' Argentinien ist im wesentlichen ein Agrarland.. Sein Reichtum liegt in seinem Viehbestande und seinen Feldbauprodukten. "Seine Industrialisierung erreicht nicht den " Grad anderer südamerikanischer Länder, wie Brasilien und Chile, obgleich 43 0 b aller Arbeiter und Angestellten Argentiniens in der Industrie beschäftigt sind (gegen 28 °/o in der Landwirtschaft). Das, Haupthindernis auf dem Wege zur Industrialisierung ist vor allem der Mangel an Kohle und Eisen. Deshalb kommt den im Lande vorhandenen Petroleum quellen besondere Bedeutung zu. Argentinien ist das einrigewLand Südamerikas,* das seine Petroleum Vorräte selbst verbraucht; durch zielbewußte wirtschaftspolitische Maßnahmen drängt es auf eine völlige Unabhängigkeit von der ausländischen Petroleum ein fuhr. Die Petroleumpolitik der argentinischen Regierung findet darin ihren Ausdruck, daß etwa 40 der argentinischen Erzeugung Produktionsstatten entstammen, die sich in staatlichem Besitz befinden. Die Petroleumproduktion Argentiniens betrug 1934 inagesamt 2,2 Mill. Kubikmeter. Seit Ende Juli 1936 ist die Ausfuhr von Petroleum und flüssigen Brennstoffen verübten, die Petro- ' leumeinfuhr staatlicher Kontrolle unterworfen worden. Da Alkohol ein wichtiger Treibstoff ist, ist'seine Erzeugung aus Zucker von Bedeutung. Aus Zucker dürften etwa jährlich 12 Mill. Liter Alkohol gewonnen werden. Neben diesen Industrien, die sich mit der Bereitstellung industrieller Rohstoffe (Petroleum und Alkohol) befassen, sind diejenigen am bedeutendsten, die der .Verarbeitung heimischer Produkte für den Export dienen. Hier ist vor allem die Fleischindustrie zu nennen. ' Die 18 in Argentinien bestehenden großen Tiefkühlend Gefrierfleisch-Fabriken sind zumeist mit' Schlachthäusern verbunden. i934 wurden' 6 Millionen . .« * J i,v; •*$ >x ■»..; v-vH-jAr .■ f 1t', Jü r » > i