Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 22 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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; -V^ '; . ' a ' - ,'?-V .•: f ■ . .r,- . ............*™.~^.4,'......;.....j:A-<r.-.>~r-~*.......................T:-r- ' .1 ■ .". '• >'* * „ . - . , auch Stadtviertel, .wie in allen- Großstädten, wo die 'ärmere Bevölkerung sich in Mietskasernen zusammenpreßt, in denen «ine Familie selten mehr als ein Zimmer bewohnt. lieber hundert Straßenbahnlinien und zwei Untergrundbahn- Knien vermitteln deai Verkehr innerhalb der Stadt Daneben dt#neir ttem-THTPhtlichen Verkehr noch etwa 100 Autobuslinien and die „Automoviles Puhlioos Coleetivos", d. h. größere Personenautos, die zu niedrigen Preisen, durchschnittlich 15 Pfennig die Strecke, bestimmte festgelegte Strecken fahren. Ferner verkehren in Buenos Aires weit Ober 10000 Autotaxen. Buenos Aires ist eine der elegantesten, ja luxuriösesten Städte der Welt. In der City findet auch der Yerwöhpteste alles, was er in Berlin, London, Paris oder New York in Warenhausern, Modehäusern, Juwelenläden, Kunsthandlungen usw. suchen und finden könnte. . . Theater wird in allen Weltsprachen gespielt Konzerte werden von den berühmtesten Kapellmeistern wie Fritz Busch, Toscenini u. a. geleitet. Mit Ausnahme der heißen Sommermonate finden allwöchentlich Pferderennen statt Jeder Sport hat in Buenos Aires seinen Sportplatz und sein Klubhaus. Die ausländischen Kolonien haben ihre Vereine und Klubs. Zahlreich sind die Lichtspieltheater. Auch ein sehr reichhaltiges Radioprogramm sorgt für Unterhaltungsstoff.' Die sanitären Einrichtungen der Stadt sind vorzüglich: Vorbildliche Krankenhäuser, unentgeltlich fürjeden Bedürftigen. Der Wohltätigkeitssinn des argentinischen Volkes, ist* sehr ausgeprägt. Als Beispiel sei erwähnt, daß die „Sociedad de Beneficiencia. de damas Argentinas", eine von Frauen geleitete \Yohlfahrl«einrichtung, dafür Sorge trägt, daß jeder bedürftigen Wöchnerin,, außer "der unentgeltlichen Pflege, eine materielle Unterstützung zuteil wird, und daß sie außerdem eine kleine Wäscheaussteuer für das Neugeborene bekommt Mit etwa 500000 Einwohnern ist Rosario, die. Hauptstadt der Provinz Santa Fe, die zweitgrößte Stadt Argentiniens. Sje ist am Parana-Strom gelegen, auf dem selbst ' Ozeandampfer zu ihrem Hafen gelangen können. Wirtschaftlich ist sie von großer Bedeutung, da sie der Verschif fungs'platz. .der inner- und nordargentinis c Ii i' n .\ g r a rprodukte (vor allem Weizen und. Müs) für den Weltmarkt ist. Andererseits verteilt Rosario wieder die Einfuhrwaren aus dem .Auslahde und heimische Nahrungsmittel auf die weiter innen gelegenen Provinzen. ';-'r". Es konnte sich auch eine eigenständige* Industrie in RosaVie ansiedeln. Sp werden dort Möbel, Leder und Ziegel verarbeitet bzw. fabriziert; mehrere Weizenmühlen, Druckereien und Zuckerwarenfabriken bestehen * dort. Das Bild der Stadt macht einen großzügigen Eindruck, da die Straßen zumeist breiter sind .als die von Buenos Aires. - . Cordoba, die Hauptstadt der 'Provinz gleichen Namens,.- hat* etwa 280 000 Einwohner. Sie ist nach Lima die älteste Stadt Südamerikas und ist berühmt für ihr malerisches Stadtbild und die Schönheit ihrer. Umgebung. Viel.' alte Gebäude zeugen von ihrer "großen Vergangenheit. . La Plata ist die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires. Sie wurde erst-um 1880 gegründet und liegt' etwa 57 km von der Hauptstadt* Buenos- Aires entfernt, am La Plata-Strom. Die moderne Stadt La Plata gilt als Argentiniens Musterstadt. Sie ist Umschlagsplatz für den Außenhandel, beherbergt aber auch industrielle Unternehmungen, z. B. Fleischverpackungs- und -gefrierbetriebe, Petroleum- Raffinerien, Eisengießereien, Kahlhäuser und Mühlen. *— Santa Fe (185000 Einwohner) am Parana-Fluß, etwa. 840 km von Buenos Aires entfernt, liegt inmitten eines außerordentlich fruchtbaren Gebietes, dessen Erzeugnisse hier ■ verarbeitet werden (Getreide, Molkereiprodukte und QuebrachÖ-Extrakt). Der Hafen Santa Fes ist fflr kleinere Seeschiffe erreichbar^;___ ...._!_. Haina Ria neu (100000 Einwohner) ist der größte Seehafen Argentiniens. Ueber ihn vollzieht sich der Ex- . portveckehr des Südens und Südwestens des Landes. Ein . Getreidespeicher des Hafens faßt 82000 Tonnen. — i In der Bucht, die den gleichen Namen trägt, liegt auch der argentinische Kriegshafen Puerto Belgrano mit großen Trockendocks, Arsenal usw. C. P a t a go n i e n und Feuerland bilden einen sehr großen Wirtschaftsraum, der heute noch ungenutzt ist. Auf riesigen Grundbesitzen wird lediglich Schafzucht ge- - trieben. Einzelne Lsndesstrecken sind von großer Schönheit besonders an den Uebergtngen zum Andengebirge. (Ueber Feuerland: «iehe auch den Abschnitt „Chile*.) 1). Andenzone. Die Anden bilden die Grenze nach Chile *u. Hier gilt ebenfalls das im Abschnitt „Chile" L i- .\ f." ' ■ , . -p; r ' Dargestellte. 'In Ihrem südlichen Teil nur schwach besiedelt, bildet die Andenregion jedoch im Nordwesten, beim Uebergang nach Bolivien, einen'*ur ein-* Gebirge verhältnismäßig gut bewirtschafteten Landstrich. Diese Hoch-, flächen, Täler und Bergabhänge, die Puna,; tragen bedeutendere Städte wie Sälta und Jujuy. '•-*„; 1 2. KLim* ' Das auf 2,8 Millionen Quadratkilometer geschätzte Gebiet Argentiniens erstreckt, sich vom 21. Breitengrade bis Ober den 55. hinaus,' d. h. auf insgesamt 34 Breitengrade der südlichen Halbkugel. Bei dieser riesigen Längsausdehnung müssen auch die Klima-Unterschiede des Landes gewaltig sein; sie werden noch« verstärkt durch die großen Höhen-Unterschiede innerhalb Argentiniens und andere Faktoren. Man kann Argentinien klimatisch etwa in drei Zonen einteilen: J «.'' v,_____' ,: . 1. die A n de n r eg i o n weist sehr schwankende •Temperaturen auf. Die Temperaturen steigen nicht nur, je mehr man sich vom Westen, den Andengipfeln, nach Osten, der Ebene zu, nähert, sie wechseln auch an Ort und Stelle häufig um 20—80* C innerhalb eines Tages; Die Durchschnittstemperaturen liegen je nach Jahreszeit Zwischen 10 und 24« C. In Tucuman beispielsweise, das 465 m hoch liegt, ist die Jahresdurchschnittstemperatür 18,2°, die des kältesten Monats, Juni, 10,5*, und die des wärmsten Monats; Januar, -24°. 2. nach Süden zu fallen die Temperaturen immer stärker. Die Temperaturen Patagonien s ähneln den nordeuropäischem doch ist das. Klima rauher; das Land wird von schweren, regenreichen Stürmen heimgesucht. 3. Zen t ral-Arg ent i ni en hat ein durchschnittlich subtropisch-gemäßigtes Klima. Die Temperaturen nehmen von Osten, der Küste, nach Westen und Nordwesten, dem Inlande zu, zu^ das Küstengebiet hat also durch kühle. Seewinde gemäßigtere Temperaturen als die Ebenen .und gar erst die Urwälder des .Landesinneren. Zugleich, nimmt die Regenmenge ab, je weiter .man' von Nordosten und von der Küste her ins Landesinnere vordringt. Auch' hebt' sich die sommerliche Regenzeit- (Oktober bis März) von der winterlichen Trockenzeit (April bis September) immer stärker, ab, jeweiter man' nach Westen kommt.' Die innerargentinische Ebene ist. überwiegend Trockengebiet. Hier .wechseln' die Temperaturen stark während, eines 'Tages, •— Schwüle, heiße Wochen werden in Zentral-Argentinien plötzlich durch '„Pamperos", kalte Sturmwinde, unterbrochen, die, von Gewittern und Platzregen begleitet, große Staubwolken mitbringen, aber auch die ersehnte Abkühlung verschaffen. In Buenos Aires treten im Jahre etwa 12 Pamperos auf. Das Klima dieser Stadt gilt als sehr | angenehm. Die Jahresdurchschnitt stemperat ur beträgt etwa 17 C, die Durch schnitt stemperatur des wärmsten Monats, Januar, beträgt 23° C, die des kältesten Monats, Juli, 10° C. Es sinken jedoch die Wintertemperaturen zuweilen bis auf 3 -4°C über 0, ja unterschreiten auch den 'Nullpunkt; - bisweilen fällt sogar Schnee, so daß es in unheizbaren Wohnungen, die in der Mehrzahl sind, oft empfindlich kalt ist. Die nachstehende Tabelle gibt einen Einblick in die großen Klima-Unterschiede innerhalb Argentiniens: Klimatologische Tabelle ' i Südl. Hol,, illwr d«B Hwu Tampwatunaittal Ortschaften BreitentJSi il i C«Uius grad m >■* Juaar J«»i Posada« .... 27» 24' 138 21,1 26,6 15,6 Rivadavia iProv. Saha) . 24» ir 208 23.5 29.2 16,9 Cordoba (Stadt; . 31«) 25- 389,26 16,9 233 93 Buenos Aires . . 34» 36' 25,29 16,2 23,2 9.6 San Juan tStadt) . 31« 32' 664 17,0 25,0 8,4 Mendoza (Stadt i . 32» 53* 755 153 23.6 7.5 Bahia Bianca 38» 4tf 20,20 15.6 23.6 8.1 Colonia E. Mibe (Pampa) ... Cnoele Choel , . 36* 30' 39» 17" 31« 138 153 153 253 24,1 6,7 7.0 0 1 San Martin (Chuhutl Ushuaia 44° W 54» 56^ 694 . 7 i 15,2 9,7t ,8-,-J 53 itf l \ M* k 0 1491 522 713 963 88 194 547 321 218 180 479 (Aus dem Buche „Theorie der Einwanderung. Dargestellt am Beispiel - Argentiniens". Von- Louis Ferdinand, Prinz von Preußen. S. 15tJ ••'• ' •,'.(* >{. ■■"',>■' '. HR P? :'; f.! ■ rV ' ' /.!'? :<- ' . v «■■ '<-,, -■ »(• -i Kit-; * , . .• j , Mittt. NMd.r ■c4il«f«mrnfr