Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1936. Bestand UB Ffm
- Issue
- September 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Haltung der.Ernährung wichtig ist, wird übermitteln können, so gelten doch gewisse allgemeinere Grundsätze, Ober die sie rar Vermeidung größerer Fehler unterrichtet »ein muß. Ab Ort und Stelle wird eis auf diesem Gebiete vieles von der ansässigen Bevölkerung lernen können. Ein' außerordentlich wichtiges Gebiet ist das der Hygiene. Vor allem ist vor der Abreise darauf zu achten, daß die-Familie alle körperlichen Mangel, soweit möglich, noch hier beseitigen laßt. Die Zahne müssen unbedingt einer ärztlichen Kontrolle und, falls erforderlich, Behandlung unterzogen werden. Orthopädische Behandlung der Füße sollte gleichfalls im Bedarfsfälle nicht unterlassen werden. Es ist sehr kostspielig und hemmt die 'Arbeitskraft und die Anpassungsfähigkeit, wenn der Auswanderer sich im fremden Lande mit Leiden abplagen muß, die im wesentlichen noch hier hätten behoben werden können. Man kann zwar in den größeren Städten überall mit der Möglichkeit ärztlicher Versorgung rechnen. Für die ländliche Siedlung dagegen fehlt sie natürlich in der Regel ganz. Auf alle Fälle ist der Arzt und sind die Medikamente teuer und belasten den an sich nicht großen Etat des Einwanderers erheblich. Gesetzliche Versicherungen, mit Ausnahme der Unfallsversicherung, gibt es meistens nicht, und die Krankenkassen sind, soweit vorhanden, 'meist kostspielig und auch nicht immer sehr leistungsfähig. Daher sollten auch Personen, die Brillengläser benutzen, nicht vergessen,' ein bis zwei Ersatzbrillen mitzunehmen. Bruchleidende müssen sich mit. Ersatzbruchbändern versehen. V- . . Ana diesen Gründen wird die Hausfrau darauf bedacht seiit müssen, durch vorbeugende Maßregeln Erkrankungen der Familienmitglieder nach Möglichkeit zu verhindern. Größte Sauberkeit bei Herstellung und Aufbewah- .rung ..der Speisen and bei dem täglichen Ordnen und Herrichten der Wohnung ' ist unerläßlich^ Insbesondere muß die Hausfrau einen unermüdlichen Kampf gegen das zahlreiche und verschiedenartige Ungeziefer führen, , mit dem nun einmal in' wärmerem Klima gerechnet werden muß und das oft der Träger von- Infektionen ist. Boden, Wände, Fensterrahmen, ja sogar die Möbel müssen *»,glfrht in manchen Gegenden sogar mehrmals täglich, mit Petroleum, . Terpentin, Flit oder ähnlichen Stoffen abgewischt werden. In Tropengebieten werden häufig'.engmaschige Drahtnetze, sogenannte Fliegenfenster, in die" Fensterrahmen eingebaut, die Insekten den Zutritt verwehren. In der Auswahl der Mittel wird man von der ansässigen Bevölkerung in manchem belehrt werden können. Der Ausguß der Wasserleitung und der Abort müssen stets gründlich desinfiziert, Abfälle schnell beseitigt werden. Die gebräuchlichsten chemischen Desinfektionsmittel sind: Chlor, Sublimat, übermangansaures Kali, Karbolsäure, Wasserstoffsuperoxyd, Kresolselfe, Borsäure und Alkohol. Wo' Kanalisation nicht vorhanden ist, übergieße man, Wann besonders ansteckende Krankheiten herrschen, den Abort init großetr Mengen Kalkmilch. Dia Abortsitze sind mit 5 »'oiger Kresolseifenlösung abzuwaschen. — Gegen die sehr unangenehmen Moskitos, d»»" auch Krankheitsträger sind, Werden vielerorts abends Räucherkerzen verwendet; auch muß man zu den Zeiten und in den Gegenden ihres häufigeren Vorkommens unter einem Moskitonetz .schlafen, woran man sich rasch gewöhnt r . Außer den Kochkursen müßte jede auswandernde Frau auch eine Ausbildung für erste Hilfe in Unglücksfällen durchmachen,. der einige Aufklärungen über ' die einfacheren Krankheiten und ihre Behandlung anzulügen wären. Auch in Fällen ernsterer Erkrankungen rrtuß sie lernen, sich bis zum Eintreffen des Arztes zu helfen, da, wie gesagt, mit schneller ärztlicher Hilfe nicht immer gerecÄet werden kann. Unter Keinen Umständen darf die Mitnahme der gebräuchlichsten Heilmittel, wie sie in der Regel eine Hhsapotheke enthält, mit einigen Ergänzungen hinsichtlich der..besonderen Situation 'des Einwanderungslandes, wollene Leibbinden, elektrisches Heizkissen, Mull- und elastische Binden, Watte, Fieberthermometer u. dgl. vergessen werden. Außerdem empfiehlt sich der Besitz eines leichtfaßlich geschriebenen ärztlichen Beratungsbuches, wie z. B. „Kleiner ärztlicher Nothelfer für Auswanderer" von Professor Dr. Hauer, Verlag Georg Stühe, Berlin, das nur 0,50 RM. kostet. Dieses Büchlein enthält u. a. eine/ Zusammenstellung der notwendigsten medizinischen Ausrüstung mit Berücksichtigung der Auswanderer nach tropischen und subtropischen Gegenden, zehn Gebote für Gesundheitspflege,- Arzneidosierung für Kinder, Thermometerskalen für Kinder,' Anweisungen für Desinfektion, Behandlung der verschiedensten körperlichen Erkrankungen, . wobei ea ■» keineswegs tlen Arzt ersetzen will. Aber es lehrt, wie. man Fehler vermeiden kann.' >- ' , Diese Ausführungen sollen nicht erschöpfend das aufzählen oder darstellen, Was eine Frau vor der Auswanderung erlernen, .worauf sie für das Leben in ihrem neuen Aufenthaltsorte achten, was sie mitnehmen soll. Sie wollen lediglich einige Anregungen geben, in weichet «Weise 'eine Hausfrau sich' auf ihr unbekanntes Leben vorbereiten sollte, damit sie ihren Posten im Lebenskampfe der aus- . wandernden Familie besser ausfüllen kann. So vorbereitet und ausgerüstet, wird sie anfänglichen Schwierigkeiten wirtschaftlicher und seelischer Art besser gewachsen sein und.dem Manne wie den Kindern als Helferin und Gefährtin zur Seite stehen können. A ' *'. 1 -»/.-■ * i Aber auch für die Gemeinden und Auswanderungsorganisationen liegt hier noch ein weites Feld unbearbeitet.' Nicht nur die Ausbildung der Frauen und Mütter sollte ihre Aufgabe sein.' Sie werden genötigt sein, den Familien, die nur über geringe Mittel verfügen, Zuschüsse für die, notwendigsten Anschaffungen, auf die oben hingewiesen wurde, zu gewähren. r ••„."' '■■ i/ " ■ ■ -;-ir*f -. . Zweckmüßige" 4- WASCHE-AUSSTATTUNGEN Margarete Fiater L_.....Bett-, Usch- und Hayswasche o Damenwäsche o Schlafdecken Beriln W15, Xantener Streöe 4 LE* Telephon J 2 Oliva 1342 v , '. v r, ... . v -t/V,. i ■' i, '; _j ■'.": '' '• . . v * \ „■'. r •'•'-->-■- .■"■'■-»'," . r• ■ ■ , * v