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Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen · 1934-08-01 · August 1934 · p. Seite 58

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Journal
Korrespondenzblatt über Auswanderungs- und Siedlungswesen
Volume
1934. Bestand UB Ffm
Issue
August 1934
Date
1934-08-01
Page
Seite 58 (sequence 60)
Language
German
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v •' ' derer keine öffentliche Last. wird. Musiker müssen auf jeden Ml £ 250 und £ I Taxe in bar hinterlegen. Es wird hoch bemerkt, daß die £ 100 in den meisten Fällen sofort zurückerstattet werden, und daß ea nur selten Vorkam, daß die Behörden dié Hinterlegung von £ SO verlangtest, die sofort zurückgegeben werden, wenn der Betreffende dauernde Beschäftigung gefunden hat. Ein wände rung im Jahre 1933 Im Kalenderjahre 1933 wanderten 3031 Europier in die Südafrikanische Union ein und 1829 Personen aus, der Ein« ander Ungtüberschnß betrug also' 1202 Europäer (620 männlich und 582 weihlich)'gegen 759 im Vorjahre. - V Nach der Staatsangehörigkeit wurden gezählt > x Einwanderer: Auswanderer,: Briten Deutsche Österreicher ~---- Schweiber Holländer, Schweden,.Norweger, Dänen, 1 lander Belgier ° Franzosen Tschechen, Serben, Ungarn Osteuropäer Südeuropäer , Palästinenser, Sjrier, Türken Nordamerikaner / Südamerikaner \ 1484 1553 653 , 76 —1» - - - 1 15 1 in : 30 inn- 28 . 15 » 27 19 7 23 15 457 30- 125 44 8 3 49 > 27 (_3_ — *. 3031 1829 . * > .. Die Einwanderung von Reichsdeutschen ist im 4. Kalendervierteljahr,stark gestiegen: Auf die einzelnen Vierteljahre verteilt sich die deutsche Einwanderung wie folgt". . ' 1 Kalendervierteljahr: Einwanderung: ~- Januar Marz . 62 ■ April—.1 iini :'74 - Juli—September " ' 141 K Oktober—Dezember . ' 376 : v ' : ~W ... .'*,'.,„)»., ■ *J"' '■'*.■ *j'f!. : Vv*'»V-' ^!*Và Von den Einwanderern waren 2492 in uuotenfreien Ländern geboren (davon 642 in Deutschland, 59 in. Südwestafrika ), während 539 in Ländern geboren waren, aus denen nur eine be- . schränkte Zahl von Einwanderern zugelassen ist. Ober Beschäftigung und Geschlecht gibt nachstehende Übersicht Auskunft: '•.:'*, ": » ••."'•' V* :■ ::.7- ■ Beschäftigung: 7 " v . Landwirtschaft < "■' Bergbau ' Industrie u. Handwerk V. Transport u. Verkehr Handel Äl? — *re't '*,r"'(' I WßfttSm Dienst I nabhängig Sonstiged. ohne Angabe Familienmitglieder Zusammen : . / Einwanderer: inännl. : weiht. 77 1 Auswanderer: ' inännl weibl. m 341 26 301 319 32 18 42 368 43 49 254 U0 57 no 856 79 36 189 19 152 106 T6 60 60 208 13 2 49 84 32 82 93 547 1545 1486 925 904 'Angaben des Office of Census and Statistics vom Ende Juni 1934 entnehmen wir Zahlen der deutschen Einwanderer nach ' Südafrika vom Jahre 1928an, die beabsichtigten, dort ständigen V Aufenthalt tu nehmen:, fm Jahre 1928 : 389 Personen. 1929 : 414, 1930: 481, 1931: 400, 1932: 479^1933: 653. " ---_1 Jkn Januar 1934: «fi Personen, Februar: 110, Mira: 68, April: 6fund Mai: 62Mnsg<fsarat in 5 Monaten \m Jahre 1934 : 4f>2 Personen. I ' \ ' . ' .-• . •' . '.. , Aus der Einwanderungsstaüstik geht hervor, daß Südafrika, j das ungeheure Territorw'nhat. nur eine .verhältnismäßig geringe / t' Zahl von Einwanderern aufnimmt Dies ist einerseitsauf die Bestriktion zurücksuführen, andererseits *1s*r auch auf -wirt-" '•- schaftliche Verhältnisse, die in Verbindung'mit der Selektions- : V. » - pofitik nach. ethnologischen Prinzipien zu den Einschränkungen geführt Aaben. Die Einwanderung lut Deutschland war im Verhältnis tu den üorigen Immigrationszahlen relativ hoch, aber absolut nur klein. Die Schwierigkeiten, selbst für die kleine Anzahl der Eingewanderten Beschäftigung zu finden, sind nicht gering. Dies hat in den ersten Monaten des Jähret 1934 dazu geführt, daß auf Initiative von südafrikanischen Organisationen ■ seitens der europäisches .Komitees die Einwanderung nach der Uniöh zeitweilig nach Möglichkeit zurückgehalten *wurde. -' ■ C .-_ _ . ' ' ' . -. - Richtlinien für die Einwanderung Das- Konsulat der Südafrikanischen Uniou in Hamburg hat'einige Richtlinien für die Einwanderung in die Union aufgestellt: . Die allgemeinen " Wirtschaf tsumstände in der Union von Südafrika entsprechen der gesamten. Weltlage. Das Angebot von Arbeitskräften übersteigt in den" meisten Berufen die Nachfrage, vor allem auch in den akademischen Berufen und im Kaufmannsstand. Niemand sollte daher nach der Union von Südafrika gehen — es sei denn, daß er einen Anstellungsvertrag betaut —, der nicht über ein derartig großes Kapital verfügt, daß er davon wenigstens ein ganzes Jahr ohne anderen Verdienst leben kann, und niemand sollte seine Familie mitnehmen, ehe er nicht selber einen soliden wirtschaftlichen Boden unter den Füßen hat. Für jemanden, der nicht wirklich wohlhabend ist, empfiehlt es sich auf alle Fälle, vor der Auareite die Bückpattage zu bezahlen. Et gibt in der Union von Südafrika keine Kurierfreiheit. Arzte und Zahnärzte bedürfen einer-amtlichen Zulassungserlaubnis, für deren Ausstellung, neben anderen Bedingungen, das Bestehen der Staatsprüfung Voraussetzung ist. Wegen mangelnder Gegenseitigkeit wird die deutsche Staatsprüfung . nicht— anerkannt, tie muß also in Südafrika oder England wiederholt Vérden. Daß dabei auch die vollkommene Beherrschung der englischen Sprache nötig ist, versteht sich von selbst. - > Für Rechtsanwälte liegen die Dinge ähnlich. Für .andere akademische Berufe liegt kaum ein Bedarf vor.. /Das Angebot eigener Kräfte pflegt mehr als ausreichend zu " * sein. „Es gibt in der Union neun Universitäten.bzw. Colleges. Wegen einet. Lehrauf träges ..wende man sich gegebenenfalls an das Department of the Interior,' Public Health/ and Education; Government Buildings, Pretoria, Südafrika.'Die Aussichten, zu einer Anstellung zu gelangen, sind aber auch-hier außerordent-, . B«*' gering. , . >. Selbständige Kaüfleute sollten nur hinausgehen, wenn tie' - ein «irklich ausreichendet Kapital zur Gründung einet Geschäfts' ' besitzen, dit sie für geraume Zeit auch ohne Gewinn betreiben können. Kenntnis van Landesuinslanden und der Sprachen ist Voraussetzung. Es. ist aber zu beachten, daß das Land, wie man tagt „overtraded" ist. Der Bedarf an Handelsfirmen ist reichlich gedeckt—. . ... .r..r;_s. ■ Fabrikatorkche Niederlassungen sind erwünscht, fallt eiy . Bedarf nach den herzustellenden Erzeugnissen vorliegt und der —jtfnternehmer gute Fachkenntnis-e und reichliches Kapital besitzt Kaufmännische Angestellte, welche besonderen Kenntnisse - sie au«h immer besitzen inöggjh werden kaum gebraucht. " '4 Um ab Vertreter einer ausländischen Firma in Südafrika arbeiten zu können, muß man fm Besitze einer Lizenz sein, wpfür £ 7T pro Jahr „zu zahlen ist ' Tüchtige und fleißige Handwerker verschiedener 'Art finden {gelegentlich eine Verdienstmöglichkeit, doch wird auf die 'einleitenden Bemerkungen hingewiesen. ' " FarmgehUfen gibt es-jnehralr genug im Lande. Ein großer TeuSder Pofizcibcamten bestcn*f«us .Lanrlniannssölinen, die in der "»Landwirtschaft überzählig sind. . . Den Kauf einer Farm sollte man auf -leinen Fall vornehmen, ehr. man aus eigener Kennujis des. Landet-und im Besitze der,.Landessprachen sich ein selbständiges Urteil bilden kann. Zu diesem Zweçk empfiehlt es sich, etwa ein Jahr lang alt Volontär auf eine oder mehrere Farmen zu gehen oder eine Landwirtschaflssehuie zu besuchen. Auch die Kenntnis des Umganges.-init.dcn .schwarzen. Arbeitskräften ist nötig. M^an sollte aber keine Farm kaufen, .ohne ein gewisses, nicht zu kleines' Kapital »t»~Reserve zu besitzen. Der Verdienst pflegt in—den «raten Jahren, bei mangelnder Erfahrung gering oder gar nicht xorhanden zu sein); uhij. ein einziges Mißgeschick, wie Trockenheit, Heuschrecken nsV. würfe den Farmer um. — — % 58 V, kJrr è tp1 1-^%^:u '■ < ^*Lii,'«H - n - ■ s y~~ . :i ••. .._ i .1 1.1, •r—•,. K

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